Hier mein Senf:
Becken
Meine Favs waren Meinl Byzance Dark, Extra Dry und Jazz, Istanbul Agop OM und - Diril. Ich habe derzeit eine Vorliebe für türkische Becken und die Dirils sind wirklich sehr gut. Die Preise sind zudem unschlagbar, aber ich würde kein Becken kaufen nur weil es günstig ist. Diril war für mich definitiv ein Highlight!
Trommeln
madmarian aka Trommelbauer aka Customdrums hatte ein paar sehr schöne Sachen und Handmadedrums (auf dem selben Stand) ebenso. Beeindruckende Handwerkskunst, die sehr gut klingt. Schöne Finishes und imposante Aufbauten gab's eigenttlich von allen Etablieren. Besonders beeindruckend fand ich ein paar Sonor-Finishes. Aber warum zeigt Sonor ein P. Rudd-Set, wenn sie gleichzeitig auf ihrer Homepage zur "FAQ des Jahres" verkünden, daß er ein 94er Designer spielt? Egal. Bei Kirchhoff gab's drei schöne Snares in Faßbauweise (es wurden nicht nur die Rohkessel gezeigt, wie oben geschrieben), die gut klangen - soweit man das aufgrund des Messeeindrucks sagen kan - aber auch ordentlich Schotter kosten (850 €).
Sonstiges
Lukather war gut, aber auch sehr berechenbar (recht affig fand ich, daß er mit zwo Bodyguards über die Freifläche untewegs war), Alex Vesper ist immer wieder beeindruckend und die Bundeswehr kann ein paar Sachen richtig gut, die mir lieber sind als ihr eigentlicher Bestimmungszweck. Musikalische Highlights waren die zwo Basler Trommler und eine türkische Rhythmusgruppe, die an einem Percussionstand ein Ständchen gab: vier Herren und eine Dame, eine Mischung aus Improvistion und Komposition, fließende Übergänge, trading Fours - äh Fives, Nines... daß es einem schwindlig wurde und alles sehr geschmackvoll und mit atemberaubender Technik. Warum sind die nicht auf der Agora-Stage??? Bei Remo traf ich Nils Trommelstimmer, der wie immer sehr herzlich und gut gelaunt war und sein Wissen gerne teilt. Toller Typ. Bei Remo gab's 12 identische 10er Toms, alle mit Amba clear als Reso und mit 12 verschiedenen Schlagfellen, alle auf gleiche Tonhöhe gestimmt - vom Meister natürlich. Das war super interessant. Wann hat man schon mal die Gelegenheit, diese Bandbreite nebeneinander im A-B-Vergleich zu testen und das auch noch auf toll gestimmten Trommeln. Sehr lehrreich das Ganze - und voller Überraschungen.
Ja man merkt, daß die Branche etwas langsamer tut, es gibt weniger, aber lohnenswert ist es für mich allemal. Ein gewisses Durchschnaufen ist vielleicht gar nicht schlecht. Möglicherweise hilft es, sich auf ein paar Basics zu besinnen und den Output an schwarzen Becken, vermeintlichen Sig.-Neuheiten und Dualist-Pedalen u.ä. zu beschränken. O.k., man darf ja mal träumen.
Bis nächstes Jahr
fwdrums