Ich wurde übrigens hier im Forum, nachdem ich unwissender Weise zuvor etwas anderes behauptet hatte, darüber aufgeklärt, dass es gar nicht möglich ist, eine Schlagzeug-Trommel auf einen Ton zu stimmen.
Was wiederum leider falsch ist. Dieses hartnäckige Gerücht geht auf Carl Orff zurück, lässt sich aber nicht durch die Physik belegen. Im Gegenteil.
Ein Trommel ist sehr wohl auf einen Ton stimmbar. Jede Trommel hat je nach Stimmung einen dominanten Grundton (gelegentlich im Verlauf des Sustrain auch zwei). Lediglich die Obertonreihe ist nicht harmonisch.
Das schränkt die Nutzbarkeit als musikalische Note ein, bedeutet aber nicht, dass es nicht möglich ist.
Man kann das Obertonspektrum stark aufräumen, indem man das Reso wesentlich höher stimmt als das Schlagfell. Das kann so weit gehen, dass der Grundton des Schlagfells aus dem Klangbild fast vollständig verschwindet und der erste Oberton zum dominanten Grundton wird. Darüber sortiert sich die Obertonreihe dann sogar annähernd harmonisch. So funktioniert das auch bei der Pauke*.
Zwei Hauptprobleme sind zu beachten:
1. Trommeln verstimmen sich sehr schnell und daher liegt man schnell wieder knapp daneben, was zumeist unschön klingt.
2. Auf welche musikalischen Noten soll ich meine Trommeln stimmen - die Harmonien wechseln in der Musik ständig, so dass es schwierig ist sich für passende Noten zu entscheiden. Bei Aufnahmen mag das noch gehen, aber live?
Nils
P.S.:
@crudpats: es gäbe für den interssierten Leser einige wissenschaftliche Abhandlungen dazu zu lesen. Ich habs nur sehr kurz zusammengefasst.
Selbstverständlich hat die Pauke kein Resonanzfell. Das Verschwinden des Obertons im Klangbild basiert auf der Federwirkung der im Kessel enthaltenen Luft auf den Grundton. Dieser hat die maximale Schwingungsamplitude genau in der Mitte des Fells und kann nur dann durchschwingen, wenn die Luftsäule darunter verdrängt werden kann. Das relativ geringe Volumen des Pauken-Kessels im Verhältnis zum Durchmesser maximiert die Federwirkung. Für alle Obertöne gibt es mindestens zwei gegenphasige Schwingungen, für die die Luft im Kessel nicht komprimiert werden muss, sondern quer hin und her bewegt wird.
Analog dazu klart das Klangbild eines z.B. Toms auf, wenn man für eine solche Federwirkung sorgt, indem man das Reso schön hoch stimmt.