Ich hoffe, ich bin in diesem Thread richtig, aber muß heute einfach mal eine kleine Beschreibung meines neuen CLASSIC CANTABILE SESSION STAGE Drumsets posten. Und zwar deshalb, weil ich total positiv überrascht bin und somit mal das schlechte Image dieses Brands etwas revidieren möchte.
Das Set besteht aus einer 22“ x 16“ Bassdrum, 10“ x 8“, 12“ x 9“ Hängetoms, einem 14“ x 11“ Standtom (etwas unübliche Größe) und einer 14“ x 5,5“ Snare, nach Angaben des Musikhauses Kirstein vollständig aus Ahorn (7mm dick, 7 Lagen, Gratungen einwandfrei geschliffen, 45° nach innen, Snarebeds an der Snare ordentlich positioniert, alle Innenwände sauber verschliffen). Das Set ist durchscheinend rot lackiert, alle Böckchen gummiunterlegt. Die Hardware macht einen ausgereiften, stabilen Eindruck. Die Schlagfelle sind durchgehend (bis auf die Resofelle) PS3 ähnliche (also Felle mit integriertem Dämpfring) einlagige Clear Ausführungen (das Snarefell white coated mit Dämpfring). Klingen nicht übel, sind aber nicht mein Ding – also habe ich Remo Amba coated aufgezogen und schon haben die Trommeln einen Klang, der mich zufrieden stellt (nicht so voll wie meine Pearl MMX Trommeln, und weniger Attack als die Birkentrommeln meines Basix Custom Sets – kein Überflieger also, aber nichtsdestoweniger schön klingend – und überraschenderweise mit genug Sustain, trotz leider fehlender Freischwinghalterung, werde ich vllt noch nachrüsten). Für die Bassdrum hatte ich noch ein Evans EQ3 Fell rumliegen, mit dem sie auch schnell auf einen guten Klang getrimmt werden konnte.
Die Lackierung ist weitgehends sauber ausgeführt, hat aber an der Bassdrum stellenweise, leichte, glücklicherweise nur im Auflicht aus nächster Nähe sichtbare, Schlieren (als hätte nach dem Lackieren eine Folie auf dem, noch weichen, Lack gelegen – ist aber trotzdem fühlbar glatt).
Als Gimmick hat das Set aufgeschraubte Messing Markenlabels.
Alle Schrauben sind leichtgängig, nur eine Schraube am Beckenständer (übrigens ein Galgenständer mit versenkbarem Galgen, falls man ihn nur als normalen Ständer benutzen will) fiel auseinander, weil sie seltsamerweise nicht aus einem Stück war, sondern der Schraubengriff auf eine Riffelung am Schraubenkörper aufgepresst war. Ein wenig Sofortkleber schaffte Abhilfe. Die HiHat hat gute Standardqualität (verstellbare Zugkraft, aber leider nicht drehbar). Die Bassdrumfußmaschine ist ultrastabil gebaut mit schwerer Bodenplatte und hat die übliche Einstellmöglichkeiten (zwei spezielle Inbusschlüssel wurden mitgeliefert). Sie läuft leichtgängig und rund. Auch der Snareständer ist sauber verarbeiteter Standard. Auch ein einfacher, doppelstrebiger Hocker und ein Paar Sticks waren im Lieferumfang (ein Stimmschlüssel und eine Reservestimmschraube nebst Kralle für die Bassdrum waren auch an Bord). Der Clou aber war eine 31 seitige, reich bebilderte Aufbauanleitung (inkl. Stimmtipps). (Wenn ein Einsteiger die haben möchte, schicke ich ihm gerne eine Kopie (gegen Porto) oder über E-Mail (kostenfrei) zu).
Zusammengefassung:
Meiner persönlichen Auffassung nach:
Plus: Ordentliche Lackierung (bis auf leichte Fehler an der Bassdrum, s. Text)
Ahornholz
Saubere Gratung/Innenbearbeitung
Leicht laufende, passende Schrauben (+ eine BD Reserveschraube mit Kralle)
Ordentliche Hardware
Gummiunterlegte Böckchen
Guter Klang mit Ambassador coated möglich
Sehr geringer Einstiegspreis
Minus:Keine Freischwinghalterung an den Toms
Nur 6 Schrauben am 14" Standtom
Unübliche Tiefe des Standtoms
Keine Kunststoffringe unter den Schrauben
Zu stark gedämpfte Werksfelle - Felle (PS 3 Style)
Sehr schlechte Qualität der Werksfelle - einmal gespielt, schon Döllen - und ich bin mit sicherheit kein heavy Hitter!
Recht leise für ein Rockset (im Proberraum natürlich gerne gesehen/gehört von den Kollegen).
Geringer Wiederverkaufswert, da kein Markenset.
Und jetzt der Hammer: Das ganze Set kostete (inkl. Versandkosten) 267 €!!!!! Und war in zwei! Tagen bei mir.
Ich brauchte eigentlich nur eine 22“ Bassdrum, war auch schon bereit, mir für 245 € eine Basix Custom Bassdrum zu bestellen, aber für 22 € mehr ein ganzen Set zu bekommen, war dann doch verlockender. Und durch 31 Tage „Geld zurück“ – Garantie auch recht ungefährlich.
Ich werde es aber nicht zurückschicken (mein Sohn hat schon das Standtom für sich requiriert).
Ich denke, das Drumset wäre auch völlig ausreichend für einen Newbie, für meinen Proberraum reichts alle mal.
Möglich ist natürlich, dass ich nur Glück hatte. Das ist eben immer der Fehler bei solchen NoName Firmen (eben wie auch bei billigen Becken z.B. Stagg), man kann sich nicht auf einen gleichbleibenden Qualitätsstandard verlassen.
Aber wieder hat sich gezeigt, dass man ruhig mal was riskieren kann (ist ja eigentlich auch kein wirkliches Risiko bei Rückgabemöglichkeit).
Ich halte euch auf dem Laufenden, was die Haltbarkeit angeht.
Hier noch einige Bilder:






