So Leute, die Snare ist da!
Sie ist sehr schwer und solide, allerdings sind schon einige kleine Macken dran - nur Kleinigkeiten, aber diese lassen vermuten, dass es sich wirklich um "Shine" B-Ware handelt.
Im Einzelnen sind dies: eine Lackträne am oberen Spannreifen, an einer Stelle eine leichte Metallverfärbung auf dem Korpus unter dem Lack (allerdings so unauffällig, dass ichs nicht mal fotografieren konnte) und eine unschöne sichtbare Kesselnaht innen (von aussen aber sauber verarbeitet und nicht sichtbar).
Ansonsten sehr solide verarbeitet, der Kessel ist locker 1 - 1,5 mm dick!!
Auch sind alle Böckchen mit Gummi unterlegt, der Strainer ist komplett aus Metall (kein billiges Plastik) und funktioniert hakelfrei, alle Schrauben sind mit Nylonscheibe und Metallscheibe versehen (und sie laufen sahnig leicht in ihren Gewinden - hoffentlich lösen sie sich nicht auch genauso leicht wieder
).
Der Kessel ist genug unterdimensioniert, so liegen die Fellreifen nicht am Kessel an oder sind gar verklemmt (rundum ist mindestens 2mm Platz zwischen Kessel und Fellreifen) - die Felle können also frei schwingen und sind wirklich erstaunlich leicht stimmbar.
Was mich zunächst etwas stutzig gemacht hat, ist die absolut rund!! ausgeführte Gratung (ich hoffe, man kann das auf dem Foto erkennen) - sauber und gleichmäßig gemacht (auch beim Snarebed), aber keine scharfe Gratung, wie ich es von anderen Snares gewöhnt bin.
Der Teppich ist leider nur mit zwei Kunsstofflaschen befestigt, ist aber schon für richtige Nylonbandbefestigung vorgerüstet (Aussparungen für das Band sind schon eingepresst).
Dennoch ließ sich relativ schnell ein, in meinen Ohren schöner, Klang erreichen (bei etwa mittelhoher Spannung) - durch die runde Gratung und die Gussreifen ist der Ton auch ohne zusätzliche Dämpfung schon ziemlich trocken.
Am Dienstag wird die Snare zunächst mal mit meiner Band getestet - setzt sie sich da auch durch, behalte ich sie, denn im Proberaum klang sie irgendwie schöner als meine Ludwig SuSe (auch nach Ansicht meines Sohnes, der sie mit mir zusammen angetestet hat). Und das bei ähnlicher Stimmung und erheblichen Preisunterschiedes
.
Wahrscheinlich wird sie aber nicht so klangflexibel sein, wie die Ludwig (im Studio sicher schon sehr wichtig) - aber ich brauche ja auch nur einen guten Snare-Klang im Proberaum.
Gegenüber meiner Pearl Sensitone Brass (die in nickelschwarz vom Thomann) klingt sie trockner und hat weniger Obertöne - nicht ganz so lebendig, klingt dafür aber auch sehr warm und gibt in Rockmusik trotzdem das volle Brett.
Der Sidestickklang ist, wie von Gussreifen gewöhnt, schön laut und knackig.
Die Teppichansprache ist vllt etwas schwach, das führe ich allerdings auf das NoName Resofell zurück, welches doch recht dick ist (dieses Phänomen hatte ich bei anderen Snares mit dicken Billig-Resofellen aber auch schon - ein dünnes REMO Amba Snare Reso wird das sicher relativieren).
Für laute Musik reicht es aber auch so - sollte ich sie behalten, wird es sofort ausgetauscht - bei anderen Snares war es genauso.
Das Schlagfell habe ich übrigens, zum Testen, sofort gegen ein, zwar gebrauchtes, Ambassador getauscht, um die Möglichkeit zu haben, die Snare wieder Retour zu schicken - Tipp für alle, die Trommeln/Snares erstmal antesten wollen - so gibt es keinen Ärger bei der Rückgabe wegen abgespielter Felle.
Nun zu den Bildern:

Das erste Bild ist leider durch die Kompression stark verfälscht - eigentlich sieht die Snare auch in Natura so aus, wie oben im Eingangspost. Ein billiger, hässlicher Dimavery Aufkleber klebt anstelle eines ordentlichen Labels auf der Seite, kann man aber ganz leicht und rückstandsfrei entfernen.