Beiträge von nils

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    Original von Ebenezer
    In der Tuningbible ist die Rede von Klangzonen und davon, dass man diese sogar mehrmals durchlaufe. Du gehst darauf nicht weiter ein. Um Dich kurz zu fassen, oder weil Du das für Unsinn hälst?


    Das ist für mich das, worum es eigentlich beim Stimmen geht. Finde für den jeweiligen Zweck, Raum und Geschmack die richtige Klangzone und die richtige tonhöhe. Alles andere fällt unter die Rubrik Vorarbeiten.


    Ich finde auch nicht, dass eine Trommel grundsätzlich abgewürgt klingt, sobald die Felle unterschiedliche Töne haben. Man muss das fein dosieren und herausfinden, welche Variante einem wann hilft.


    In diesem Sinne sagen die Stimmvideos allerdings nicht viel über das Stimmen.


    Nils

    Eben weil ich leise und mit rods gut klingen will hab ich lange an entsprechenden Stimmungen experimentiert. Meine Trommeln geben bei sehr leiser Spielweise schon richtig Ton.


    Trotzdem hast du natürlich Recht, dass man unplugged auch seine Drumparts überdenken muss. Was man spielt sollte in den Rahmen passen. Was auf einer 1000m² Festivalbühne vor 15000 Leuten gut funktioniert ist vor 30 Leuten noch lange nicht angebracht.


    Nils


    Ich habe auch nicht ausdrücken wollen, dass ich mit den Mod-Entscheidungen einer Meinung oder einverstanden bin - das bin ich nicht, aber was nützt das?
    Ich wollte lediglich die Machtverhältnisse beschreiben.


    In Bezug auf Innovationen und Vielfalt finde ich hast du völlig Recht. Nur zählt meine Meinung hier nicht unbedingt.


    Nils

    Das Forum ist aber nicht basisdemokratisch organisiert, sondern hier haben die das Sagen, die auch die Arbeit machen. Das kann man gut finden oder nicht, aber so sind die Fakten.


    Nils

    Dann hast du kein Fell- sondern ein Stimmproblem.


    Dickere Snareresos als das Ambassador hab ich noch nicht gesehen, da könntest du höchstens ein Tomreso (Diplomat) probieren. Erwarte dann aber keine Teppichansprache mehr.


    Um die Unterschiede zu verdeutlichen hier die Folienstärken der (Reso)felle:
    Diplomat Snare 2 mil
    Ambassador Snare 3 mil
    Diplomat 7,5 mil
    Ambassador 10 mil


    Mit einem dünneren Reso als dem Amba Snare bekommst du eher noch mehr Obertöne, aber mit dem PS3 als Schlagfell sollte die Trommel eh schon recht tot klingen.


    Lerne stimmen. Du kannst den Sound austrocknen, indem du das Reso tiefer stimmst als das Schlagfell. Wie viel hängt von mehreren Faktoren ab, das muss man ausprobieren.


    Nils

    Zitat

    Original von crystalfunky
    ich weiß, wie man bei einer tom den kesselton herausfindet,
    aber bei einer snare kann ich mir kein genauen ton vorstellen.


    Wie wird der denn sein?


    Nicht so weit weg, von dem eines Toms mit gleichem Durchmesser. Die "ringigste" Stimmung ist bei einer Snare deshalb i.d.R. bei einem tiefen Grundton zu erreichen.


    Am trockensten wird eine Snare ohne Dämpfung in aller Regel dann sein, wenn man eine mittlere bis höhere Stimmung verwendet, bei der das Reso 2 - max. 4 Töne Tiefer gestimmt ist als das Schlagfell.


    Jede Stimmungsvariante hat ihre Vor- und Nachteile. Trockene Stimmungen wie oben beschrieben sind z.B. meist weniger sensitiv als obertonreichere.
    Man muss herausfinden was man tatsächlich braucht.


    Die Fellauswahl kann im Vorfeld schon entscheidende Weichen stellen. mit dem richtigen Fell muss man bei der Stimmung nicht so extrem vorgehen, wie wenn man von Natur aus obertonreiche Felle trockenstimmen will.


    Nils


    Daniel: Danke für die Blumen :)

    Hallo fw,


    die Felle sind wahlweise Amba coated oder Diplomat coated. Die Höhe der Stimmung richtet sich aber nach der musikalischen Ausrichtung des Gigs. Da geht jazzy genau so wie Rock.


    Ich stimme zuerst das reso auf den Ton, den ich gerne hätte und fange dann 2-3 Töne tiefer mit den Schlagfell an und stimme es langsam höher. Dabei schlage ich es immer wieder gaaanz leicht mit dem Rod. man hört exakt, wo der Punkt ist, an dem die Trommel perfekt reagiert. Die Prozedur dauert etwa 2 Minuten bei einem kleine Tom und ein webing länger bei einem großen.
    Wichtig ist noch der Raum. Was bei mir im Keller funktioniert hat geht beim Gig meist nicht, deswegen muss man das immer vor Ort machen.


    Nils

    Ich habe gerade gestern mit einem Boogie-Pianisten eine Session gehabt.
    Besen waren für mich der Weg.


    Man kommt allerdings für solche akustischen Gigs nicht um eine Spieltechnik herum, die leises Spiel beinhaltet. Dann Rods oder Besen und gut is.


    Ich hab eine extra Stimmung für Rods entwickelt, die bei geringster Berührung schon Ton hergibt, damit es trotz der Teile ordentlich klingt.


    Die Bassdrum kann man weicher machen, indem man das Schlagfell höher stimmt und wenn gar nix geht, einen weichen Puschel verwendet.
    Generell gilt für alle Trommeln In gewissen Grenzen natürlich): Schlagfell rauf=>weniger Attack.


    Die Snare ist so eine Sache. Ich hab mir für mein kleine-Gigs-Set eine 10er gekauft, die ich dann in relativ weicher (=tiefer) Stimmung spiele. Dann klingt sie wie ne große, aber eben leiser.
    Weich solltest du sie stimmen und das reso ggf tiefer das das Schlagfell. Dann hat sie nicht ganz so viel Punch.


    Nils

    OK, was du meinst gehört nicht zum eigentlichen Obertonspektrum der Felle, sondern ist die sog. "after-resonance" (den Ausdruck hab ich von lunarsnare gelernt), kurz "ring".
    Das sind auf Reflexionen der Schallwellen innehalb des Kessels beruhende Töne.
    Der einfachste Weg, diese zu verringern ist, das Schlagfell höher als das Reso zu stimmen und insgesamt nicht zu nah an der Kesselresonanz zu arbeiten. Wie groß der tonale Abstand zwischen den Fellen sein muss, ist eine Sache des Ausprobierens.


    Nils

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    Original von satan666_live
    sers, öhm also bis jetzt habe ich noch kein video gefunden das über 20 min geht, und langsam und genaustens beschrieben und gezeigt wird wie man alle toms, sowie base und snare stimmt, hat jemand so ein video?
    bis jetzt finde ich einfach nicht das richtige, das ich suche :P


    Wenn man wirklich das wichtigen Dinge erzählen will, kommt man unter 1.5 Stunden nicht hin. Wenn es tiefgehend sein soll, dauert es noch länger.


    Richtig gut stimmen lernen braucht Zeit und Übung, genau wie trommeln auch.


    Du erwartest von deinem Drumlehrer doch auch nicht, dass er dir in 20 min alles ganauestens erzählt, was man tun muss, um so gut wie Wolfgang Haffner zu sein.




    Nils

    8o
    Oha, er spielt vor einem ganzen Stadion voller Leute und benutzt nicht mehr ganz taufrische Pinstripes mit ordentlich Taschentüchern und Gaffa.

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    Original von Drumtheater
    ich habe zwar gehört, dass auch vergil zumüben manchmal die feder weglässt
    aber das jemand das jetzt generel so macht habe ich noch nicht gehört.


    wie sieht dann die technik aus, verlässt du das pedal mit dem fuss, damit der fuss den rebound nicht bremst oder wie läuft das ab.


    lg
    drumtheater


    Hallo DT


    im Grunde sehe ich das so, wie auch bei der Handtechnik. Ordentliche Doubles bekommt man nur, wenn man im Gelenk locker ist und den Stick nicht verkrampft festhält, sondern den Druck der Finger auf den Stick fein dosiert.
    Meist spiele ich heel up. Ich arbeite daran, auch bei dieser Technik den Schlägel anschliessend wieder vom Fell zu lassen, weil ich das klanglich besser finde.
    Für Doubles oder mehr muss ich dann den Fuß vom Gewicht des Beins etwas entlasten. Wenn dann der Schlägel wegen der Einstellung der Fellspannung und der minimalen Dämpfung viel Rebound hat, kann man mit dem Fuß richtig schön die Bewegung kontrollieren, ohne viel Energie an die Feder zu verlieren.
    Und wenn ich leise spielen muss, spiele ich heel down. Dann lässt sich bei dem geringen Gegendruck die Kraft schön dosieren.


    Nils

    Zitat

    Original von chickenjoe
    und daß die Böckchen ein Leben lang halten, im Gegensatz zu irgendwelchen federbetriebenen Bierflaschenverschlüssen.


    Haltbarkeit ist wiederum ein echter Pluspunkt.


    Letztlich ist ein teures, aber exzellent verarbeitetes Instrument, das entsprechend lange hält, viel preiswerter als ein billiges, das schnell kaputtgeht und keinen Wiederverkaufswert besitzt.


    Die Zeitgeist-Snare ist in meinen Augen ein schönes Instrument, das exzellent verarbeitet aussieht. Am Ende entscheidet für mich dann der Klang.


    Nils

    lunar,


    ich schätze und respektiere Dich und Deine Arbeit ebenso sehr wie du meine.


    Trotzdem teile ich die Euphorie über Innovationen nicht ganz.


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    Original von lunarsnare
    Innovation wird nur innovation wenn es sich bewaehrt ueber zeit, aber das ist unmoeglich wenn es nicht die chance kriegt aus den kinder schuhen zu kommen. ;)


    Ja, das stimmt zweifellos, aber reden wir hier nicht über eine Innovation, die seit 20 Jahren den Markt nicht gefunden hat?


    Nils