Beiträge von nils

    Hallo,


    tja, interessante Frage. Kurz zusammengefasst:


    Grundsätzlich gibt es diverse Kategorien des instrumentalen Wirkens, nach denen man sein Können beurteilen kann (Zitat aus einem Post von mir aus einem anderen Fred).
    In jeder Kategorie stellt sich die Frage nach dem Mindeststandard. Die Antworten werden je nach musikalischem Genre unterschiedlich ausfallen.



    Ich persönlich bin überzeugt, dass Rudiments helfen können, aber es sind sicher nicht alle essenziell. Die wichtigen sind nach meiner Einschätzung:
    - rlrl
    - rrll
    - rlrr lrll (in allen Permutationen)
    - rlrlrr lrlrll (mit der Naningo-Variante rlrlrr lrlrlr)
    - Flams


    Geschwindigkeit ist extrem genreabhängig. Bei mir ist irgendwo zwischen 180 und 200 Schluss, für die Sachen, aber die ich so spiele reicht das.


    Doppelpedal hab ich mal probiert, brauche ich aber auch nicht, wäre für mich nicht essenziell.


    Metren, die man können sollte: 4/4, 3/4, 6/8, 9/8, 12/8, alles sowohl binär als auch ternär.


    Dynamik ist aus meiner Sicht sehr wichtig, sowohl innere Dynamik (Verhältnis der Lautstärken zwischen den Trommeln und Becken) als auch äußere Dynamik (Gesamtlautstärke). Wenn man das nicht kann, klingt man sehr statisch.


    Natürlich sollte man wissen, was man kann und vor allem, was nicht. Das was man spielt, sollte sicher abrufbar sein und passen.


    Ich bin da wohl voreingenommen, aber aus meiner Sich gilt immer noch:
    Der Ton macht die Musik.
    Der (eigene) Ton entsteht im Zusammenspiel von Material, Stimmung und Spielweise. Man sollte unbedingt stimmen lernen, weil man damit neben Geld auch noch Noten sparen kann. Wer gut klingt, hat Recht. (sic)


    Mein Leitsatz: Musik machen ist wichtiger als Noten zu spielen.
    Das Zusammenspiel mit anderen Leuten ist für mich wirklich essenziell. Für eine Solokarriere reicht es bei den meisten nicht.

    Ich persönlich denke, dass die Makrotime, also das Halten des Tempos, in vielen Situationen überschätzt wird.

    So denke ich auch. Eine Click-genaue Makrotime hilft vor allem beim (Zusammen-)Schneiden von Spuren. Im Livebtrieb brauchen die meisten Stücke das nicht.


    Wohingegen die Mikrotime, also die präzise, gleichmäßige Aufteilung der Subdivisionen (16tel, Triolen etc.) für mich den Unterschied macht. Schlagzeugspuren mit unpräziser Mikrotime klingen einfach nicht gut.

    !!! Der persönliche Groove entsteht dabei durch leichte, aber verlässliche, Abweichungen vom maschinengenauen Spiel.

    Zitat

    die Silent Sticks gefunden, wohl ehemals lidwish sticks (sehen jedenfalls genauso aus), von Adoro.


    Ich hab welche und benutze sie gelegentlich. Es ist schon eine Umstellung, weil die Sticks ziemlich leicht sind, aber seit Adoro sie selbst fertigt, ist die Gewichtsverteilung verändert worden, sodass der Schwerpunkt etwas weiter Richtung Spitze gewandert ist, was ich sehr angenehm finde. Der Attackton der Silent Sticks ist tatsächlich dem normaler Sticks sehr ähnlich, aber deutlich leiser und damit ist das Ergebnis näher dran am "normalen" Schlagzeugsound, als mit Rods.


    Früher kamen die Sticks als Lidwish aus Hawaii, aber weil die nicht die Mengen liefern konnten, die Adoro als Vertrieb hätte verkaufen können, werden die jetzt von Adoro als Lizenzproduktion hergestellt.

    Der Klang von Messingbecken ist suboptimal, ich denke, da sind sich hier alle einig.


    Eingeschränkte Zustimmung: die über die typischen Vertriebswege verfügbaren Messingbecken sind in der Regel klanglich nicht so überzeugend.


    Aber: das liegt nicht an der Legierung, sondern an der Verarbeitung.
    Die üblichen Messingbecken werden von einer großen Rolle Messingblech gezogen und in einer hydraulischen Presse in einem Schritt geformt und gestanzt, Label draufgedruckt und fertig.
    Mit einer ordentlichen Hämmerung klingt Messing allerdings sehr gut. Ich war letztes Jahr im Januar bei Chris Kamin zum Beckenmacherworkshop. Dort habe ich einen Messingrohling ausführlich gehämmert. Das Ergebnis ist so überzeugend, dass dieses Becken jetzt mein Haupt-Ride ist.


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    Habe die Fußmaschine fest mit dem Ständer des Pads verbunden, so wie es sein sollte. Aber mit jedem Kick bounct der Schlägel(?) vom Pad minimal ab und verursacht so neben dem eigentlichen KICK eben auch noch jedes mal eine kleine "Roll". Habe schon versucht die Position aus der Mitte nach außen zu setzen, mit mäßigem Erfolg.


    Dieses Phänomen heißt "prellen" und kommt auch bei akustischen Bassdrums vor. Entscheidend ist die Fußtechnik: versuche mal so zu spielen, dass der Schlägel frei zurückschwingen kann, dann prellt er nicht mehr.

    Die Entzündungen müssen verschwinden.


    Also, man muss unterscheiden zwischen


    Arthrose = Gelenkverschleiß und


    Arthritis = Gelenkentzündung.


    Häufig ist eine Arthrose die Folge fortgesetzter oder wiederholter Arthritis oder aber von einseitiger Be-/Überlastung eines Gelenks. Beim Trommeln kann eine Arthrose die Folge mäßiger Spieltechnik sein.
    => Beide Erkrankungen gehen mit Gelenkschmerz einher. Allerdings ist bei der Behandlung der Arthrose Bewegung das Mittel der Wahl (immer in Bewegung bleiben), bei Arthritis kommt es auf die Ursache an.

    Ich habe Arthrose in den Zehen. Schmerz ist normalerweise nicht so dramatisch, etwas Anlaufschmerz ist mal dabei. Bei Arthrose gilt eigentlich immer: in Bewegung bleiben. Muskulatur stärken, damit die Gelenke gestützt werden. Also in deinem Fall: Griffkraft stärken, z.B. mit einer Fingerhantel und/oder Powerball.

    Auch wenn ich hier einen halbtoten Faden wieder erwecke :whistling: , ich habe sehr gute Erfahrungen mit Rob Browns Methode gemacht:https://www.youtube.com/watch?v=FTdXOWKIQc4

    Naja, er erzählt erst mal nix falsches, aber das sind max 10% von dem, was es noch alles zu sagen gäbe. Anleitungen nach dem Motto "Dies Fell so und das andere so und du wirst glücklich..." propagieren eine stark verkürzte Sicht auf die Materie.

    Zitat

    Warum wird die BD und Snare in die Mitte gepannt, wenn ich die ja in der Regel schon genau mit gleichem Abstand,

    Naja, die Overheads sind in der Regel nicht alles. Wenn man bei der Aufnahme zusätzlich für die einzelnen Trommeln jeweils eigene Spuren mit Nahmikrofonen aufnimmt, dann müssen die im Mix irgendwie gepant werden. Im Idealfall genau dorthin, wo sie im Stereobild der Overheads zu hören sind. Dann noch ein Laufzeitausgleich gegen die Kammfilter und korrekt pegeln....aber auch die verheads müssen gepant werden. in der regel ganz nach links und ganz nach rechts. Macht man das nicht, bekommt man Kammfilter (Laufzeit/Äquivalenzstereo). Pant man beide in die Mitte, hat man Mono.
    Sofern man nun Bassdrum und Snare genau mittig platziert hat, sind Hihat, Toms und Becken über die Breite verteilt. Snare und Bass sind so aber genau in die Fresse (um es mal etwas plastischer zu formulieren). Für viele Musikstile ist genau dies zielführend.


    Zitat

    Zu Was dann Stereo Aufnehmen,

    Nun ja, siehe oben.


    Zitat

    Und was/wie ist das mit dem Bus und seinen Ebenen und Bezug Mitmusiker.

    Man tun in der Regel gut daran, das Schlagzeug insgesamt nicht zu breit zu machen, damit genügend Platz für die anderen Instrumente bleibt.


    sehr beliebt und interessant ist auch die verwendung eines Wurstmikros.
    Die "Wurst" geht auf Moses Schneider zurück, der aber sagt es sei ursprünglich
    gar nicht seine Erfindung.
    Dabei wird mitten ins Set ein Mikro gestellt und hart kompremiert dem Mix zugemischt.
    Auch ein Schmutzmikro (neudeutsch dirt mic) welches irgendwo im Raum hinter einem alten
    Pizzakarton oder auch im Schrank oder vor der Tür steht kann dem Drummix noch das gewisse etwas verpassen.

    Jau, Wurst und Schmutzmikro sind super! Echt Rock'n'Roll!

    Sollte man das Schlagzeug eigentlich eher als Ein ( als gesamtes) Instrument sehen.

    Ein Stereopaar als Hauptmikrofonsystem bildet ja genau diesen Ansatz ab. Dabei ist aber die etablierte Hörerwartung, dass Bassdrum und Snare in die Mitte gepant werden. Gerade bei der Bassdrum ist das auch sinnvoll, weil die Wiedergabe viel Leistung benötigt, die am besten symmetrisch auf die Lautsprecher verteilt werden sollte.


    Jetzt bloß auf den Auftreffpunkt/Schlagpunkt zu reduzieren ist ja fast schon Frevel und würde ja allein schon optisch einer schönen Grossen Trommel gar nicht gerecht werden.

    Die Richtungsortung des Gehörs findet aber primär über den Attackanteil der Trommeln statt, weil die darin enthaltenen Frequenzen ausgewertet werden. Unterhalb von 250 Hz hat der Mensch kein Richtungshören, was daran liegt, dass primär die Laufzeitdifferenz durch das Gehör ausgewertet wird, die Intensität spielt eine geringere Rolle.


    Die Snare z.B. versteckt sich nicht selten, zwar nicht immer genau mittig, aber meist (nicht immer) hinter BD. Wäre also eher was Richtung "Tiefe"
    Optisch gesehen konzentriert sich doch, vieles, bei einem "normal" großen Set, doch vieles um oder Nahe einen eher "Punkt" oder besser Stelle.
    Also, eher dahin evtl. als Ein Ganzes (Instrument) zu sehen. Je weiter ich als Zuhörer und Zuseher weg stehen, desto mehr "schrumpft`s".

    Die Tiefenstaffelung im Mix wird im Wesentlichen über die Anfangszeitlücke des Reflexionsanteils der jeweiligen Spur bestimmt. Je größer diese ist, desto näher wird ein Instrument wahrgenommen.
    Die Stereobreite des Schlagzeugs als Ganzes wird über die Positionierung der Mikrofone eingestellt. Bei Intensitätsstereofonie passiert dies über den Anstellwinkel der Mikros zueinander (XY) bzw. über den GAIN des Mitte- oder Seitenkanals (MS). Bei Laufzeitstereofonie ( AB ) oder Äquivalenzstereofonie (ORTF, NOS, Glyn Johns, Recorderman) kommt bei der Richtungsortung noch der Zeitversatz einer Signalquelle je nach Abstandsunterschied zu den beiden Mikros hinzu.
    Wie breit man das Set im Mix macht, ist eine Geschmackssache, der Einsatz der verschiedenen Positionierungen hängt vom Zweck ab, z.B. ob die Aufnahme monokompatibel sein muss.


    Ich könnte noch sehr viel dazu schreiben, aber das würde ein Buch füllen (oh, hat es ja schon).

    Bei 2BD ist dies auch nicht möglich.

    Wie verteilst du bei 2 Kicks die Signale im Stereobild? Wenn du sie von den Overheads fernhälst, kannst du sie ja auch beide in die Mitte schieben.
    Grundsätzlich hat ein komplett separiertes Bassdrumsignal auch den Vorteil, dass man einzelne Schläge leicht schieben kann, wenn die nicht richtig sitzen. Wenn sie stark im Overheadsignal sind, wird das schwieriger.

    In den Videos wird die Aufnahmephilosophie vertreten, dass der Klang des Schlagzeugs maßgeblich auf den Overheads basieren soll. Ich teile diesen Ansatz für die meisten Musikstile, aber es ist nicht der einzig mögliche. Insbesondere in härten Gangarten mikrofoniert man gerne alles einzeln (aufgenommen als Monospuren), auch die Becken, und macht das Stereobild an der Konsole.

    Fernab von AB, XY, ORTF, Recorderman, Mid/Side und Glyn Johns gibt es noch zwei weitere Techniken für's Drum-Recording, die ein Schattendasein fristen.
    Vielleicht weiss jemand wie man es nennt. Es wird von George Massenburg eingesetzt.
    https://youtu.be/odrjwr8a4VI?t=138
    https://youtu.be/OZOVZQgXl9k?t=44


    Der Ansatz, die Overheads immer gleich weit von Bassdrum UND Snare zu platzieren, sollte für ALLE Mikrofonierungen gelten, auch die Klassiker, die oben aufgelistet sind. Mindestens die Snare gehört genau in die Mitte. Die Stereoachse verläuft dabei durch die Snaremitte und den Auftreffpunkt des Schlegels auf den Bassdrumschlagfell.
    Was man bei Herrn Massenburg sieht, ist ein asymmetrisches groß-AB und nicht so ungewöhnlich.


    Ein wertvoller Tipp ist sein Ansatz der Bassdrummikrofonierung. Man kann durch Veränderung des Abstands des etwas entfernten Mikros die Bassdrum pitchen. Da die Basisfrequenz sehr niedrig ist, erreicht man durch den Zeitversatz der beiden Spuren von Nahmikro und entferntem Mirko eine Impulsverbreiterung, was nichts anderes ist, als dass die Trommel sich tiefer anhört, als sie akustisch klingt. In einem gewissen Rahmen kann man diesen Effekt durch Variation des Abstands einstellen. Zu weit weg entsteht allerdings ein Flam. Das kann man natürlich auch später am Rechner noch machen. Man könnte das auch mit nur einem Mikro machen, indem man die eine Spur in der DAW kopiert, die Höhen rausnimmt und etwas nach hinten schiebt.



    Einigen wird es sicher bekannt sein (Blumlein). https://youtu.be/2GkDCGpVuBs?t=32


    Blumlein hat für Schlagzeugaufnahmen den Nachteil, dass die Reflexionen von der Deckenseite sehr stark eingefangen werden, da die Mikrofone echte 8ten sind und somit über der Mikrofonanordnung ein Aufnahmewinkel von 75 Grad entsteht, der symmetrisch zu dem unterhalb ist. Wäre nicht meine erste Wahl.