Nach meinen Maßstäben ist es ein erstrebenswertes Ziel, für die Musik zu spielen. Das gelingt nicht immer, denn manchmal ist uns unser Ego im Weg und wir meinen, ein bißchen den Molli machen zu müssen. Das ist menschlich, das ist auch zu verzeihen, aber es ist auch - je nach Ausmaß der "Zwangshandlungen" -, mehr oder minder unmusikalisch. Viel oder kompliziert zu spielen ist immer dann o.k., wenn es nicht Selbstzweck ist, sondern die Musik unterstützt und / oder besser klingen läßt. Mich stört so ein bißchen der Unterton, daß das Publikum nicht in der Lage wäre, unsere tollen Trommelleistungen zu würdigen und es an Verständnis für unsere Kapriolen fehle. Das Publikum hört einfach die Musik. Die wissen zwar i.d.R. nichts von 17über16 oder was ein inverted Paradingegns ist. Aber sie spüren, ob das jetzt ein bißchen mehr oder weniger groovt und dementsprechend wackelt der Popo - oder halt nicht. Ob dafür Quintolen oder Gladiolen eingesetzt werden ist egal. Luddie hatte schon darauf hingewiesen, daß auch kopmplexere Geschichten wie die Hölle grooven können und daß das Publikum das ganz locker konsumieren kann. Viele ganz normale Menschen können auch Take 5 pfeifen, auch wenn sie nicht dabei bis 5 zählen können. Man sollte das Publikum nicht unterschätzen. Nicht jeder interessiert sich in dem Ausmaß für Musik, wie wir es hier tun. Und der Verweis auf die liederliche Qualität der Charts oder das, was im Radio gespielt oder bei DSDS kredenzt wird, ist für mich kein Beweis für die Geschmacklosigkeit des Publikums, sondern eher für die Überheblichkeit der Programmgestalter. Es wird gegessen was auf den Tisch kommt und wenn das Essen besser wäre, würde es auch verzehrt werden - und das sogar mit höherem Genuß. Und zu allem Überfluß würden viele auch noch Geschmack am Geschmack finden. Zurück zur Musik: Wenn das Publikum so eingeschränkt wäre, wie oft gesagt: Wie kann es sein, daß Bohemian Rhapsody regelmäßig unter die größten Hits aller Zeiten gewählt wird? Warum rennt keiner davon, wenn A Day in the Life gespielt wird? Ich weiß, das sehen viele hier anders. Ich könnte die Liste weiterführen und von bemerkenswerten Experimenten mit kleinen Menschen berichten... Es ist erstaunlich, was gefällt, wenn man nicht "indoktriniert" wird. Oh Mann, wo bin ich jetzt wieder angelangt. Schluß.
Da muß ich noch mal senfen:
Luddie: "Der Bum Tschak ist aber nicht komplex. Er klingt einfach bei Leuten am besten, die Schlagzeugspielen können."
Yes! Und wenn's einer richtig kann, klingen auch komplexe Sachen federleicht und jeder kann dazu wippen. Man muß einfach nur für die Musik... Das hatte ich schon.
fwdrums