Beiträge von nils

    Der Drehmomentschlüssel


    Was ist überhaupt ein Drehmoment?


    Als Drehmoment (engl. Torque) bezeichnet man jene physikalische Größe, die bei der Beeinflussung einer Drehbewegung wirkt. Sie spielt dabei dieselbe Rolle wie die Kraft bei einer fortschreitenden Bewegung.


    Das Drehmoment wird in Newtonmeter (Einheitenzeichen: Nm) gemessen und ist das Vektorprodukt von Kraftarm mal Kraft , steht also senkrecht auf beiden. Für das Drehmoment ist daher nur die Kraftkomponente senkrecht zum Kraft- oder Hebelarm wirksam


    Mehr dazu HIER.


    Was soll das Ding nun an einer Trommel tun?


    Der Drehmomentschlüssel übt ein voreingestelltes Drehmoment auf die Spannschraube aus.
    Die Wirkung kann aber nur dann an allen Schrauben dieselbe sein, wenn die Reibung aller Schauben in den jeweils zugehörigen Gewinden identisch ist. Das ist eher unwahrscheinlich.


    Ebenso muss ein identisches Drehmoment an allen Schrauben nicht in einer gleichmäßigen Fellspannung resultieren, weil:
    - der Spannreifen uneben sein kann
    - die Gratung uneben sein kann
    - das Fell nicht exakt zentriert wurde oder
    - das Fell nicht ganz exakt gefertigt wurde
    In allen Fällen muss für eine gleichmäßige Fellspannung an den Schrauben ein unterschiedliches Drehmoment angewendet werden.


    Also wird auch das Ergebnis mit einem Drehmomentschlüssel i.d.R. keine gleichmäßige Fellspannung sein.


    Nils

    Also, wenn ich heute anfangen würde darüber zu reden, wäre ich morgen abend ungefähr fertig.


    Zitat

    für den perfekten Klang werde ich an allen Trommeln noch experimentieren müssen.


    Das ist der Weg.


    Nils

    Jo, das hast du wohl genau DIE Raumresonanz getroffen, die am meisten Wirbel verursacht.


    Es hört sich an, als ob du eine stehende Welle in deinem Raum erzeugt hast. Dann nämlich bleibt die Energie besonders lange in Form einer Schwingung erhalten.


    Interessant wäre gewesen, du hättest das Tom an unterschiedlichen Stellen im Raum ausprobiert, denn vermutlich ist das Phänomen in der Stärke seiner Ausprägung auch noch von der Position der Signalquelle abhängig.


    Nils

    Hallo,


    über das trommeln jenseits der 40 kann ich nicht viel sagen, höchstens darüber, wie es Ende 30 für mich ist :D


    Weil das hier zum Thema wurde: ich habe zwei Kinder im Alter von 5 und 7 Jahren!


    Also, ich übe ca. 1x pro Woche für mich (manchmal leider auch nicht), 1x mit der Band und spiele 1-2 mal live. Ich hatte mal ne bessere Time als ich noch mehr zum Sequencer spielen musste, aber musikalisch war ich noch nie besser als heute und entwickle mich da auch weiter. Insbesondere was Dynamik und Unabhängigkeit angeht, verbessere ich mich stetig.


    Ausserdem arbeite ich neben dem Hauptberuf als ITler an meiner Zweitkarriere als Trommelstimmer.


    Nils

    Ich hab mal bei einer Drumaufnahme die Overheads in "next-to-heads" verwandelt.
    Anders gesagt, ich habe sie einfach direkt neben meinen Ohren plaziert. Das Ergebnis ist so eine Art Kunstkopfaufnahme mit sehr realistischem Stereobild.
    Ein eigenes Snaremikro ist dabei verzichtbar.


    Nils

    Zitat

    Original von matzdrums
    .... deswegen : viel mit dem gerät beschäftigen. :)


    !!!!! Ich verweise hierzu nochmals (immer wieder gerne) auf das Uli Frost Interview, das IPO dankenswerter Weise für uns führte. Das Klangergebnis resultiert aus einer ganzen Kette von Faktoren. Vernachlässigt man nur einen davon, kommt nie das Optimum heraus.


    Da fällt mir noch ein Zitat ein, dessen Urheber mir jetzt nicht einfällt:
    Eine PA ist kein Klärwerk: Scheisse rein => Scheisse raus.


    Zitat

    Original von matzdrums
    wenn man selber nicht hört warum alle so komisch gucken ists kaum möglich in der live- situation konstruktiv zu sein


    Stimmen, vor allem schnell stimmen, ist eine Fähigkeit, die genau so trainiert werden will, wie das Spielen selbst. Ich kann normalerweise für live in 2-3 Minuten alle notwendigen Anpassungen vornehmen, auch bei fremden Kits und für andere Drummer, zumindest solange nichts beschädigt ist.


    Nils


    P.S.: Regelmässiges Reinigen erhöht auch nach meiner Erfahrung die Bindung an das eigene Material.

    Zitat

    Original von matzdrums
    der nils weiss viel besser und mehr bescheid über diesen krempel.


    Danke für die Blumen :) Mich hat Physik schon immer sehr interessiert.


    Zitat

    Original von matzdrums
    ich stimme auch nicht bewusst auf eine konkrete tonhöhe. mir ist jetzt allerdings zum zweiten mal aufgefallen, dass sich das premier set in richtung "h" am wohlsten fühlt, jedenfalls in meiner dachkammer.


    Das kann an der Dachkammer selbst liegen oder aber an der Fundamentalnote der Trommel oder an beiden zusammen.


    Zitat

    Original von matzdrums
    ich hatte mal ein solo von mir bei prosoundweb.com gepostet. da rennen fast nur tontechniker rum. der zuständige moderator kam an und meinte: die bassdrum ist in h, das ist nicht so gut.


    Bei Studioaufnahmen kann man sich durchaus den Luxus gönnen, für jeden Track das Kit umzustimmen, z.B. die Toms passend zu der Tonart, wo sie im Stück gespielt werden und die Bass, dass sie sich tonal durchsetzt.


    Live ist das nicht machbar, da muss man tatsächlich viel mehr auf den Raum schauen (s.h. Zitat unten)


    Zitat

    Original von matzdrums
    wenn ich live (mikrofoniert) spiele, richte ich mich immer nach dem raum bzw. der bühnensituation.


    Da spricht die lange Erfahrung. Wenn man abgenommen spielt ist die Situation natürlich nochmal komplett anders als rein akustisch. man muss nur sein Gehör darauf trainieren, das auch zu hören.


    Nils

    Zitat

    Original von GrafDaniel
    Hallo AAX !



    Geht mir auch so. Ich habe das Problem für mich gelöst, dass ich das Resofell wirklich so hoch spanne. Beim Schlagfell suche ich dann eine tiefere Stimmung die dazu passt. Kann Dir nichts von "h" "flat b" oder "Terz" oder so etwas erzählen. Das können die Profis besser. Aber es funktioniert sehr gut und ich bin mit dem Klang SEHR zufrieden.


    Da muss ich Daniel Recht geben. Ich hab auch eine Zeit lang mit konkreten Tönen experimentiert, finde das aber in der Praxis nicht relevant (ausser in wenigen Ausnahmefällen). Es verbessert zwar die Reproduzierbarkeit, wie auch ein Drumdial, die Frage ist aber, ob einem das was nützt.


    Der Raum spielt eine große Rolle. Eine Stimmungsvariante, also ein konkretes tonales Verhältnis, taugt meist nur in einem bestimmten Raum, im nächsten oder auf einer Bühne brauche ich ein anderes tonales Verhältnis, um den benötigten Klang zu bekommen. Abgenommen kann viel Sustain auch zu viel sein.
    Bei Temperaturänderungen fängt man sowieso von vorne an.
    Je nach Stil, der bedient werden soll, braucht man unterschiedliche Klangcharaktäre, man müsste sich also auch noch die unteschidlichen Zweiklänge merken, die man jeweils bevorzugt


    Fazit: ich lasse in der gegebenen Situation lieber mein Ohr entscheiden, ohne auf konkrete Töne Rücksicht zu nehmen.


    Zitat

    Original von Latinboy
    Achso noch was zum Physikunterricht, den ich damals zum Glück noch abwählen konnte:
    Bei gleicher Phase gibt es doch Auslöschungen!?


    Zur Physik (Auszug aus einem längeren Text zum Thema Stimmen von Trommeln von mir):


    Schwingungen einer Trommel mit zwei Fellen
    Eine Trommel besteht nicht nur aus einer Membran (Fell), sondern auch aus einem Resonator (Kessel) und oft noch einer zweiten Membran (Resonanzfell). Die verschiedenen Komponenten dieses schwingenden Systems führen gekoppelte Schwingungen aus. Die Kopplung ist sowohl durch den Kontakt der Felle mit den Gratungen und den Spannreifen gegeben, als auch über die Luft in der Trommel. Nach der ersten Anregung, also dem Schlag des Stick auf das Schlagfell, verteilt sich die Energie durch die Kopplung auf das gesamte System. Dabei kommt es zu Verlagerung der Energie zwischen den verschiedenen Elementen des Systems Jede Komponente „versucht“ nun eine Schwingung in seiner Eigenfrequenz auszuführen.
    Es kommt zu Interferenz (Überlagerung) der jeweiligen Eigenschwingungen und der assoziierten Obertöne. Einfach ausgedrückt, versucht jede Komponente ihre Frequenz durchzusetzen. Durch die Kopplung ist dies aber nicht möglich. Der Kessel hat dabei einen festen Eigenton, während sich die Eigenschwingungen der Felle durch Drehen an den Spannschrauben ändern lassen. Die Schwingungen können sich nun gegenseitig verstärken oder auch abschwächen, je nach dem, wie die Verhältnisse der jeweiligen Eigenschwingungen sind.


    Physikalisch ausgedrückt, handelt es sich beim Schwingverhalten einer Trommel (näherungsweise) um die Impulsantwort des schwingenden Systems auf den Schlag (Impuls). Dabei bedeutet das Drehen an einer Stimmschraube eine Änderung des Systems!


    Die Gratung beeinflusst maßgeblich die Dämpfung des Fells, also auch die des schwingenden Systems. Je runder die Gratung, desto größer die Kontaktfläche zwischen Fell und Kessel, desto höher auch die Dämpfung. Das bedeutet, je spitzer die Gratung, desto höher ist das Potenzial der Trommel für einen langen Sustain (Nachklang) und für Obertöne, die aus dem Fell kommen. Auf die Phasenbeziehungen zwischen den einzelnen Oszillatoren der Trommel hat die Dämpfung keinen maßgeblichen Einfluss.
    Die Kraftübertragung zwischen Fell und Kessel, also der Kopplungsgrad, scheint nach den Untersuchungen von Macaulay (Eric J. Macaulay „Properties of Drum Shells and Bearing Edges“) im Wesentlichen eine Funktion von Form der Gratung, Lage der Gratung auf dem Kessel und Fellspannung zu sein. Dabei ist vermutlich der Lage der Gratung höhere Bedeutung beizumessen als der Form. Je näher zur Mitte der Kesselwand diese platziert ist, desto höher die Kopplung. Die Form wirkt sich eher auf die Dämpfung aus. Je spitzer die Gratung, desto geringer die Dämpfung.

    Hallo Matz,


    schöne Sache, kurz und bündig erklärt. Ich finde es sehr interessant zu sehen, wie andere an "mein" Spezialthema rangehen.


    Die Idee mit dem anfeuchten kleiner Dellen in der Gratung ist sehr interessant. Bin gespannt was Gabriel dazu sagt.


    Nils


    P.S.: Die Einlage mit dem klingelnden Telefon hat mir auch gefallen :D

    Man beobachte Ulf (metalfusion) beim Schlagzeugen und bilde sich dann eine Meinung.
    Ich finde, so wie er das angeht, macht es Sinn. Wenn man alles andere kann, wird man mit Db einfach kompletter. Da ich nicht alles andere kann, spare ich mir derzeit den Aufwand.


    nils

    Zitat

    Original von Tubos

    Schau' dir mal die aktuelle Version der DTB an. Der Autor hat seine Meinung bezüglich Fön geändert!


    Hat er nicht. Er sagt nur, dass die Methode umstritten sei - was offensichtlich stimmt.


    Ich setze sie erfolgreich ein.


    Nils

    Zitat

    Original von Zagschleuger
    Der Fön ist in meinen Augen absoluter Quatsch. Wozu denn? Felle einen Tag lang stark gespannt lassen und am nächsten Tag kann man stimmen.


    Man hat nicht immer so viel Zeit.


    Aus dem Physikunterricht sollte bekannt sein, dass man manche Prozesse durch Hinzufügen von Wärme beschleunigen kann.


    Ansonsten kann ich den hier versammelten Trommlern nur raten, beim Stimmen entsprechenden Aufwand zu treiben, das zahlt sich aus. Bitte lest das Uli Frost Interwiew !!!!


    Nils

    Zitat

    von IPO
    Ich denke nicht, dass die Hersteller das Problem sind. Im Gegenteil, es gibt doch recht viele Highendsets auf dem Markt. Das Problem sind eher die Käufer, die denken, mit einem Billigset habe ich die selbe Qualität wie bei den Teuren. Aber, dem ist ja nicht so und wenn in ein paar Jahren die Käuferschaft merkt, dass ihr X nicht so haltbare Böckchen hat, dann bewahrheitet sich wieder: billig gekauft ist doppelt teuer.


    Wohl wahr. Als ich mitte der 80er mein erstes neues Set kaufen wollte, stand ich im Laden zwischen einem Tama Swingstar, einem Yamaha ??? und einem Pearl BLX. Das Tama hätte ich direkt bezahlen können und das Yamaha beinahe, aber das Pearl lag eigentlich über meinen Möglichkeiten.
    Der Händler bot mir an, die fehlenden 1100 DM (Damals für mich als minderjährigen VIEL Geld) in den folgenden Monaten abzustottern und ich kaufte das teure Pearl. Ich hab es heute noch und kann auch keinen Grund finden, mir was anderes zu kaufen. Ein neues Kit müsste deutlichen klanglichen Mehrwert haben, und davon gibt es eben nicht viele - höchstens ein Brady vielleicht.


    Ein gutes Instrument ist eine Investition für's Leben.


    Nils

    Hallo,


    dann will ich auch mal kurz resümieren. Ich bin mit Gabriel (Lunarsnare) am Donnerstag dort gewesen, natürlich nicht, ohne zwei Lunars mitzunehmen. Die wurden dann auch bei einigen Gelegenheiten gespielt.


    Zunächst mal hab ich echt nette Leute aus dem Forum getroffen, einige mit Verabredung, einige zufällig.


    Da wären Gerald (Drumstudio1), Ulf (metalfusion), Maik (von Rohema, Forumname ???), Christian (Worf) und noch mehrere, deren Namen ich jetzt nicht komplett wiedergeben kann oder darf ;).


    Es gab wirklich gute Drummer zu sehen wie die Drumbassadors, die echt krankes Zeug spielen, aber auch welche, die sich einfach zum Testen irgendwo niedergelassen hatten und schwer beeindruckten.
    Ulf hat zusammen mit einem anderen Drummer, den er aus seiner Studienzeit kennt, am Stand von Drums&Perscussion grosses Kino geboten.


    Es gab viel geiles Material zu sehen, aber insgesamt scheint sich ein Trend zu schlampiger Verarbeitung breit zu machen. Insbesondere die Oberflächen der Kesselhardware sehen oft billig aus. China lässt grüssen.


    Positiv überrascht hat in meinen Augen Meinl mit den neuen Byzance Jazz Becken. Besonders das 20" Extra Dry Ride überraschte mit sehr trockenem, präzisem Klang bei gleichzeitig glasklarer Glocke. Ich verstehe das Gemecker über pseudotürkische Becken nicht, wenns gut klingt ist mir doch wurscht, woher es kommt.


    Deshalb muss an dieser Stelle unbedingt die Orion Bacalhau 15" HiHat erwähnt werden. Sehr hoch im Ton aber trotzdem überhaupt nicht spitz, extrem präziser Chick und extrem gut kontrollierbar. Ich war auf Anhieb begeistert. Solche Becken in der Budget-Klasse hatte ich nicht erwartet.
    Auch bei den anderen Orion-Serien gibt es viel "Bang for the buck".


    Bei Wahan am Stand hab ich viel Zeit verbracht. Ich durfte an verschiedenen Snares herumschrauben und testen, was die so hergeben.
    Ich muss zueben, dass ich nie besonders viel mit Acryl am Hut hatte, aber mit den Trommeln kann man schon was anfangen. Sie geben mehr Ton her, als ich erwartet hatte.
    Die 26*16er Bass beeindruckte durch schön schmatzenden Sound mit viel Bumm. Die Wahan-Snareabhebung mag optisch nicht jedermanns Sache sein, technisch gesehen ist sie aber wirklich gut. Nicht am Kessel verschraubt, sondern mit am Spannreifen befestigt und extrem leicht.



    Gerald: Vielen Dank für alles, ich hab mich wirklich gefreut, Dich kennen zu lernen.


    @Ulf: Hab mich sehr gefreut, dass es trotz Deiner vielen Termine noch geklappt hat.


    Nils

    Hallo buddler,


    ich habe einen Satz Satin Finish auf Toms und Snare gehabt, leider kein Focus X.
    Die SF waren allesamt sehr haltbar und auch auf der Snare hat sich nach längerem Einsatz nicht das kleinste bischen Beschichtung gelöst. Ebenso hatte ich mit dem Ringdurchmesser kein Problem.


    Nils