Beiträge von nils

    Zitat

    Original von Reed311
    Und glaube mir, nicht immer ist es angebracht, dass die Snare Obertöne produziert, die den Mischer zur Verzweifelung treiben. Ausserdem gibt es Leute die auf den etwas gedämpfteren Snaresound stehen. Hat also eher was mit Geschmack als mit "Unwissenheit" zu tun.


    Da gebe ich dir völlig Recht.


    In den meisten Fällen kann aber durch geschicktes Stimmen der Einsatz von Dämpfungsmaterialien vermieden werden. Die haben nämlich den Nachteil, dass sie Schwingungsenergie, die aus dem Schlag kommt, in Wärme statt in Schall umwandeln.



    Und ich will immer das Maximum von meinen Trommeln.


    Nils


    P.S.: Vorgedämpfte Felle sind weniger verlustreich als ungedämpfte Felle mit aufgeklebtem Dämpfungsmaterial.

    Doch, glaub ich sofort. Ich hab schon häufig Probleme gehabt, Toto zum grooven zu kriegen. Manches, was sich langsam anhört, ist mit viel Zeugs gespickt, das man erst mal spielen muss.


    Africa z.B., langsames Grundtempo und dann spiel mal sauber die Hihat mit einer Hand.


    Nils

    Was du da ansprichst bedeutet, dass man weiß, wo man steht, was man kann und was nicht. Und dass man daran arbeitet.


    Möglicherweise sogar, dass man sich AUF EINER BÜHNE auf das beschränkt, was man kann - denn dann hat man die Chance, gut rüberzukommen.


    Zusammengefasst: Weisheit und Demut auf der Basis von Selbsterkenntnis.


    Nils


    P.S.: Werder hat gewonnen. :D


    Wie geht denn das ?(

    Zitat

    Dieser Beitrag wurde 138 mal editiert, zum letzten Mal von slo77y am 17.10.2043 17:16.

    Das Stimmgerät sagt dir vor allem eines nicht: wie du klingen willst. Also hilft es nur, wenn du:
    - weisst wie du klingen willst
    UND
    - weisst, auf welchen Ton bzw. auf welche Fellspannung die Felle dafür eingestellt werden müssen.


    Nils

    Zitat

    Dann hängt es davon ab, was einem mitgegeben wurde und wie fleissig man ist, ob die Musik gut wird, Alles andere ist belanglos.


    Für mich besteht gute Musik auch aus gutem Klang. Deshalb gehört zu einem kompletten Musiker auch ein entwickeltes Klangbewusstsein - der Ton macht die Musik.


    Nils

    Zitat

    Original von chaosman


    Der Beitrag ist jetzt ein bischen sehr knapp.


    Was stimmt nicht, und wie ist es richtig? Bitte mit Quellenangaben, oder sind das nur persönliche Erfahrungswerte, welche als solche gekennzeichnet werden sollten?


    Also,


    Zusammengefasst sagt die DT Bible:


    Der Rundungsradius der Gratung bestimmt, wie groß die Kontaktfläche zwischen Fell und Kessel ist.


    Je größer die Kontaktfläche ist, desto mehr wird die Schwingung des Fells gedämpft.


    So weit so gut - aber es gibt noch einen weiteren Aspekt, der in der DT-Bible überhaupt nicht vorkommt.


    Die Gratung ist gleichzeitig die Stelle, an der ein Großteil der Kopplung zwischen Fell und Kessel stattfindet. Der Kopplungsgrad hängt sowohl von der Form der Gratung, respektive der Kontaktfläche, ab als auch von deren Lage über der Kesselwand. Damit ist gemeint, ob die Gratung aussen oder mehr zur Mitte der Kesselwand platziert ist.


    Man lese hierzu: http://online.physics.uiuc.edu…_Macaulay_Final_Paper.pdf


    Nun ist die Kopplung offenbar größer, je größer die Kontaktfläche ist und je mittiger diese auf dem "Fleisch" des Kessels liegt.


    Die Kompromissuche im Trommelbau heisst also Resonanz vs Sustain.


    Nils

    Zitat

    Original von cameo
    Interessant finde ich in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass sich der Sweet-Spot des Kessels auch mit der Fellspannung ändern kann. Meine selber in diesem Moment ausgedachte Theorie ist daher, dass hochgestimmt fein singend klingende Kessel gar nicht "an sich" einen hohen Kesselgrundton brauchen, um resonieren zu können, sondern so konstruiert sein müssen, dass der Sweet-Spot eben "mitwandert" beim höher stimmen. Ist das das Gretsch-Gummibaum-Geheimnis?...


    Ich antworte mit einem Selbstzitat aus einem Post auf der ersten Seite:

    Zitat

    Nebenbemerkung: der Kesseleigenton OHNE Hardware ist höher als der MIT Hardware, weil man mit dem Metall nur Masse hinzufügt, aber keine Festigkeit.
    Mit FELLEN ist der Eigenton wesentlich höher, weil ein gespanntes Fell die Festigkeit des Kessels drastisch erhöht.
    Als kleines Experiment kannman sich mal auf einen liegenden Kessel ohne Felle draufstellen (wer würde das tun?). Mit Fellen drauf hält der Kessel das locker aus.


    Das Fell erhöht die Festigkeit der Trommel - mit großer Wahrscheinlichkeit anhängig von der Fellspannung und vor allem der Elastizität des Fells. Daraus kann man schließen, dass ein dickes, also, weniger elastisches Fell, den Eigenton stärker anhebt, als ein dünnes.


    Nils

    Zunächst mal ist es so, dass die allerwenigsten Trommler ihre Trommeln genau im Sweet Spot betreiben, also sind die Felle nicht auf den Kesseleigenton gestimmt. In viel Fällen wäre das auch sinnlos bis kontraproduktiv, weil man das Ergebnis maximaler Resonanz gepaart mit langem Sustain nicht unbedingt gebrauchen kann.
    Mal abgesehen von der Frage der Intervalle, denn die Kesseleigentöne der verschiedenen Trommeln markieren nicht zwangsläufig die besten Tonabstände von Trommel zu Trommel.


    Man muss zwischen der tatsächlichen Tonhöhe der Trommel und und ihrem Timbre unterscheiden.


    Wenn man eine Aufnahme macht, hat man ein Signal aufgezeichnet, das in irgendeiner Form den Klang der Trommel abbildet.
    Nun dreht man am EQ. => Der Klang verändert sich. Das Ausganggsignal bleibt wie es ist, nur die Betonung unterschidlicher Frequenzanteile wird verändert und dadurch ändert sich das Timbre der Trommel auf der Aufnahme - und zwar ohne, dass sie Tonhöhe des Grundtons sich ändert.


    Der Grundton ist derjenige tiefste Ton im Klang der Trommel, den man über die Spannung der Felle einstellt. Weicht die Tonhöhe der felle voneinder ab, hat man im Prinzip zwei. Keiner von beiden muss dem Eigenton entsprechen.


    Je nach Härte/Festigkeit des Holzes, Durchmesser, Dicke und Gewicht des Kessels wird es einen Eigenton geben, der aber nur bedingt bedeutsam ist.


    Nils

    Es kommt letzlich darauf an, welcher der Einflussfaktoren dominant ist: Festigkeit des Materials, Masse des Kessels, Fläche des Kessels oder Absorbtionseigenschaften.


    Wood-Fiberglass ist ein Material mit der Eigenschaft, sehr viel Schwingungsenergie in Wärme umzuwandeln. Deswgen geht da nicht viel.


    Dicke Kessel, wie deine 10mm-Teile sind in der Regel sehr schwer und deshalb ist naheliegend, dass die kürzeren etwas mehr Leben in sich haben als die quadratischen.


    ABER: man kann durch geschicktes Stimmen aus jedem Kessel noch was rausholen, wenn es auch Grenzen gibt.


    Du hast nun das Problem mit lauter Material konfrontiert zu sein, das nicht auf maximale Resonanz hin konstruiert wurde, um es vorsichtig auszudrücken. Das sind Sets, die allesamt gebaut wurden, um den Geschmack der 70er und 80er zu bedienen - und in der Zeit ging es nun mal nicht um maximalen Ton.


    Nils

    Zitat

    Original von Hammu


    Falsch! Je länger ein Kessel, desto weniger Resonanz, desto trockener (wenig Kesselton) aber auch lauter!!!
    Kurzer Kessel: sehr resonant, da die Schwingung des Schlagfelles schneller an das Resofell abgegeben wird und von dort wieder zurückschwingt. Sehr viel Sustain, mehr Kesselton, aber leiser.
    Kessel mit Verstärkungsreifen: noch resonanter, aber noch leiser.


    Auch falsch!


    Mit Resonanz meint man im allgemeinen das Mitschwingen des Kessels.


    Mehr Kesselfläche=>mehr Resonanz und zwar Kesselresonanz
    mehr Kesselmasse (Gewicht) => weniger Kesselresonanz
    härteres Holz => höherer Ton, mehr Resonanz
    weicheres Holz => tieferer Ton, weniger Resonanz durch mehr Dämpfung
    ==> Die Kesselresonanz ist abhängig von Fläche und Masse und Festigkeit.


    Ebenso ist der Kesseleigenton von der Masse und der Festigkeit des Kessels anhängig. Je schwerer, desto tiefer der Eigenton, je fester, desto höher. Deshalb kommt es immer darauf an, ob zusätzliche Lagen mehr masse als Festigkeit hinzutun oder umgekehrt.


    Nebenbemerkung: der Kesseleigenton OHNE Hardware ist höher als der MIT Hardware, weil man mit dem Metall nur Masse hinzufügt, aber keine Festigkeit.
    Mit FELLEN ist der Eigenton wesentlich höher, weil ein gespanntes Fell die Festigkeit des Kessels drastisch erhöht.
    Als kleines Experiment kannman sich mal auf einen liegenden Kessel ohne Felle draufstellen (wer würde das tun?). Mit Fellen drauf hält der Kessel das locker aus.


    Ein tieferer Kessel ist träger in der Ansprache und daher weniger sensitiv, weil er mehr Luft enthält, ein flacher dagegen spricht sehr leicht und schnell an. Der Sound ist direkter, hat aber nicht zwangsläufig mehr Punch.


    Punch (Durchsetzungsvermögen) bekommt man, indem man das Reso schön hoch stimmt.


    Die Kesseltiefe hat obendrein noch einfluss auf das Timbre einer Trommel, also den Klangcharakter, also die Betonung bestimmter Frequenzbereiche, aber kaum auf die tatsächliche Tonhöne.


    Nils

    Ich habe Erfahrung mit allen Variationen von Setgrößen, sogar Gigs hab ich schon mit Minikonfiguration Bass, Snare und Hihat gespielt.


    Da meine Gigs in sehr unterschiedlichen Umgebungen stattfinden, nehme ich immer das Set mit, welches am besten dazu passt. Sowohl Kesselgrößen als auch Setumfang variiere ich dabei. Das trainiert Flexibilität.


    Mittlerweile fange ich auch auf großen Sets kaum noch an zu daddeln, sondern beschränke mich nach Möglichkeit auf den Kern des Ganzen. Für ein ausladendes Break ist es schön, viel Auswahl zu haben, für manche Beats liebe ich ein bequemes Tom links von der der Hihat, eine Zweitsnare für Abwechslung im Sound, naja, aber BRAUCHEN - neee.


    Es heisst ja: Der Ton macht die Musik - nicht "die Töne". Also ist wohl gemeint, dass man mit dem vorhanden Equipment den Ton formt, also den einzelnen Ton richtig auslebt, den Ausdruck hinenlegt und eher wenig spielt.


    Nils

    Es ist auch eine Geldfrage.


    Das Metall ist an den meisten Trommeln ohnehin der größte Kostenfaktor, da setzt eine Parallelabhebung noch mal einen obendrauf.


    Und wie oben mehrfach zu lesen, erfordert´so ein Teil Zeit und Hinwendung.


    Nils