Beiträge von nils

    Ich hatte mal einen mikrofonierten A/B-Vergleich gemacht mit Tom hängend vs. auf Snare-Stativ. Es handelte sich dabei um das Mapex-System zur Tom-Aufhängung.

    Tatsächlich konnte ich keinen Unterschied feststellen.

    Das könnte mit dem Mapex System zusammenhängen oder auch mit der anliegenden Stimmung. Wie stark sich die mechanische Impedanz der Anordnung tatsächlich auswirkt, hängt auch stark vom gewählten Grundton ab, genau so wie von der erzielten Entkopplungswirkung der Halterung. Es gibt für Toms auf Snarestativen u.a. den Gauger FlexFrame, der das Tom vom Snarestativ entkoppeln kann (oder auch eine Snare). Nach meiner Erfahrung bekommet man durch solche Maßnahmen, je nach Stimmung, erheblich längeres Sustain und vor allem mehr Bumms.

    Es gibt ein Dokument von Dr. Ingolf Bork, der in den 1980ern das Ausschwingverhalten von Trommeln in Abhängigkeit von der Einstecktiefe auf dem Stativrohr vermessen hat. Auch dabei spielen die Masseverhältnisse zwischen Trommel und Stativ eine Rolle, insbesondere wenn keine Entkopplungsmaßnahmen getroffen wurden, wie etwa mit Freischwingaufhängungen, die erst in den 1990ern auf den Markt kamen. Dr. Bork schreibt von der mechanischen Impedanz der Anordnung, die das Ausschwingverhalten (mit)bestimmt. Diese ändert sich mit veränderten Masseverhältnissen.

    Wurde hier schon mal gepostet:

    drummerforum.de/forum/thread/?postID=1331322#post1331322

    Ja, von mir.

    .....wirkt dann auch die masse beispielsweise der ständer an dem die toms hängen, oder umgekehrt die ständer die

    an den t. "hängen", besser damit verbunden sind.


    und wäre dann evtl. u.U. ugs. leichte hardware (ständerware) kontraproduktiv oder zumindest u.U. von nachteil ?

    Es gibt ein Dokument von Dr. Ingolf Bork, der in den 1980ern das Ausschwingverhalten von Trommeln in Abhängigkeit von der Einstecktiefe auf dem Stativrohr vermessen hat. Auch dabei spielen die Masseverhältnisse zwischen Trommel und Stativ eine Rolle, insbesondere wenn keine Entkopplungsmaßnahmen getroffen wurden, wie etwa mit Freischwingaufhängungen, die erst in den 1990ern auf den Markt kamen. Dr. Bork schreibt von der mechanischen Impedanz der Anordnung, die das Ausschwingverhalten (mit)bestimmt. Diese ändert sich mit veränderten Masseverhältnissen.

    Schließt das auch ein zusätzliches Beschweren der Kessel ein? Bei Floortoms und Bassdrum forme ich den Sound (bzw. verkürze das Sustain) derzeit mit zusätzlicher Masse und einer starren Aufstellung.

    Ja, woher die Masse kommt spielt keine Rolle. Ich lege bei Studiojobs oft Steine in die Bassdrum, um den Schub zu erhöhen.

    Die schwingende Masse ist halt kleiner bei dünnem Reso, also nimmt die Trommel weniger Schlagenergie auf.

    Wo geht die Energie stattdessen hin?


    Unabhängig von der Frage. Ist eine Trommel ein „Feder-Masse-Schwingkreis“, wobei die Luft die Masse ist und das Fell, die Felle, die Feder?

    Wenn der Stick das Fell trifft, findet eine Impulsübertragung vom Stick auf die Trommel statt. Wie viel Energie wohin gerät, hängt von den Masse- und Geschwindigkeitsverhältnissen (inkl. Richtungskomponente, also vektoriell) sowie der Elastizität der beteiligten Körper ab. Alle Energie, die der Stick nicht an die Trommel abgeben kann, muss daher im Rückprall zu finden sein.


    Die schwingende Masse besteht dabei hauptsächlich aus der Luftsäule und den Fellfolien, die Federwirkung stammt ausschließlich von den Fellen.


    Die Gesamtmasse der Trommel spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Ein Teil der Energie des Sticks wir nicht in Fellbewegungen umgesetzt, sie wandert in Bewegung des Kessels und wird damit nicht in Schall gewandelt. Je schwerer die Trommel ist, desto weniger Energie wird auf diese übertragen, weil die große Masse den Impuls quasi reflektiert. Die Energie bleibt damit in den Fellen und der Luftsäule hängen, die sie nicht lange speichern können und kommt schnell als Schallenergie wieder raus => schwere Trommeln sind lauter als leichte.

    Der Unterschied zwischen einem 15 Jahre alten Amba/Diplomat zu einem Fabrikneuen gleichen Fell (bei ansonsten komplett identischen Bedingungen, was ja immer so eine Sache ist), wäre definitiv spannend.

    Das kann man sogar sehen. Wenn man so ein altes Fell demontiert und mal von der Seite draufschaut, kann man sehen, dass es zur Mitte hin durchhängt. Wegen der langjährigen Belastungen durch die Schläge verformt sich die Folie dauerhaft, sie kommt quasi in den plastischen Bereich. Ein Fell, dass nicht mehr gleichmäßig gespannt werden kann, weil es überdehnt ist, klingt nicht mehr so gut wie in frischem Zustand.

    Auf meinem BLX, das ca 35 Jahre auf dem Buckel hat, sind noch die originalen (!) Werks-Resos drauf und ich sehe keinerlei Veranlassung, sie zu wechseln.

    Das funktioniert nach dem Prinzip vom kochenden Frosch: der Klangverlust passiert schleichend, so dass man das nicht wahrnimmt - genauso wie ein Frosch, den man ins kalte Wasser setzt und dann erst den Herd einschaltet, sich widerstandslos kochen lässt. Würdest du jetzt die Resos tauschen und alles schön stimmen, würdest den Unterschied deutlich wahrnehmen.

    Ich schreibe mir meine Sheets selbst auf Papier. Die meisten kommen ohne Noten aus, da steht dann nur der Ablauf und ggf. mal für eine Signature-Stelle die Zählzeiten von Abschlägen oder wenn's ganz hart kommt, auch mal ausnotiert. Aber ich spiele nur sehr selten genau nach Vorlage, meist erlaube ich mir eine eigene Interpretation.

    Die Herangehensweise halte ich auf jeden Fall für sinnvoller als gar nicht zu üben, nur weil man gerade keine Möglichkeit hat, an einem echten Schlagzeug zu sitzen.

    Dein Argument könntest du doch dann auf sämtliche Übungen, die man am Practice Pad durchführen kann, heranziehen.

    Klar ist das Pad besser als garnicht zu üben. Man sollte sich nur bewusst machen, dass das Grenzen hat und damit auch die Gefahr einhergeht, sich am Pad oder auch am E-Schlagzeug Bewegungsabläufe anzueignen, die nachher am akustischen Set Probleme aufwerfen. Das Pad gibt zu bestimmten Aspekten deiner Spielweise keinerlei akustische Rückmeldung, daher kannst du diese damit nicht entwickeln und auch nicht lernen, diese zu kontrollieren.

    Ich bin zugegebernmaßen, dank nils etwas verwirrt. :)


    Geht es jetzt hier in dem Thread um die mechanische Ausführung, sprich wann uns aus welchem Grund welche Schlagbewegung auszuführen ist oder geht um das Erreichen von klanglichen Vorstellungen?

    Der User @Trommelfellaz geht davon aus, dass man alles am Pad üben und danach einfach am Set umsetzen kann. Mir ging es darum klarzustellen, dass man am Pad eben nicht alles über Schlagtechniken lernen und/oder üben kann, weil die Schlagtechnik nicht nur über Spielgeschwindigkeit und Orchestrierungsoptionen entscheidet, sondern auch massiv Einfluss auf den Klang hat. Insofern ist die Übertragung vom Pad aufs Set nicht mal eben so zu machen, sondern eröffnet eine Fülle neuer Optionen, die man auch nur am realen Objekt erlernen kann.

    Hmm aber man kann doch die 4 Schlagvarianten auch am Pad üben undndann auf Schlagzeug übertragen oder nicht?

    Eine reale Trommel hat ein Schlagfell, das schwingt, nachdem es geschlagen wurde. Die Schwingungsenergie verteilt sich dabei ungleichmäßig auf dem Fell und im Gesamtsystem Trommel.


    Wie genau es schwingt hängt ab von:

    - der übertragenen Energiemenge

    - der genauen Stelle, an der der Stick auf das Fell trifft

    - den beteiligten Massen (Trommel, Stick, Fell selbst, Luftsäule in der Trommel)

    - dem Schwingungszustand im Moment des Zusammentreffens von Stick und Fell (=> der erste Schlag auf ein Fell in Ruhe wirkt anders als etwa der Zweite, wenn das Fell sich schon bewegt)

    - der wirksamen Dämpfung

    - der gewählten Stimmung

    - der genauen Spielweise (wie gut lässt du den Stick zurückprallen bzw. bremst dessen Rückprall wieder ab, presst du gar den Stick ins Fell, in welchem Winkel der Stick auf das Fell trifft, etc...)

    - entkoppelnden Maßnahmen zwischen Trommel und Stativ

    - ...


    Alles Dinge, die beim Pad so nicht vorkommen. Daher kannst du am Pad nicht lernen, wie man den Klang einer Trommel durch die Spielweise kontrolliert. Dies gilt ebenso für elektronische Trommeln.