Hallo,
ich denke, dass man differenzieren muss, um welchen Markt oder welches Marktsegment es jeweils eigentlich geht.
Wie schon vorher jemand schrieb, gibt es Segmente, in denen nur 150% zuverlässige Profis ran dürfen, wie z.B. live im Fernsehen. Dort hat man sicher keine Amateure, die die Gagen versauen. Mich würde interessieren, ob auch dort die Gagen in den letzten Jahren gesunken sind. Ist hier jemand, der das weiss?
Im Segment der Autorenmusiker, also Leute, die ihr eigenes Zeug spielen, war es immer schon schwierig, wenn man nicht bekannt ist, für den Gig auch noch Geld zu bekommen. Da hängt die Gage nun mal klar davon ab, wie viele Leute man zieht und es versaut auch niemand dem anderen die Gage, denn man sollte Äpfel und Birnen nicht vergleichen - es ist einfach anderes Material.
Das bedeutet, es geht im Wesentlichen um Auftragsmusik - Coverzeugs, Gala, Tanzmucken.....wo sich das Drama abspielt, dass ggf. mehr oder weniger ambitionierte Wochenendmucker denen das Wasser abgraben, die sich entschieden haben davon leben zu wollen (und es dann auch müssen).
Das Hauptproblem in diesem Segment ist aus meiner Sicht, dass Qualität nur sehr eingeschränkt eine Rolle spielt. Den Leuten ist es wurscht, ob die Band gut ist, oder ob alle Instrumente aus der Zauberkiste kommen und die Sänger nur ein wenige dazu trällern, während die "Musiker" ein Playback abliefern.
Daher geht es über den Preis. Und beim Preis sind die besonders konkurrenzfähig, die das Geld nicht unbedingt brauchen, oder aus einem Land kommen, in dem das monatliche Durchschnittseinkommen dramatisch niedriger ist, als in Deutschland. Sven erwähnte oben schon die 9 Polen.
Machen wir uns nix vor: aus dem Osten kommen hervorragend ausgebildete Musiker, die Qualität zum kleinen Preis liefern können. Natürlich nicht alle, aber genügend, um für heimischen Musikern zum Problem zu werden - nicht nur da, wo Qualität zweitrangig ist, sondern auch da, wo sie gefordert ist.
Nils