ich habe mich zwar mit den Grundzügen befasst, aber nie Zugang zur türkischen/arabischen Musik gefunden - lag aber eher an der Melodieführung als am Rhythmus.
Und zwar hat mir Glen Velez (ein Amerikaner mit mexikan. Wurzeln!) sehr weitergeholfen, er hat wundervolle (Lehr-)Videos für Rahmentrommeln aller Art und führt hoch eindrucksvoll vor, wie man die fließenden arabischen Grooves, die oft auf ungraden Rhythmen beruhen (5er, 7er, 9er, 11er), bzw. sogar aus deren Kombinationen, spielt.
Was es extrem schwierig macht tatsächlich die Eins zu finden ist die Tatsache, daß die Betonungen oft in beliebigen Abständen innerhalb der ungeraden Rhythmen umlaufen - also schon sehr polyrhythmischen Charakter haben (als Beispiel: ein 9/8-Takt und jedes vierte Achtel wird betont, beginnend mit der Eins im ersten Takt, dann sind wir erst wieder im sechsten Takt mit der Betonung auf der Eins...) und es bedarf einiger Hörerfahrung, bis man eine Phrase von mehrern Takten so erfassen kann, daß man die Eins wirklich hört bzw. fühlt.
Kenntnisse von polyrhythmischer afrikanischer Trommelmusik sind streckenweise hilfreich, da hier der Zugang einfacher ist, weil keine Melodie "nervt", die u.U. auch noch gegensätzlich zum Groove phrassiert.
Ich kann mich noch gut erinnern (sicherlich schon 10 Jahre zurück), als meine Frau und ich gut und gerne 4 Monate gebraucht haben um ein Stück von Glen Velez zu analysieren, am Ende war es dann so, daß er in jedem Takt die Taktart geändert hat, aber den Abstand der betonten Achtel durchgängig beibehalten hat:
Er hat mit einem 2/8-Takt angefangen und hat dann in jedem folgenden Takt um ein Achtel erhöht bis er bei einem 19/8-Takt war und dann das Ganze wieder zurück zum 2/8, wieder hoch zum 19/8... - das Stück ging über 7 Minuten und man hört sehr lange einfach nur Bahnhof!