Beiträge von nils

    Ich nehme an, die Terz soll Eine große (nicht grobe) sein und Deine Quiten sind keine reinen, sondern übermäßige Quinten.

    Nein, das ist schon genau so gemeint, wie es da steht. Es kommt ja nicht darauf an, dass zwischen zwei benachbarten Trommeln mit 2 Zoll Größenunterschied eine Terz anliegt, sondern, dass zur übernächsten Trommel (also 3 oder 4 Zoll Differenz) eine Quinte anliegt. und genau so mache ich das dann auch. Bei vier Toms stimme ich zwei Paare auf Quinten und sehe zu, dass die Intervalle der Paare zueinander einigermaßen ausgewogen sind.


    Die am Schlagzeug gemessenen "Töne" reflektieren lediglich die Grundfrequenz. Die (disharmonischen) Obertöne machen unsere Trommeln dann "unmelodiös".

    Ja, dem stimme ich zu. Das ändert aber nichts an der Physik. Die dominanten Grundfrequenzen der Trommeln bilden als Zweiklang Summen- und Differenztöne aus (nach Art einer Hüllkurvenmodulation), die das Klangbild beeinflussen.


    Weil die Grundtöne von Schlagfell und Reso bei einer Trommel immer identisch sind, wenn beide Felle montiert und nicht gedämpft sind. Das sind sie auch dann, wenn die Felle unterschiedlich stark gespannt sind. Daher ist die Fundamental Frequency eines Fells bei einer zweiseitig befellten Trommel nur eine theoretische Größe, die in der Praxis nicht erklingt und auch nicht gemessen werden kann (Ausnahme: beide Felle sind exakt gleich gestimmt). Weil das so ist, stimmt man ja eben bei Tunebot und Co. nach der Lugfrequency, die eine der Oberschwingungen der theoretischen Grundfrequenz ist und im Gegensatz zu dieser für jedes Fell getrennt auch messbar ist.

    Das sehe ich nicht ganz so. Die Grundtöne der beiden Felle sind tatsächlich meistens unterschiedlich, aber durch die Kopplung der beiden Schwingungen über die Luftsäule und die Trommel selbst, kann keines der Felle mit seinem eingestellten Grundton schwingen. Das macht die Grundtöne aber nicht identisch, sondern ergibt lediglich einen dominanten Grundton der Trommel als ganzes schwingendes System. Außerdem ist im Verlauf des Sustains der dominante Grundton der Trommel nicht konstant, sondern er wandert vom Schlagfell zum Reso. Man kann am Verlauf der Grundtonkurve erkennen, welches der beiden Felle höher und welches tiefer gestimmt ist. Das geht sogar übers Telefon.

    Die von Nils erwähnten Quinten würden für das 10er und 16er ja einen Abstand von 14 Halbtonschritten ergeben. Das erscheint mir übrigens schon ziemlich viel.


    Also, ohne die einzelnen Intervalle zu genau einstellen zu wollen, wähle ich üblicherweise
    => pro zwei Zoll Differenz eine grobe Terz, sodass für
    - vier Zoll Differenz eine Quinte entsteht, alternativ stelle ich auch bei
    - drei Zoll Differenz Quinten ein.
    So muss man nicht zu weit an die Grenzen der Stimmbarkeit einzelner Trommeln gehen.


    Die Quinten ergeben bei gleichzeitigem Anschlag einen Differenzton, der genau eine Oktave unter dem tieferen der beteiligten Töne liegt => FETT!


    Das wären eigentlich eine Quinte von 10 zu 14 Zoll und eine von 12 zu 16 Zoll. Da in deiner Tomreihe kein 14er vorhanden ist, muss man die Sache also anders angehen - oder eben auch nicht. Dein 10er kommt mir mit 155 Hz schon recht hoch vor. Wie wäre es mit einer Terz 10=>12 und einer Quinte 12=>16?


    VG, Nils

    Dass man einen Teppich mit Zigarettenpapier dämpfen müsste wäre wohl
    der Beweis für einen Konstruktionsfehler.


    Gut möglich, dass die Konstruktion oder die Fertigung einen Fehler gemacht hat. Aber der Trick mit dem Papier hat mir im Studio schon ein paar mal geholfen, denn dort hat man die Mikros so nah dran, dass Nebengeräusche sehr viel stärker ins Gewicht fallen, als sonst.

    Also,


    du könntest versuchen stimmtechnisch etwas zu ändern. In der flachen Zone, also Reso tiefer gestimmt als das Schlagfell, raschelt der Teppich normalerweise weniger als bei anderen Stimmungen. Dabei kannst du sogar den gewünschten Grundton beibehalten.
    Ein anderer Ansatz wäre, ein Zigarrettblättchen zwischen Teppich und Reso zu stecken. Experimentiere einfach mit der Position, um die Dämpfungswirkung einzustellen.


    Wenn beides nichts hilft, wäre der nächste Schritt, einen kürzeren Teppich zu verenden, also einen für 12" oder 13" Snares.


    Wenn das alles nicht hilft, ab zum Trommeldoktor und Snarebed neu schneiden lassen.


    My 2cents, Nils

    Die Trommel wird sich nicht verziehen, weil keine Fell drauf ist. Sowas passiert eher, wenn das Fell sehr ungleichmäßig gespannt wird.


    ABER,
    eine offen daliegende Gratung kann leicht beschädigt werden, insbesondere beim Transport. Ich hatte früher auch mal Toms ohne Resos und habe wegen des beschriebenen Problems die alten Resos so großflächig ausgeschnitten, dass nur ein kleiner Rand übrig war und habe sie dann wieder montiert. Auf diese Weise war die Gratung geschützt, aber der Sound wie bei Phil Collins :D

    Wenn ich das so lese, muss ich meinem Vorschreiber zustimmen. Die aus meiner Sicht beste Lösung wäre eine Raum-in-Raum Konstruktion, also eine schalldichte Kabine. Die kann man auch so bauen, dass sie in 2 Jahren mitgenommen werden kann, sie hat keinen Kontakt zur Trennwand und kann weitgehend von der Bodenplatte entkoppelt werden.
    Hierzulande ist so eine Kabine für etwa 1000 Euro machbar, es gibt einige Freds dazu im Forum.

    Also,
    bei der Minderung der Übertragung von Schwingungen kommt es auf die mechanische Impedanz der Anordnung im Frequenzverlauf an. Das Ziel ist, das Schlagzeug vom Boden möglichst weitgehend zu entkoppeln.
    Dies geschieht erst mal durch die beweglichen/stauchbaren Elemente, die auch einen Teil der Schwingungsenergie über innere Reibung in Wärme umsetzen.


    Nun ist es aber so, dass, je leichter die Platte zwischen dem Set und den (Ent-)Kopplungselementen (Tennisbälle) ist, desto mehr wird sie sich bewegen, also wird mehr Energie nach unten übertragen. Außerdem ist die Platte selbst ein Resonanzboden.
    Erhöht man die Masse (z.B. mit Waschbetonplatten), erhöht sich die mechanische Impedanz und es wird ein größerer Teil der Energie reflektiert. So kommt weniger Energie bei der Platte und den Kopplungselementen an => weniger Körperschallübertragung UND weniger Plattenschwingungen.


    Merke: bei Schallisolierung/Entkopplung ist Masse durch nichts zu ersetzen. Deswegen sind Bunker auch so beliebt als Übungsraum.


    My 2Cents

    Es geht hier nicht nur um technische/motorische Abläufe, sondern auch darum, die Mitspieler näher kennen zu lernen, wie die Mitmusiker ticken, zusammen auf den Punkt zu kommen, der nicht notwendigerweise der mathematisch exakte Punkt ist. Es geht darum, einen gemeinsamen Groove zu entwickeln. Man kann auch zusammen schwanken und dabei gut klingen :D


    Was mir und meinen Bassisten geholfen hat:


    Man kann zusammen, am besten mit Klick, 4teln und 8teln, bis es richtig sitzt. Beginnt mit langsamem Tempo (40) und steigert langsam in 10er Schritten bis 100 (oder mehr). Gerade ganz langsames Tempo ist extrem schwer auf die Reihe zu kriegen.


    Dann kann man im nächsten Schritt mal das Klick auf die UNDs legen und wieder zusammen 4teln und 8teln. Das erhöht enorm die Orientierung in den Subdivisions. Dazu könntest du mal dieses Video von Rob Brown anschauen:
    [video]

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    [/video]


    Ich spiele mit meinem Leib- und Magen-Bassisten häufig Betonungen synchron. Nehmt euch einen akzentuierten Groove her und spielt ihn LAAANGSAM so lange, bis es wirklich tight klingt und steigert erst dann das Tempo. So hat's bei mir/uns geklappt.


    Mit einer anderen Band habe ich mal Lauf- und Klatschübungen gemacht, um das gemeinsame Rhythmusgefühl zu stärken.


    P.S.: Nehmt euch bei den Übungen auf und hört euch das Ergebnis genau an, dann findet ihr die Schwachstellen.

    Eventuell ist mit einem neuen Pad, welches man auf eine Beckenstativ schrauben kann, mehr erreicht. Die sind oft auch kleiner und als "Laptop" unterwegs zu gebrauchen.


    Ich hab sowas zu Hause gemacht, um ein Set aus Übungspads zu bauen:



    Die Pads an den Beckenstativen könnte man auf beinahe beliebige Höhen schrauben.

    Hallo,


    tja, interessante Frage. Kurz zusammengefasst:


    Grundsätzlich gibt es diverse Kategorien des instrumentalen Wirkens, nach denen man sein Können beurteilen kann (Zitat aus einem Post von mir aus einem anderen Fred).
    In jeder Kategorie stellt sich die Frage nach dem Mindeststandard. Die Antworten werden je nach musikalischem Genre unterschiedlich ausfallen.



    Ich persönlich bin überzeugt, dass Rudiments helfen können, aber es sind sicher nicht alle essenziell. Die wichtigen sind nach meiner Einschätzung:
    - rlrl
    - rrll
    - rlrr lrll (in allen Permutationen)
    - rlrlrr lrlrll (mit der Naningo-Variante rlrlrr lrlrlr)
    - Flams


    Geschwindigkeit ist extrem genreabhängig. Bei mir ist irgendwo zwischen 180 und 200 Schluss, für die Sachen, aber die ich so spiele reicht das.


    Doppelpedal hab ich mal probiert, brauche ich aber auch nicht, wäre für mich nicht essenziell.


    Metren, die man können sollte: 4/4, 3/4, 6/8, 9/8, 12/8, alles sowohl binär als auch ternär.


    Dynamik ist aus meiner Sicht sehr wichtig, sowohl innere Dynamik (Verhältnis der Lautstärken zwischen den Trommeln und Becken) als auch äußere Dynamik (Gesamtlautstärke). Wenn man das nicht kann, klingt man sehr statisch.


    Natürlich sollte man wissen, was man kann und vor allem, was nicht. Das was man spielt, sollte sicher abrufbar sein und passen.


    Ich bin da wohl voreingenommen, aber aus meiner Sich gilt immer noch:
    Der Ton macht die Musik.
    Der (eigene) Ton entsteht im Zusammenspiel von Material, Stimmung und Spielweise. Man sollte unbedingt stimmen lernen, weil man damit neben Geld auch noch Noten sparen kann. Wer gut klingt, hat Recht. (sic)


    Mein Leitsatz: Musik machen ist wichtiger als Noten zu spielen.
    Das Zusammenspiel mit anderen Leuten ist für mich wirklich essenziell. Für eine Solokarriere reicht es bei den meisten nicht.

    Ich persönlich denke, dass die Makrotime, also das Halten des Tempos, in vielen Situationen überschätzt wird.

    So denke ich auch. Eine Click-genaue Makrotime hilft vor allem beim (Zusammen-)Schneiden von Spuren. Im Livebtrieb brauchen die meisten Stücke das nicht.


    Wohingegen die Mikrotime, also die präzise, gleichmäßige Aufteilung der Subdivisionen (16tel, Triolen etc.) für mich den Unterschied macht. Schlagzeugspuren mit unpräziser Mikrotime klingen einfach nicht gut.

    !!! Der persönliche Groove entsteht dabei durch leichte, aber verlässliche, Abweichungen vom maschinengenauen Spiel.