Beiträge von nils

    Meine Wahl wäre ein Adoro Walnuss mit Ahorn-Intarsien , dünne Kessel und Kleine Größen (16er Bassdrum, 8-10-12-14er Toms). Snare...pfff...keine Ahnung, ich bin glücklich mit meiner 8er Roto-Snare, vermutlich würde ich ne passende 10er Snare zum Set mitbestellen.

    So ähnlich wie dieses, nur kleiner:


    Dazu Spizzichino-Becken, die man vermutlich nicht kriegt, aber egal.

    Tonhöhe des Crash beim normalen Crashen

    Tonhöhe eher nicht, aber Ansprache, Attackanteil und Timbre (Betonung bestimmter Frequenzbereiche) durchaus. Ich benutze meistens ein 16er Paragon Crash, manchmal aber auch ein viel leichteres und dünneres HHX Thin (oder so), das ganz anders anspricht, weshalb ich es auch ganz anders anspiele als das Paragon. In der folge hat es auch nach dem Attack etwas weniger Hochtonanteil als wenn ich es hart und direkt anspielen würde.

    (ich weiß, gute drummer holen mehr aus becken raus als anfänger)

    Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass man durch die Spielweise den Klang der Becken formen kann. Schlegelmaterial, Anschlagstärke, -winkel und -tangente mach unfassbar große Unterschiede. Ich hab z.B. lange daran geübt, dass mein Crash so verzögert klingt, wie Bonhams auf den frühen Led Zeppelin Scheiben.

    Wie immer lässt sich dabei die Physik nicht betrügen. Schwere Becken bleiben schwer und leichte bleiben leicht, steife bleiben steif und flexible bleiben flexibel.

    Für mich wirft das Thema die Frage auf, was Kreativität eigentlich ist. Zitat aus der Kolumne von Sascha Lobo auf SPON:

    Eigentlich funktioniert die Kreativität von OpenAI ungefähr wie die menschliche: Sie baut aus kleinen, mittelgroßen oder großen Versatzstücken und auch Mischmethoden aus konsumierten Inhalten mehr oder weniger neue Inhalte. In der mehr als zehn Jahre zurückliegenden Urheberrechtsdiskussion rund um das Internet hieß es: »Standing on the shoulders of giants«. Diese Einsicht stammt vom französischen Philosophen Bernhard von Chartres aus dem 12. Jahrhundert und bezieht sich darauf, dass aller kultureller und intellektueller Fortschritt auf den Leistungen vorheriger Generationen aufgebaut sei.


    Für meine eigene kreative Tätigkeit am Schlagzeug trifft das durchaus zu. Ich habe viel Musik gehört, zu Musik geübt, gecovert. Wenn ich improvisiere, bediene ich mich im Wesentlichen aus dem dabei entstandenen Werkzeugkasten.

    Wirklich Neues habe ich vermutlich eher wenig erfunden.


    Es geht weiter (Zitat Sascha Lobo):

    Woraus genau setzt sich eine kreative Leistung zusammen? Wie groß sind die Atome oder Moleküle der Kreativität? Ab wann kann oder muss man von der »Kombination von Bekanntem« sprechen? Und bis wohin sind die Bausteine der Kreativität zu klein, um irgendwie sinnvoll urheberrechtlich geschützt werden zu können oder auch nur erkannt werden, wo ergibt sich also »das Besondere, das Unerwartete«?


    Tja, und ist tatsächlich ausschliesslich das ganz besondere schützenswert? Warum ist dann die angesprochene Kaufhausmusik urheberrechtlich geschützt?


    Es kommt immer wieder zu Plagiatsprozessen, zuletzt sehr prominent mit Ed Sheeran besetzt. Aber die Frage, wo die schützbare Schöpfungshöhe ist, wird seit langer Zeit insbesondere dort ausgelotet, wo der kreative Prozess in der Zusammenstellung von Tonsequenzen anderer Leute besteht: im HipHop. Wie kurz muss ein Sample sein, damit ich es kostenfrei und ohne Genehmigung verwenden darf? Das wäre zumindest mal ein Anfangswert für die KI Diskussion.


    Ich habe mehr Fragen als Antworten.

    Ich kann für das Behringer BA19a sagen, dass es mit der EQ Einstellung am Mikro auf "Tiefmitten abgesenkt' ein Set&Forget-Teil ist. Sofern eine potente PA mit Subwoofern da ist, braucht man den Kanal nur hochzuziehen und fertig.

    Ich hab das Mikro auch und kann das bestätigen. Ich benutze es auch für Aufnahmen. Dabei lege ich es nur vor die Bassdrum, weil es für meine Ohren so noch besser klingt, als drinnen.

    Ist z.B. die Hi-Hat im Verhältnis zur Snare viel zu laut, fangen die Probleme schon viel früher an

    dazu muss ich die interne Dynamik beim Spielen beherrschen

    Die Signalkette fängt immer beim Instrument an und bei dem, der es spielt. Dazu gehört selbstverständlich die innere Dynamik. Bei dem angesprochenen Chad Smith wird das allerdings nicht ideal sein, wenn man seine Beckenbehandlung betrachtet.

    Ein straffes Programm für 12 Stunden.

    Das sehe ich auch so. Die Liste der Themen ist ziemlich umfangreich und alles in der nötigen Tiefe zu behandeln ganz schön sportlich. Allein ein halbwegs vernünftiger Stimmworkshop dauert schon 3-4 Stunden und das nur für die Grundlagen und 1-2 Übungen. Mein Intensivworkshop Drum Tuning dauert 8 Stunden und selbst dabei bleibet manches ungesagt.


    Ich hab mal einen Recordingworkshop im Rahmen eines Workshopwochenendes gegeben und mich dabei wegen des eher knappen Zeitrahmens auf eine Aufnahmetechnik mit einem Handyrecorder mit zwei Zusatzmikros plus Nachbearbeitung beschränkt. Die Teilnehmer kriegten schon das kaum verfrühstückt, weil doch schon eine ganze Menge Wissen vermittelt werden muss.

    Darf ich fragen, wie weit auseinander du dabei Schlag- und Resonanzfell gestimmt hast (die Töne an den Stimmschrauben) und welches davon höher, oder hast du beide gleich?

    Grundsätzlich stimme ich Bassdrums fast immer in die warme Zone, also Reso höher als Schlagfell.


    Aber aus zwei Gründen ist der Fokus bei der Bassdrum ein anderer, als bei Toms:


    1. Meistens ist so viel Dämpfung ("Wolldecke") im Spiel, dass es gar kein so ausgeprägtes Schwingungsgeschehen gibt, dass man sinnvoll von Klangzonen sprechen kann. Bei genügend Dämpfung kann man Schlagfell und Reso (nahezu) unabhängig voneinander betrachten. Den Kick (Attack) stellt man dabei über das Schlagfelle ein, die Tonhöhe über das Reso.


    2. Sofern die Bassdrum nicht für live mikrofoniert wird, stimme ich die Tonhöhe auf den Raum. Die Grundschwingung hat eine Wellenlänge, die in etwa den Dimensionen des Raums entspricht. Bei 55Hz ist die Wellenlänge 6,24m. In diesem Bereich haben Räume häufig sog. Raummoden, das sind Frequenzen, für die bei Anregung stehende Wellen im Raum entstehen. Trifft man mit der Bassdrum eine solche Frequenz, bleibt die Schallenergie wegen der stehenden Welle viel länger in der Luft, als ohne => die Bassdrum klingt fetter. Die meisten Räume haben im Stimmbereich der Bassdrum mehrere Raummoden, man kann dann wählen, welche einem besser gefällt.

    Mit anderen Worten: die optimale Bassdrumstimmung ist eine Frage des Raums, nicht der Trommel.


    Zu deiner konkreten Frage: der tonale Abstand zwischen den Fellen ist wurscht, solange die Stimmung im Raum gut funktioniert.

    Ich finde es sogar besser und sauberer, mich nicht so sehr auf der Hi-Hat zu verausgaben. Es ist meiner Meinung nach wenig ausschlaggebend, ob ich jetzt 16tel, 8tel oder nur die 4tel schlage, solange ich den Groove gut drauf habe.

    Es ist eine Sache, einen Groove reduzierter zu spielen, um ihn damit an die eigenen Fähigkeiten anzupassen und so wenigstens drauf bleiben zu können, was ich völlig OK finde, aber die Aussage:

    Am Groove ändert sich dadurch nichts.

    teile ich nicht. Der Groove ändert sich durchaus, deshalb sollte man genau schauen, was man wie vereinfacht, um die Charakteristik des Grooves möglichst weitgehend zu erhalten. Im Falle von Georgy Porgy sind 8tel statt 16tel sicher nicht so dramatisch.

    Wo schlägst du die jeweiligen Felle an, um diese Werte zu messen?

    Für Grundtöne (in der Mitte des Fells angeschlagen) sind alle Werte der Toms viel zu hoch. Sollten das die Obertöne, angeschlagen in der Nähe der Spannschrauben sein, kann man drüber reden.


    Ich zitiere mich mal selber aus einem anderen Fred:


    Dann: irgendwie empfinde ich besonders die 12er Tom unangenehm beim durchspielen von klein nach groß. Ich habe in Erinnerung, dass der Abstand zwischen den Toms tonal am besten bei großen und kleinen Terzen liegt, weil dann bei einer ausgelassenen Trommel eine Quinte bei rumkommt. Das würde ich gerne ausprobieren.

    Das mit den großen und kleinen Terzen kommt von mir. Bei einer Quinte liegt der durch den Zweiklang entstehende Differenzton (Hüllkurvenmodulation) genau eine Oktave unter dem tieferen der beiden (Grund)töne => fett!


    Nun zu deiner Tomreihe. Wenn du es eher tief magst, wäre meine Wahl etwa so:

    16: 70 Hz

    14: 90 Hz

    12: 105 Hz

    10: 135 Hz

    8: 157 bis 158 Hz


    Dabei würde ich wahrscheinlich das 16er in die flache Zone stimmen (Reso tiefer als Schlagfell), evtl. ebenso das 14er, je nachdem, wie es sich benimmt, alle anderen in die warme Zone (Reso höher als Schlagfell).


    Alle Angaben beziehen sich auf die Grundtöne, also angeschlagen in der Fellmitte. Aus meiner Sicht ist es müßig, Tonhöhen als musikalische Noten anzugeben, weil einerseits die Trommeln im Orff'schen Sinne Geräusche produzieren und keine Töne, andererseits kann ich mit konkreten Frequenzangaben direkt rechnen. Für den maximalen Differenztoneffekt kommt es eben auf exakte Frequenzverhältnisse an und eben nicht auf harmonische Zusammenhänge aus der Musiktheorie, weil wir hier von Physik sprechen.

    Ich bin doch nicht Mittelpunkt der Erde.

    Vielleicht doch, schau mal auf Google Maps. ;)


    Wenn jemand fehlt, nennt es einfach Registerprobe.

    Grundsätzlich sind Registerproben sehr hilfreich. Dabei offenbart sich sehr schnell, wer seine Parts richtig kann und wer von anderen Instrumenten und/oder Gesang abhängig ist. Ich finde, jede(r) in der Band sollte jeden Song alleine (und dabei richtig) spielen können.


    Derzeit spiele ich ja ein einem Trio, das noch dazu eine Jamband ist, da sind Registerproben nur bedingt sinnvoll, machen wir aber gelegentlich trotzdem.

    Das Topbecken ist wirklich so hoch montiert, dass wenn der linke Fuß gelöst ist, das Top-Becken wie ein Crash angeschlagen werden kann, ohne das Bottom zu berühren?

    Das würde ich nicht so machen. Hihat als Crash-Ersatz heißt bei mir, dass die Becken nur ganz leicht geöffnet sind und durch deren Berührung ein Rauschen entsteht. Wenn ich Hihats kaufe, ist für mich deren wichtigste Eigenschaft, dass sie im leicht bis halb geöffneten Zustand angenehm rauschen.

    Wenn ich mein Zeug nach einem Gig im Proberaum wieder aufbaue, stelle ich manchmal nur Bass, Snare und Hihat hin, um mich herauszufordern. Dann crashe ich auch die Hihat. Allerdings habe ich das so im Studio noch nicht probiert. Vermutlich kommt es auf die Lautstärke an, die man dabei produziert. Wenn du die Hats leise ancrashst, sollte es eigentlich kein Problem geben. Ein häufiges Problem bei Schlagzeugaufnahmen ist, dass die Becken zu laut gespielt werden. Wenn man das in den Griff kriegt, kann man alles machen.


    My2cents