Beiträge von nils

    Sein Modell hat eine ganz entscheidende Schwäche: den Grenznutzen. Wenn man immer mehr Ressourcen auf dieselbe Sache konzentriert, nimmt der Nutzen jeder zusätzlichen Ressource ab. Man kennt das vom Sport. Je höher das Niveau, desto mehr zusätzliches Training braucht man, um noch besser zu werden. Sein Bild verkauft das aber als linear, was es nicht ist.

    Macht einfach nur Spaß: Angine de Poitrine, live bei KEXP:


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    Krasses Zeug, wäre mir zu anstrengend, wenn ich das spielen müsste.

    Whiplash ist meines Wissens nicht nur unrealistisch, sondern zeichnet einfach ein falsches Bild. Ich glaube nicht, dass das junge Menschen zum Schlagzeugspielen bzw. generell zum Erlernen eines Instruments motiviert. Eher im Gegenteil.

    Was in dem Film abgeht, erinnert mich mehr an die gute alte russische Schule im klassischen Bereich. Extreme Defizit- und Wettbewerbs-Orientierung und gewalttätige Methoden. Könnte auch Ballett sein.

    Ich hatte damals nach den ersten 6 Wochen Trommelei auch direkt eine Muskelhautentzündung im rechten Unterarm. Da half nur eine Pause und anschließend eine verbesserte Stockhaltung. Aber man kann das in den Griff bekommen, mittlerweile spiele ich über 40 Jahre und hab nur noch selten derartige Probleme. Drumstudio1 hat ja sehr detailliert beschrieben, was du alles tun kannst.

    nils hab ich vermutlich falsch formuliert; ich meinte welche mit coating; klingen die nicht gedämpfter?

    Ein Coating ist immer auch ein wenig Dämpfung, allerdings nicht sehr viel, außer bei Sorten wie Fyberskyn, das eine sehr dicke Coatingschicht hat. Ein einfaches Coating dämpft vorwiegend ein wenig die höheren Obertöne und vermindert den Anschlagklang des Sticks auf dem Fell.

    Kessel nackich machen, am Besten ohne HW, so fein es geht aufhängen (Finger oder Zahnstocher), Kessel andötzen/ anklopfen, Ton merken, Felle drauf und stimmen, . . . fäddich :)


    PS: Oder nils fragen.

    Ich zitiere mich mal selbst (Aus verschiedenen Posts hier im DF):

    Die Versteifungswirkung desgespannten Fells auf dem Kessel kann man sich vergegenwärtigen, wenn man sich vorstellt, dass sich jemand auf die Bassdrum stellt. Bei 2 montierten und gespannten Fellen gibt es vielleicht Kratzer auf dem Lack, aber sonst passiert nichts (naja, vielleicht landet meine Faust im Gesicht des Frevlers). Ist aber kein Reso montiert, besteht ein hohes Risiko, dass die Trommel kollabiert und zerbricht.


    Dazu noch dieser Post mit der Frage nach der Sinnhaftigkeit:

    Ich denke das ist tatsächlich für ganz viele Leute ein Riesenproblem mit dem Genre, das vereinfacht gesagt "gut" oder "schön" zu finden. Denn nicht jeder wächst im bildungsnahen Haushalt auf, wo Papi halt mal 'ne Runde Coltrane zum Sonntagstee reinwirft... Ich habe wirklich Jahre gebraucht, um solche Platten genießen zu können.

    Mein Vater hat Lionel Hampton, Duke Ellington und diese Garde rauf und runter gehört, ich wurde also ausführlich damit konfrontiert, aber bis heute klingt das für mich nach regellosem Gedudel. Und da reden wir noch nicht mal von BeBop oder Free Jazz.

    Swing muss man fühlen. Dafür muss man die Musik –

    Jazz - hören. Wenn einem der Kram nicht gefällt, wird

    man das kaum hinkriegen.

    !!! So nämlich. Mein Vater hat damals mit Mitte 50 auf einem meiner Schlagzeuge angefangen ein bischen zu Musik vom Band zu trommeln und hatte auf Anhieb, ohne jede Technik oder gar Unterricht, einen ordentlichen Swing, viel besser als meiner je werden wird, weil das die Musik seiner Jugend war, die er quasi mit der Muttermilch aufgesogen hatte.

    Ich kann irgendwie nichts mit dem Begriff

    "Faken" anfangen.

    Ich bevorzuge den Begriff "simulieren". Eine Simulation ist eine Weile halbwegs glaubwürdig, aber auf längere Sichtmerkt man dann doch, dass ich es nicht richtig kann. Wenn ich sowas trommele, dann hält die Glaubwürdigkeit etwa 30-40 Sekunden, bevor die Zuhörer merken, dass das nicht meine Hood ist.

    welches 30 Jahre auf der Bühne stand

    Einige meiner Trommeln sehen exakt so aus, als hätten sie 30 Jahre dort verbracht. Das sind idR gebraucht erworbene Schätze, die teils wirklich übel zugerichtet bei mir angekommen sind, wie etwa das 12er Tom in Walnut Laquer, das ohne Sinn und Verstand gekürzt wurde (Sah aus wie von Hand mit dem Fuchsschwanz abgesägt) und dann von Stefan von Adoro erst mal gerichtet werden musste und eine neue Gratung bekommen hat. Die Lackschäden durften bleiben.

    Trommeln, die intakt bei mir angekommen sind, sehen üblicherweise sehr gut aus, teils wie New Old Stock, weil ich sie nur in Koffern transportiere und praktisch nie mit anderen teile. Alle 10-20 Jahre schraube ich die Metallteile ab und poliere sie mit Sidolin, die Kessel bekommen eine Kur mit Möbelpolitur. Zwischendurch kommt mal ein ganz leicht angefeuchtetes Mikrofasertuch zum Einsatz.


    - Rundherum verkratzte Spannreifen an der Bassdrum

    Mir ist mal ein Spannreifen gebrochen, weil ich ein schweres Teil aus dem Regal nehmen wollte und es nicht festhalten konnte. Es fiel dann auf die Bassdrum und der Spannreifen brach. Ich hab ihn reparieren lassen.

    - Individuelle Bohrungen durch abgeschraubte Dämpfer

    !!! Meine alten Trommeln haben alle solche Löcher. Was soll man auch mit diesen Dämpfern?

    Ist im Drumbereich doch eher ein NoGo, oder spielt ihr bei Auftritten oder im Proberaum abgeranzte, verkratzte oder rostige Drums?

    Ich bin ja eher der Typ alt, aber gepflegte Drums, glänzende Hardware beim Gig.

    Da bin ich ganz bei dir, alt dürfen sie, aber gepflegt sollen sie sein.

    Im Proberaum darfs für mich auch alt, ehemals rostig, aber gut funktionierend sein.

    Im Proberaum oder auf der Bühne, ich hab nur altes Zeug. Meine jüngsten Trommeln sind von 2003, die meisten aber aus den 1980ern.

    Becken dürfen Patina haben. Meine sind ca. ü40 bis min.15 Jahre alt.

    Bei mir ist es ganz ähnlich. Obwohl ich letztes Jahr eine niegelnagelneue Dream Bliss Hihat gekauft habe.

    Wie gesagt, ich hab im Studio nur einen einzigen Tonmann erlebt, der das nicht gemacht hat. Der hat gleich drei Overheads über das Set gehängt und damit noch viel mehr Phasenschmutz erzeugt, als mit es 2 Overheads möglich ist.

    weil die Overheads auch nicht den selben Abstand zur Snare haben müssen

    Das sehe ich anders. Eines der Hauptziele bei der Platzierung der Overheads ist der identische Abstand beider Mikros zur Mitte der Snare. So gut wie alle Tonleute, mit denen ich gearbeitet habe, messen das aus, alleine schon, um die Snare im Mix nachher wirklich in der Mitte zu haben. Hab ich im Studio nur einmal anders gesehen und die Produktion war dann auch nicht gut.

    Die Phasendrehung beim Snaremikro war ein guter Tipp! Aber auch sonst sehr viele schöne Details!

    Dass man mit der Phasendrehung was erreichen kann, ist klar, aber es ist eine sehr ungenaue Methode, da geht nämlich noch mehr. Man hat zwar wegen der Laufzeitdifferenz zwischen den Signalen ein Phasenproblem, ABER die Phasendifferenz beträgt in der Regel nicht genau die 180 Grad, die man aber mit der Drehung auf die Snarespur bringt.

    Meine Empfehlung ist eher, zuerst die Laufzeitdifferenz zwischen den Overhead-Spuren und der Snarespur auszugleichen. Dafür muss man nur die Snarespur um etwa 3 ms nach vorne ziehen. Wenn man weit genug aufzoomt, kann man auch erkennen, ob der Anschlag dann in Phase oder gegenphasig ist. Wenn sie gleichphasig liegen, ist man hier schon fertig. Sollte er gegenphasig sein, ist die Phasendrehung natürlich der Weg.

    Die Alternative wäre, die Schlagzeugspuren zu alignen (wobei man da u.U. auch noch Phasendreher braucht).

    Meine Rede.


    Finde aber sehr cool, dass Simon das nicht macht. Das zeigt einfach, dass es nicht unbedingt nötig ist und auch anders geht.

    Anders heißt in dem Fall, dass er zwar die korrekte Diagnose stellt, aber bei der Behandlung unscharf vorgeht. Aus meiner Sicht ist das ohne Not am Optimum vorbei. Ich verstehe, dass er aus der Zeit der analogen Musikproduktion kommt, wo man den Laufzeitausgleich nicht machen konnte und die Phasendrehung schon das Ende der Möglichkeiten darstellte. Aber die Welt hat sich weiterentwickelt.

    Doch, bis in die 70er gab es Sets ohne Standtom im Handel.

    Ich hatte mal ein Yamaha Stage Custom aus den 1990ern oder frühen Nullerjahren, das kam mit 10-12-14 als Racktoms. Das 14er war mit einer Muffe am Beckenstativ befestigt. Aber es waren immerhin 3 Toms.

    … wir sind zum Teil selbst schuld: mein Bruder hat sich ein 16er ST zur Bassdrum umgebaut.

    Die Größe ist sowohl für Kinderschlagzeuge als auch für reduzierten Transportstress interessant.

    Ich nutze auch gern ein 16 Floortom als Bassdrum. Bisher allerdings mit dem JG-16 Adapter, also reversibel. Außerdem hab ich 4 Stück von den Dingern, da herrscht so schnell kein Mangel.