Generell stört mich an diesen ganzen Sound/ und auch Materialdiskussionen einfach die Erwartung, eine allgemein gültige Regel fürs Stimmen, für den Klang, für das Material, ...etc. zu bekommen.
Und leider wird das ja heutzutage auch gerne gemacht, alles und jedes in eine Schublade zu stecken, in Regeln zu verpacken - einfach alles zu einer Wissenschaft zu machen.
Wenn sich die, wirklich bahnbrechenden, Musiker früherer Zeiten immer an irgendwelche bestehenden Normen gehalten hätten, hätten wir heute nicht diese Vielfalt in der musischen Kunst.
Sicherlich gibt es grobe Vorgaben, die durchaus sinnvoll sind (das jetzt also ein Drummer, der in einem kleinen, Barjazz-Trio spielt, nicht unbedingt mit einem Set in "Männergrößen" aufläuft, oder anders herum kein Metalldrummer versucht, seine Band und deren Musikstil mit einem Kinder-Drumset zu bedienen, sollte eigentlich klar sein), aber das meiste an Aufbau und Klang sollte imo doch, der musikalischen Weiterentwicklung zuliebe, ganz frei gehalten werden - ganz nach dem Motto: Erlaubt ist, was Spass macht.
Dafür müßte man sich natürlich recht intensiv mit seinem Instrument und dessen Möglichkeiten auseinandersetzen und das scheint für viele Musiker (leider meistens auch für mich, sorry) zu aufwendig zu sein.
Da kopiert man doch lieber schon bestehende Soundvorlagen, kauft sich das angesagte und erlaubte Equipment (nein! Pinstripe-Felle sind immer noch verboten!!
) und spielt Standardgrooves/Licks, auf die Gefahr hin, eben auch nur eine Kopie bestehender Musiker zu bleiben.
Nicht " wie erreiche ich den Drumsound von Drummer XY" oder welche Felle/Stimmung sollte dafür benutzen, sondern " wie kann ich, in der Band, in der ich spiele, meine Eigenart, meinen eigenen Stil, einfügen, um diese Band von den tausend anderen Bands unterscheidbar zu machen" sollte die Hauptfrage sein.
Das dafür eine saubere Stimmung und auch eine ordentliche Quallität der Instrumente Voraussetzung sind (beides rein technisch gesehen), ist mir natürlich klar - hat aber mit dem Sound nichts zu tun.
Zum Thema zurück:
Man kann imo vllt. u.U. mit einer rockorientierten Drumstimmung sogar den besseren Jazz spielen, als mit einer, von der "Musiker-Polizei" abgesegneten Jazz-Stimmung, abhängig eben nur vom eigenen Können und dem Gefühl für die gespielte Musik.
P.S. Das Ganze sind allerdings nur rein theoretische, amateurphilosophische Betrachtungen meinerseits, die leider nicht von meinem eigenen Können untermauert werden
- aber egal, Gedanken sind frei.