... das geht mir ähnlich.
Erstmal: was irgendwelche Hersteller außerhalb Deutschlands oder der EU machen, ist Sache des jeweiligen Landes. Da würde ein deutsches Amt für Wettbewerbsverzerrung außer dem typisch deutschen Gejammer auch nicht viel ändern können.
Aber ich verstehe auch nicht, warum das nötig sein soll. Wo ist das denn Etikettenschwindel? Seit wann ist ein Name Garant für irgendwas, was drin ist? Die Händler dürfen nicht mit falschen Behauptungen werben - und das tun sie meiner Meinung auch allenfalls an der Stelle, wenn sie behaupten das Zeug wäre das absolute Nonplusultra (und find da mal den rechtssicheren Beweis...). Fest steht ja aber doch, für den Preis bekommt man neu nichts besseres.
Wenn ein Markeninhaber seine Marke oder gleich das ganze Unternehmen mit allem verkauft, hat er die Möglichkeit, dem neuen Besitzer Auflagen zu machen. Im Interesse seiner Kunden sollte er das machen, ansonsten ist er derjeniger, der das alles erst ermöglicht. Dazu gehört für mich auch, wenn jemand sich aus dem Geschäft zurückzieht und dann vergisst, seinen Namen weiter schützen zu lassen. Wenn der Laden pleite ist, hat der Inhaber wohl was falsch gemacht. Egal wie, der "Schuldige", dem ich einen Vorwurf machen kann, ist der ehemalige Rechteinhaber. Der Neue macht nur das Beste draus... das finde ich nicht verwerflich.
Und zum Thema armes Deutschland: wer ein Musikinstrument im Discounter kauft, darf sich in meinen Augen nicht beschweren, wenn es nicht nach Profi klingt. Wer anständige Ware fern der Geiz ist Geil-Mentalität (von der übrigens diese ganze Chose erst kommt!) haben will, muss zum Fachhändler gehen, also hier in den Musikladen. Wenn der Verkäufer gut ist, schwatzt er niemandem was minderwertiges auf... ich weiß nicht, ob du schonmal beim Big T warst und dich hast beraten lassen. Die Verkäufer dort sagen ziemlich deutlich ihre Meinung zu den Millenium-Drumsets. Wenn der Käufer ihnen dann aber sagt, dass x-Tausend € zu viel sind und sie wollen nur 400 ausgeben, dann will der Käufer nichts besseres haben. Dafür ist er dann aber selber verantwortlich, nicht der Hersteller.
Ich gehe davon aus, dass jeder gute Verkäufer seine Ware selber fachkundig getestet hat. Wenn du hingehst und dich beraten lässt - und nicht per Internet kaufst - wird er dir sagen, ob XYZ eine gute Marke ist und das Teil allgemein oder nur wegen dem Preis oder eigentlich noch nicht mal das taugt. Das gilt zumindest bei Musikinstrumenten, wo die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass der Käufer wiederkommt, wenn er zufrieden ist. Bei Autos würde ich das nicht unbedingt so sehen, da schaut der Verkäufer wohl mehr auf seine Marge.
So, lange Rede kurzer Sinn: wenn ich mich sehenden Auges bescheißen lasse, habe ich es nicht besser verdient, aber dann ist nicht Deutschland arm, sondern ich dumm. Hat niemand gesagt, dass das Leben im Allgemeinen irgendwie leicht ist. Die angesprochenen Händler machen in meinen Augen alles richtig - scheinbar gibt es einen Markt für dieses Zeug. Wenn ein Käufer sein Geld loswerden will, dann soll er das dürfen. Und wenn der Käufer nicht mündig ist, dann darf er für seine eigene Unzulänglichkeit in meinen Augen nicht die Hersteller verantwortlich machen.