Zitat
Original von Sabbi
Was bedeutet eigentlich, das G1 oder G2 und so?
Das sind Fellbezeichnungen vom Hersteller Evans.
G1= Evans Genera G1, einschichtiges Fell, 10mil stark
G2= Evans Genera G2, doppelschichtiges Fell, je Lage 7mil
Beide sind clear (klar) oder coated (beschichtet) erhältlich.
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Original von Sabbi
Und wie klingen spezielle Snarefelle anders, als wenn man ein Tomfell auf die Snare machen würde?
Viele Felle gibt es nur für Snares. Wie z.B. mein Lieblingssnarefell Aquarian High Energy. So ein Snarefell muss halt auch mehr vertragen können, als ein Tomfell.
Nochmal zur Theorie. Ich zitiere mich da mal selbst (etwas gekürzt, da sonst zu lang):
Schwingungen am Instrument (am Beispiel Gitarre)
Jedes akustische Instrument erzeugt Töne durch einen Schwinger (Oszillator) und einen Resonanzkörper (Resonator). Beispielsweise sind bei einer Gitarre die Saiten die Oszillatoren und der Korpus der Resonanzkörper, der durch die schwingenden Saiten seinerseits zu Schwingungen angeregt wird. Im einfachen Fall einer Saite sind diese Schwingungen harmonisch. Das bedeutet, dass die Obertöne der Saite ganzzahlige Vielfache der Grundschwingung (Grundton) sind. Die Gleichung für die Frequenz der n-ten Schwingung lautet fn=c/L*n , wobei c eine Konstante ist, die von Dichte und Festigkeit der Saite abhängt, L ist die Länge und n ist eine ganze Zahl größer oder gleich 1. Bei n=1 ergibt sich der Grundton.
Die schwingende Membran (Ausriß)
In der Physik und der Technik ist eine Membran eine dünne Haut. Das beschreibt ein handelsübliches Trommelfell schon recht gut.
Die Membran erzeugt, ebenso wie die Saite einer Gitarre, einen Grundton und Obertöne, nur sind diese nicht harmonisch. Anders gesagt: sie lassen sich nicht mit der für die Gitarrensaite gültigen Formel berechnen.
Die Formel zur Berechnung der Obertonfrequenzen ist wesentlich komplizierter, und ihre Herleitung passt eher in eine Physikvorlesung als hierher. Daher soll jetzt nur ein kleiner Ausriß aus den möglichen Schwingungsmoden einer Membran mit den zugehörigen Multiplikatoren des Grundtons angegeben werden. In der Darstellung des jeweiligen Schwingungsmodus sind die Linien die Stellen des Fells, die sich nicht bewegen.
Die tatsächliche Frequenz wird folgendermaßen berechnet:
(Sh. Bild).
Dabei ist r=Radius der Membran; T=Oberflächenspannung der Membran; Sigma=Massendichte der Membran; F(m,n)=Multiplikationsfaktor zur Grundschwingung (sh. Bild) und , die sog. Kreiszahl Pi.
Schwingungsmoden der Kreismembran
Hinweis für Physikbegeisterte:
Tatsächlich handelt es sich bei dem Wert =2,405*F(m,n) um die n-te Nullstelle der Besselfunktion m-ter Ordnung Jm
Klangentstehung an der Trommel
Eine Trommel besteht nicht nur aus einer Membran (Fell), sondern auch aus einem Resonator (Kessel) und oft noch einer zweiten Membran (Resonanzfell). Die verschiedenen Komponenten dieses schwingenden Systems führen gekoppelte Schwingungen aus. Die Kopplung ist sowohl durch den Kontakt der Felle mit den Gratungen und den Spannreifen gegeben, als auch über die Luft in der Trommel. Nach der ersten Anregung, also dem Schlag des Stick auf das Schlagfell, verteilt sich die Energie durch die Kopplung auf das gesamte System. Dabei kommt es zu Verlagerung der Energie zwischen den verschiedenen Elementen des Systems Jede Komponente „versucht“ nun eine Schwingung in seiner Eigenfrequenz auszuführen.
Es kommt zu Interferenz (Überlagerung) der jeweiligen Eigenschwingungen. Einfach ausgedrückt, versucht jede Komponente seine Frequenz durchzusetzen. durch die Kopplung ist dies aber nicht möglich. Der Kessel hat dabei einen festen Eigenton, während sich die Eigenschwingungen der Felle durch Drehen an den Spannschrauben ändern lassen. Die Schwingungen können sich nun gegenseitig verstärken oder auch abschwächen, je nach dem, wie die Verhältnisse der jeweiligen Eigenschwingungen sind.
Physikalisch ausgedrückt, handelt es sich beim Schwingverhalten einer Trommel (näherungsweise) um die Impulsantwort des schwingenden Systems auf den Schlag (Impuls). Dabei bedeutet das Drehen an einer Stimmschraube eine Änderung des Systems!