Zunächst mal ist es so, dass die allerwenigsten Trommler ihre Trommeln genau im Sweet Spot betreiben, also sind die Felle nicht auf den Kesseleigenton gestimmt. In viel Fällen wäre das auch sinnlos bis kontraproduktiv, weil man das Ergebnis maximaler Resonanz gepaart mit langem Sustain nicht unbedingt gebrauchen kann.
Mal abgesehen von der Frage der Intervalle, denn die Kesseleigentöne der verschiedenen Trommeln markieren nicht zwangsläufig die besten Tonabstände von Trommel zu Trommel.
Man muss zwischen der tatsächlichen Tonhöhe der Trommel und und ihrem Timbre unterscheiden.
Wenn man eine Aufnahme macht, hat man ein Signal aufgezeichnet, das in irgendeiner Form den Klang der Trommel abbildet.
Nun dreht man am EQ. => Der Klang verändert sich. Das Ausganggsignal bleibt wie es ist, nur die Betonung unterschidlicher Frequenzanteile wird verändert und dadurch ändert sich das Timbre der Trommel auf der Aufnahme - und zwar ohne, dass sie Tonhöhe des Grundtons sich ändert.
Der Grundton ist derjenige tiefste Ton im Klang der Trommel, den man über die Spannung der Felle einstellt. Weicht die Tonhöhe der felle voneinder ab, hat man im Prinzip zwei. Keiner von beiden muss dem Eigenton entsprechen.
Je nach Härte/Festigkeit des Holzes, Durchmesser, Dicke und Gewicht des Kessels wird es einen Eigenton geben, der aber nur bedingt bedeutsam ist.
Nils