Geistiges Eigentum ist ein künstliches Konstrukt, das nur im Rahmen einer radikal-kapitalistischen Gesellschaftsstruktur postuliert werden kann. De facto ist es so, dass eine Idee mir gehört, sobald ich sie aufgeschnappt habe. Sie besteht ja nur aus biochemischen Prozessen in meinem Gehirn, die unstreitig mein Eigentum sind. Wer die Idee vor mir hatte, hat sie ja immer noch - anders als den Oldtimer kann man eine Idee niemandem wegnehmen. Nur die Möglichkeit, sich daran zu bereichern.
Wir beide meinen wahrscheinlich, Künstler sollten unabhängig von den bösen Konzernen existieren können. Genau dies garantiert das Urheberrecht. Ohne die Erlangung einer geschützten Rechtsposition ist der Urheber dazu nicht in der Lage. Wenn seine Idee Allgemeingut wäre, wären auch die bösen Konzerne berechtigt, seine Idee zu nehmen und machtvoll zu vermarkten. Z.B. nähme sich Sony die Känguru-Chroniken von Marc-Uwe Kling und verfilmte sie mit Mario Barth als Kleinkünstler und Oliver Pocher als Känguru. Kling um Erlaubnis zu bitten, ist Quatsch, weil: Was er umsonst kriegt, nimmt sich der Konzern.
Wir beide meinen wahrscheinlich, das wäre irgendwie nicht gut. Das Urheberrecht meint das ebenfalls.
Du bist nicht gegen urheberrechtliche Positionen - du bist gegen konzernmäßige Ausschlachtung. Das Urheberrecht ebenfalls.
richtig, dazu gehört auch die Wertschätzung gegenüber Kindern. Sorry aber in einem System, das in Kindergärten abkassiert, damit bei ein paar Hyperreichen in ihren Swimmingpool ein paar Groupies mehr rumschwimmen, ist nicht tolerierbar
Vielleicht sollten alle Beteiligten hier etwas runterschalten, diese Lagerbildung entspricht doch gar nicht der Realität. Die Gema ist wie viele Vereine/Interessenverbände usw.: sie hat Schlagseite Richtung der mächtigen/einflussreichen Mitglieder. Aber sie ist die einzige Institution, die heutzutage vielen Berufsmusikern hilft, ein erträgliches Einkommen zu haben. Daher wird sie eben auch von denen verteidigt.
Daher machen wir uns nix vor: Die armen Künstler werden von der GEMA nicht geschützt, sondern die Musikindustrie, nebenbei schützt sich die GEMA natürlich vorrangig selbst, wie jeder ordentliche Zwangsmitgliedschaftsverband: die einmal erworbenen Pfründe müssen selbstredend bewahrt werden. Die Musikindustrie ist aber selbstverschuldet in der Hölle: Wer einem Robbie Williams bsp. seinerzeit 100 Millionen für einen Plattendeal zahlt, soll von mir aus dahingehen, wo die Sonne relativ selten scheint bzw. befindet sich dort - einmal angekommen - in zutreffend angemessener Umgebung
Eigentlich haben alle Poster ein bisschen Recht - ändern wird das aber am Turbo-Kapitalismus der Vermarkterfirmen (und auch der GEMA**) recht wenig und Opfer bleibt auch weiterhin der kleine, unbekannte Kulturschaffende (Musik, etc.), der keine massenkompatible "Ware" produziert (volkstümliche Schlagermusik, schöne, keine wehtuende Musicals, fotorealistische Bilder in Öl, leicht zu lesende Feierabendlektüre, etc.).
Ob der Schutz solcher Gesellschaften wirklich kulturfördernd ist, sei mal dahingestellt.
**die Idee, Großdiskotheken höher zu belasten (und auch Youtube - sind ja beides Bereiche, wo mit der Musik/Filmen großes Geld gemacht wird), finde ich allerdings schon eine recht gute, vllt zukunftsweisende Idee, wenn denn alle anderen auch wirklich weniger bezahlen müssen und nicht nur das Gesamtlevel einfach angehoben wird.
P.S. Kindergärten, Jugendheime (so denn nach diversen Kürzungen im Etat überhaupt noch vorhanden), Schulen, Behindertenheime/Werkstätten sollten imo allerdings, von den GEMA Zahlungen, generell ausgenommen werden - da es im sich im Normalfall um soziale Einrichtungen handelt, die gut für den Erhalt unserer Kultur sind.