Beiträge von Drumstudio1

    Zitat

    Die angehängten Fotos erinnern mich leider eher an impressionistische Gemälde, erkennen kann ich wenig.


    :D


    Zur Ehrenrettung meiner "Kunst" ;) :
    Ein defektes Gewinde kann man/ich von außen nicht fotografieren.
    Die Bilder sollen lediglich zeigen wo (örtlich) die Verluste auftraten. Ich hätte viele weitere Stellen (wo Verluste auftraten) fotographieren können.


    Die schwarzen Inlays (Bild 2) kennt nahezu jeder Besitzer von 900-Hardware der ersten Generation (Einführungszeit der Vision-Serie). Auch da diente das Bild nur der Veranschaulichung für die Besitzer des Zeugs (wo die Inalys sitzen). Es gehen dann Risse durch den Kunststoff (ausgehend vom Druck der Flügelschraube zum Inlay).

    Alles macht einen Sinn, alles was jemals geschrieben wurde – so bizarr es für andere zunächst auch wirken mag - macht wahrscheinlich Sinn, wenn! man die jeweilige Biographie oder die Lebensumstände des Schreibers berücksichtigt. So macht womöglich auch die Threadüberschrift irgendeinen Sinn ;)


    Wem der pseudo-medizinische Teil zu langatmig ist, der springt besser jetzt vom blauen Text-Teil zum schwarzen weiter unten.


    Ein paar Jahre zurück in der Zeitrechnung...
    Eines Tages war (m)ein Finger dick. Ein paar Tage darauf wieder. Ich maß dem zunächst keine besondere Bedeutung zu. Manchmal war er auch deutlich röter als üblich. Manchmal meinte ich fast leichte Blautöne auszumachen. Nichts genaues weiß man nicht. Die Farblehre ist zuweilen stimmungsabhängig - vielleicht irrte ich mich auch. Irgendwann fand ich aber, dass (m)ein Finger früher wirklich! objektiv kleiner war bzw. von den Proportionen ehemals wirklich! anders aussah. Weitere Tage vergingen. Ich ertappte mich nun dabei manchmal scherzhaft zu sagen „mein Finger ist bald Pornofilm-tauglich“ und ähnliches. Nur ich konnte mir abseits des bizarren Humors das Anschwellen nicht erklären. Erste Vermutungen waren Temperatureffekte. Wenn es kälter wird, ändern Finger häufig die Farbe. Aber die Schwellung? Schmerzen hatte ich keine! Das "Feel" des Fingers schien etwas anders...


    Dann kam mir der vorsichtige Verdacht ob es etwas mit den vielen Drumaufbauten, den unzähligen Schraubvorgängen zu tun hat, die ich fast täglich vollführe. Ich teste so unendlich viele Drumsets seit vielen Jahren, baue zig Zeug für Kollegen und Schüler auf, bastel` auch gerne mit kuriosen Setaufbauten herum. Da können Stunden Tags- oder Nachts wie im Fluge vergehen. „Das Drumset ist der Baukasten des Erwachsenen“, hat mal ein weiser Mann gesagt. Bei mir ist genau dies der Fall. Es macht mir Freude. Aber natürlich wird dadurch der Körper, insbesondere die Finger massiv (über)beansprucht. Die unzähligen Schraubvorgänge, Flügelschrauben anziehen, Stimmschrauben anziehen etc. etc. all das bewerkestelligte ich alles mit rechts. Immer! Und ich trommel zeitlich dazwischen ja auch noch. Zwar sehr entspannt, aber natürlich werden da Finger auch eingesetzt bzw. beansprucht.


    Konnte das Dickerwerden des Fingers mit einer Überbeanspruchung zu tun haben? Oder doch eher ein kälterelevantes, rheuma-artiges Symptom/Syndrom? oder konnten etwaige sonstige von mir noch nicht bedachte Ursachen vorliegen? Fragen über Fragen.


    Viele wissen es nicht: ich bin brutaler Pessimist, wenn mir jemand sagt: “unsere friedliche Wertegemeinschaft wird im Chaos versinken“ sage ich: „noch viel früher als Du glaubst!“


    Vom Hausarzt war dann recht klar formuliert: einen Spezialisten aufsuchen. Dieser Termin beim Facharzt dauerte leider etwas. Ich wollte bis dahin mein bestens tun, und begann nun rechts Schrauben nur noch sehr soft anzuziehen und teilweise auch die linke Hand im Wechsel (ebenso soft) zum Einsatz zu bringen – um eine (weitere) Überbeanspruchung auszuschließen. Bereits viele Jahre zuvor war ich auf etwas softeres Anziehen gegenüber meiner Jugend übergegangen. Dazu unten nochmal mehr.


    Nie vergessen werde ich den Satz just einen Tag vor dem Facharztbesuch (nochmals: ich bin eigentlich Pessimist) den ich grinsend zu meiner Partnerin sagte:
    „Naja, amputieren werden sie mir den Finger nicht!“


    Es war (zumindest in meinem selbstverliebten Ohr) eine Killerpointe und ich mußte noch mehrfach darüber lachen.
    Seit dem sehr viel softeren Anziehen der Schrauben und dem öfteren abwechseln mit der linken Hand, fand ich, dass es bis es zum Arzttermin kam, der Finger nur noch etwas dicker war als früher im Normalzustand. Ich erkannte den Unterschied zum ehemaligen Normalfinger durchaus noch und war sicher ein Spezialist wird das auch erkennen, glaubte aber mit dem Schonen der Hand den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Er war nicht mehr so deutlich verändert.


    Ich kürze nun etwas ab. Es kam in der Klinik zunächst zu diversen Vor-Untersuchungen mit einer bildungsfernen medizinisch-technischen Verschwörungstheorie-geschwängerten paranoiker-nahen Angestellten mit tief verinnerlichtem Benachteiligungsskript, wo auch mein geduldigstes und zigfaches Gegenargumentieren nicht half, aber dann untersuchte endlich der wirklich nette Facharzt meine Hand (der sicher von der unheilvollen „Glaubenslehre“ seiner Mitarbeiterin und ihrer politischen Gesinnung die ein menschenverachtender Mix aus RAF- und NSDAP-Doktrin war, nix wußte).


    Ohne allzuviel meiner Vorgeschichte (auch nicht! meinen Humor zu kennen) sagte er nach einigen Minuten des (u.a. Ultraschall)-Untersuchens:
    „Also die Gute Nachricht: wir müssen nicht amputieren.“


    Jetzt dachte ich, nach den bizarren Thesen der medizinisch-technischen Angestellten im vorherigen Untersuchungszimmer und nun dem anderen Setting mit dem netten Arzt aber diesem heftigen Satz: jetzt fehlt eigentlich nur noch ein Pfleger der in den Raum tritt und mir eine Zwangsjacke anlegt. Es wurde nun wirklich etwas surreal für mein Empfinden. Ich denke seither manchmal: für Arztbesuche muß man kerngesund sein, sonst wird man krank. :D

    Denn alleine die Option einer „Amputation“ war so fernab jenseits meiner schlimmsten Vorstellungsszenarien, dass ich dachte „wieso kommt denn nun so ein absurder Satz angeflogen?“.


    Der Arzt erklärte aber sehr freundlich und genau, was er alles systematisch (und zeitlich für mein Empfinden sehr geduldig) überprüft hat. Blutversorgung der Finger etc. etc.
    Er sagte, wenn ein Finger nicht mehr ausreichend mit Blut bzw. Sauerstoff versorgt wird ("Hin- und Rücktransport" etc.), kann er sich verfärben, dicker werden etc. Dies sei bei manchen Berufsgruppen (er nannte Dachdecker, insbesondere wenn zu viele schwere Ziegel wieder und wieder zugeworfen werden und die Finger wieder und wieder viel zu heftig-massiv zupacken etc.. ) durchaus manchmal der Fall. Es muß dann schnell gehandelt werden, sonst ist im worst Case die Amputierung fällig. Bei meinem sei die Blutzirkulation aber völlig und nachweisbar in Ordnung etc. etc.


    Seit diesem Besuch ziehe ich alle Schrauben noch! softer an als vorher. Der Finger ist seit Jahren wieder normal. Wird nicht mehr dicker und verfärbt sich auch nicht mehr.


    Nun zum Drummaterial denn es soll ja laut Überschrift nicht nur um meine überdrehten Assoziationen ;) sondern auch um überdrehte Schrauben bzw. defekte Gewinde und Drummaterial gehen:


    Als junger Mann (so wie vermutlich viele von uns sozialisiert wurden) habe ich nahezu alle Schrauben der Drumhardware fest bis sehr fest angezogen. Es kam dann wenn ich es recht entsinne Anfang der Neunziger zu einem Schlüsselerlebnis. Ein Markenhersteller-Galgenarm „zerbröselte“ teilweise vor meinen Augen beim Zu fest!-Drehen der Flügelschraube. Da war mir klar: diese Kraftmeierei ist Bullshit.


    Aber: der dick geschwollene Finger (wie vorab erwähnt: biographisch viel später) vor einigen Jahren machte mir deutlich: man kann noch wesentlich schonender mit Körper und Drummaterial umgehen.


    Dazu kam vor ca. einer Dekade die Pearl Vision-Serie mit der ersten Version der 900´ Hardware. Die Serie mit den berühmt-berüchtigten zerbrechlichen Kunststoff-Inlays. Fast jeder Drummer der diese Hardware hatte, hat damit “Dinge erlebt“.


    Spätestens in Summe dieser Erfahrungen ist gegenüber Drumschülern und Kollegen in den letzten Jahren ein von mir inflationär angewendeter Satz:
    „Nur leicht anziehen, das reicht völlig!“


    Nur noch getoppt durch den Satz „oft üben“... in Bezug auf wichtige Unterrichtsinhalte... hihihi ;)


    Diese Woche haben völlig unabhängig voneinander 2 super-nette Drumschüler diesen Satz überhört. Also den erstgenannten ;)
    Der erste überdrehte am Montag das Gewinde zur Fixierung des Hihat-Mittelrohrs. Der zweite Heute! das Gewinde der Memoryclamp der Hihat. Beide im wohlgemeinten Bemühen die Höhe der Hihatbecken zu verändern. In beiden Fällen hoffte ich, dass „nur“ die Schrauben (ruiniert) überdreht sind. In beiden Fällen sind diesmal die Schrauben intakt geblieben, aber die Gewinde leider zerstört.


    Es ist ein langwieriger Lernprozeß. Im individuellen Leben wie auch in der Wissensvermitttlung in der Drumcommunity. Deswegen dieser Thread. Es erscheint so banal, als würde einer in die Selbsthilfegruppe für Übergewichtige rufen „Zu viel Zucker und Bewegungsarmut machen dick“ … und doch schauen mich massig Kollegen immer so an, als hörten sie die Botschaft das erste Mal, oder als sei ihnen die Message wohl bewußt, aber sie gehörten definitiv nicht zu denen, die zu fest andrehen. Also als können sie! mit diesem mahnenden Hinweis nicht gemeint sein ;)


    Nochmals (sonst wäre der Thread trivial):
    Die Mehrzahl von mir angesprochener zieht höllisch fest an, verneint aber, wenn ich darauf aufmerksam mache, das dies spätestens on the long run Folgen haben wird, vehement, zu jenen die zu fest anziehen zu gehören.


    Ich sehe allerdings sofort am „Drehimpuls“ und an dem Grad der Umdrehung(en), dass soeben!wahrscheinlich überdreht wurde. Das sind simple Erfahrungswerte. Manchmal kommt noch ein akustisch hörbares "Knirschen" dazu ;) Dann kann man schon fast eine Wette abschließen, was passiert ist.


    Mal dem Skeptiker noch ein weiterer Denkansatz:
    Was wäre das schlimmste, was passieren kann wenn man künftig gegenteilig handelt? Also im Zweifel einen Hauch zu soft anzieht?


    Im Worst Case rutscht irgendwann beim Spiel die Snare, oder der Beckenarm oder die Hihat etwas nach unten. So what. Dann justiert man es nochmal und zieht minimal! fester.


    Die Ausfälle/Schäden des Zu fest-Anziehens (siehe Threadtitel) sind numerisch und nachweislich wesentlich größer (etwaige körperliche Effekte mal ganz weggelassen, da sicher nur wenige Drummer so viel herumschrauben wie in meiner Biographie). Ausgefranste Gewinde, zerbröselte Hardware, aufgeplatzte Kunststoff- oder Nylon- Inlays bzw. der rohrschonenden Elemente, massive Entwertung der Hardware (ein Wiederverkaufswert geht massiv nach untenl) etc. etc.


    edits: Rechtschreibung, Bilder, Satzumbruch und wieder massig Rechtschreibung in vielen Einzelschritten da oftmals im Keller und dann wieder hoch zum PC etc.

    Zitat

    Auf dem Video trommel unser Livedrummer da ich auch Sänger bei uns bin.


    Echt? Das wußte ich garnicht. Sauber!


    Die Musik ist eine sehr authentische frühe Achtziger-Zeitreise zu den Wurzeln von 3-4 der damaligen Kultbands.
    Für mein Ohr irgendwo zwischen Angel Witch, Mercyful Fate und Candlemass (wenn man bei letzterer auch etwas spätere Achtziger noch gelten oder wiederaufleben lassen will).


    Gerade die Hookline bei diesem Song ist zwar ein bisserl bizarr :D (ganz entsprechend der Kultbands die ich von damals siehe oben erinnere) aber doch eine coole, sich im Kopf festsetzende Hookline. Die hat was! Ich finde sie gut!


    Ähnlich wie bei Josefs Band (auch aus dem Forum), muß man viel musikhistorisches Wissen haben, um zu erkennen wie authentisch ihr die Musik von damals wieder aufleben laßt oder "imitiert". Manche "schroffen" Übergänge zwischen Strophe, Bridge oder Refrain, sind nicht etwa dilettantisch sondern müssen! so sein, wenn man diese Authentizität anstrebt.


    Was ich (wenn ich darf :D ) konstruktiv anmerken möchte sind 2 Dinge, "optischer Natur":
    Jeder der von den B- und C-Gothic-Horror-Movies italienischer und spanischer Prägung der sechziger und siebziger Jahre inspiriert ist, entdeckt dass jene neben dem fehlenden Budget und reichlich wackeliger Kameraarbeit oder Mikrofongalgen im Bild :D , immer auch einzelne (wenige) Szenen aufwiesen, die kameratechnisch und/oder vom Szenensetting wirklich beeindruckend umgesetzt waren. Letzteres muß keine Rechtfertigung für das Anschauen jener alten Filme sein... hahaha


    Was ich sagen will: dieses tolle Drumbild!!! Was wäre es für ein künftiges Video genial, wenn ihr ab und zu diese Totale in B&W verwendet inklusive kompletter Band in Action. Das würde fulminant wirken und würde dann genau diese (oben erwähnte) Mixtur der alten Filme treffen aber natürlich auch die Musik noch viel durchschlagender inszenieren. Viel Trash (aufgrund kleinem Budget und hastigen Drehs wie in jenen alten Streifen bei manchen Prudkutionsfirmen üblich) aber auch einzelne (wenige :D ) Einstellungen wo man vor "gothischer Schwere" oder beeindruckender Bildweite in die Knie geht und sagt: "Wahnsinn, ist das mächtig in der optischen Wirkung!"


    Was ich sagen will/"muß" ;) : der beste! Song den ich bislang von Euch hörte. Auch wenn es bis auf MF (und auch die erst mit langem Anlauf) bei mir früher eher einzelne Kumpels waren die diese Mukke hörten und ich weniger.


    Respekt!


    Edits: Kampf mit dem Fehlerteufel der 2 mal zugeschlagen hat. Bei dieser diabolischen Musik kein Wunder, wer da teuflisch wirkt! :D

    Ein Freund von mir hat das vor ca. 2 Jahren von einem alten Ampex (wenn ich nicht irre) Achtspurband machen lassen mit einem Song, den wir 1985 aufnahmen.
    Der Song war (ohne Witz) 1985 von uns aufgenommen worden, zusätzlich befanden sich aber noch diverse andere Musikfragmente/Songs auf dem Band die der Freund damals noch solistisch aufgenommen hatte und nach 30 Jahren endlich sichern bzw. wiederhören wollte und somit bereit war, einen Techniker bzw. Tonstudio für die "Restauration" bzw. Sicherung der Musik zu beauftragen. Denn das dies was kosten würde war klar...


    Vielleicht kann es nicht schaden als vorsichtigen "Denkansatz" folgendes zu erfahren :D :
    Ich dachte vor 2 Jahren das wird nicht soo schwer, da die Bandmaschine (in den Achtzigern) recht bekannt/verbreitet war bzw. es heute ja viele Bandliebhaber/Sammler gibt. Aber es war dann doch nicht so leicht, Besitzer und die entsprechende! Technik zum digitalisieren zu finden.


    Wir suchten damals selbst im Web, fragten zusätzlich diverse Kollegen (ich seinerzeit auch hier im Forum) und schalteten Online bei Musikerportalen Anzeigen.
    Über diese Anzeigen meldeten sich mehrere Leute, die eine entsprechende Bandmaschine hatten, aber nur einen 2-Kanal! Analog-Digitalwandler besaßen.
    Wir hielten so etwas für Nonsens, da wir einhundertprozentige Synchronität der Spuren wollten und mehrere "Anbieter" die es jeweils in "Zweierhäppchen" (also in mehreren Zyklen) rüberschaufeln wollten, uns nicht gerade als Technikexperten erschienen :D . Wir hatten auch Sorge! in welchem Zustand unser Band war und gingen nur von einem Versuch aus, bei dem es klappen sollte/mußte. Wir beobachteten irgendwann auch den Gebrauchtmarkt für die Maschine, aber da war uns entweder der Preis oder der Zustand nicht geheuer.


    Wir fanden letztendlich einen netten Studiobetreiber im benachbarten Ausland der über die Bandmaschine (der selbe 8-Spur Modelltyp auf dem wir damals aufzeichneten) und eben die entsprechenden Technik verfügte, die Daten in einem einzigen Abspielvorgang als 8 Einzelspuren zu digitalisieren. Wir bekamen die Info, dass diese Bandmaschine erst wenige Tage zuvor technisch generalübeholt inklusive Neueinmessung an das Studio übergeben wurde und über Verwandte oder Besuch jener, konnte das Band persönlich an das Auslandstudio übergeben werden (also schmale bis Null Kosten für einen sicheren!!! Transport dort hin).


    Der Freund erhielt dann ein paar Tage später per Internet die Spuren als (digitale) Wavedateien und Fotos :D welchen immensen Abrieb das uralte Band beim Abspielen verursacht hatte. Quasi wie Schuppen von den Haaren hatte das alte Band beim Überspielvorgang massig "eisenoxid" verloren.
    Bis hier hin wirkt(e) die Story problemlos.


    Doch es war dann doch noch etwas dramatischer:
    Beim Abhören der Audiospuren fiel uns auf, dass nahezu alle Spuren in Sachen Tonhöhe schwankten (hessisch gesprochen: "eierten"). Nicht irre deutlich, aber doch für uns ehemaligen Musiker störend (zumal wir alte Aufnahmen hatten auf Kassette wo trotz mehrfacher Überspielung nichts eierte)
    Das Ergebnis war also für uns faktisch nicht verwendbar/verwertbar/anhörbar.


    Gerade aufgrund des Hinweises des Studiobetreibers mit dem massiven Abrieb, fürchteten wir "nun ist alles aus".


    Irgendwie war aber durch unsere traurige Rückmeldung sein Kämpfergeist geweckt ;) und er sagte er wage noch einen neuen 2. Überspielvorgang. So weit ich hörte sind dann im zweiten Versuch die 8 Spuren einwandfrei übertragen worden. Es eiert nix und war wohl auch (noch) kein Höhenabfall oder Drop-outs hörbar.


    Sorry - für das off-topic-schreiben.
    Je nach dem wie wichtig einem alte Aufnahmen sind, würde ich aber aus heutiger Sicht versuchen beim Überspielvorgang vor Ort zu sein und möglichst früh die Ergebnisse hör-kritisch zu überprüfen und zwar en detail (also alles kontrollierend abhören).


    Viel Erfolg!

    edits: Kampf mit der Rechtschreibung und mehreren PC-Abstürzen heute - Mist!

    Möge Gott verhüten, dass die Thematik noch weiter spiralförmig nach unten rutscht.


    Das Bild habe ich optisch zum Glück garnicht verstanden. Da fehlen mir die Anatomiekenntnisse. :D

    Danke! für diese Info. :thumbup:
    Just zu MP habe ich (in den letzten Jahren) kaum noch Infos. Ich schaue auch in deren Online-Katalog nur noch sehr selten.


    Deine Infos würden logisch erklären helfen, warum dieses Set "schon auf dem Papier" (genauer gesagt: Online gelistet und abgebildet) Features hat, die kein Konkurrenzprodukt in dieser Preisrange bietet. Auch bei 333.- und sogar etwas darüber hinaus kam kein Mitbewerber mit! Ich hatte vor dem Kauf in Bezug auf die Features der Mitbewerber sehr lange und akribisch verglichen.

    Two


    Zitat

    Der Verriss muss wohl eher auf der sozialen Ebene erfolgen.


    Ja.


    Wobei die Kritik mich als Käufer einbeziehen muß. Ich habe die Bude ja gekauft, und bei derartig niedrigen Preisen ist der Kauf für sich auch! (also der Konsument) schon ein erheblicher Teil des Problems.


    Ich kenne durchaus manche Drumkollegen die Niedrigpreis-Produkte aus Prinzip und gut begründet ablehnen.


    Zitat

    Es gilt immer der Grundsatz: wenn du ein Produkt zu billig kaufst, hat ein Anderer für dich bezahlt.


    Berechtigter Hinweis.

    Zitat

    Die beschriebenen Probleme bei Aufbau und Stimmung könnten diese Zielgruppe direkt von Anfang an abschrecken. Out-of-box loslegen kann da die Spiefreude durchaus erhöhen und länger anhalten lassen. Das Gerald so eine Kiste in kurzer Zeit halbwegs spielbar zurichten kann wundert mich weniger. Aber auch das war offensichtlich nicht uneingeschränkt möglich.


    Das stimmt sicherlich.
    Schon Rims ohne Anleitung montieren, dürfte nicht! jeder schaffen.
    Die 16 Inlays für die Bassdrumklauen wären wahrscheinlich bei manchen Anfängern einfach "übrig geblieben". Wie die letzten Schrauben beim Baumarktschrank: "Komisch der Schrank steht nun, aber warum liegen noch 7 Schrauben in diesem seltsamen Format in der Verpackung..." ;)


    Wer solche Sets und vergleichbares unbedarft als Rookie erwirbt, sollte meienr Meinung nach immer einen erfahreneren! Kumpel dabei haben.


    Noch ein authentischer Hinweis vom Sonntag:
    Der Keyboarder macht seit Dekaden Musik. Als sein Sohn neugierig in den Raum blickte (er macht auch Musik) sagte der Vater spontan:
    "Gut dass wir nicht doch schon selbst versucht haben das Drumset aufzubauen... das ist doch nicht so einfach."
    Das bringt es auf den Punkt. Bezieht sich aber hauptsächlich auf das völlige Fehlen konstruktiver Aufbauhinweise der Lieferung. Aber das betrifft auch manche andere Drumsets. Es ist für normalsterbliche faktisch frech von Herstellern, ohne Anleitungen auszuliefern. Ich bin da nach - gefühlt - unendlich vielen Drumsets die ich für andere aufbaute schon etwas betriebsblind geworden, dass dies kritisierenswert ist. Dies ist für mich eine wichtige Erkenntnis, ein Thema das mir völlig aus dem Blickwinkel geraten war. Obwohl! ich wöchentlich mit Aufbauanfragen aller möglichen Personen konfrontiert werde. So lernte ich auch wieder etwas über mich selbst :D ... die biases der eigenen Wahrnehmung.

    Thanks!


    Hammu, da bin ich bei Dir.


    Hätte es sachlichen Anlaß gegeben das Set völlig zu zerreissen, hätte ich dies ohne jegliches Zögern gemacht. Für einen Verriss fehlte die sachliche Grundlage.


    Nun muß die Zeit zeigen was dauerhaft passiert und was bei einem späteren Treffen 2017 aus der Kick und den 2 Toms (13 sowie 16") noch herauszuholen ist. Ich unterstelle tendenziell eher, da geht noch was mit Tuning und etwas mehr Zeit.

    Heute mal etwas anders als sonst für mich üblich... ;)
    Ein etwas oberflächlicher Abriss – zwar viel Text aber doch eher ein „Bauchgefühl-erster Eindruck-Wannabe-Review“ zu einem Drumset für unter 250.- Euro.


    Der lange Text deswegen, da ich vermute, dass manches durchaus auch als erste Info Sinn macht und insbesondere für Rookies hier 2-3 Dinge exemplarisch veranschaulicht werden können. Vielleicht werden auch ein paar „symptomatische Sachverhalte“ oder gar „systematische Schwächen“ im Denkansatz von uns Konsumenten als auch bei den erworbenen Produkten selbst, erkennbar...?


    … und außerdem und überhaupt ;) hatte ich nach vielen Monaten mal wieder Lust darauf hier etwas ausführlicher zu schreiben.


    Für die erfahreneren/"materialverliebten" ;) Freaks, habe ich mir auch einige Referenz- bzw. Querverweise zu meinem biographisch (seinerzeit nahezu traumatisch erlebten) ersten Drumset von 1979 erlaubt. Dieses kostete ohne jede Inflationsberücksichtigung schon mehr als das doppelte (1075.- DM seinerzeit).


    Epilog:
    Für ein Funprojekt dreier alter guter Freunde die etwa 1 oder 2 Mal im Jahr in Baden-Württemberg zusammentreffen, suchte ich ein Drumset. Da eine dauerhafte Räumlichkeit für die Nutzung vorhanden ist, war nun die Frage ob ich mir für jene Meetings jeweils Auf- und Abbautransport zumuten will... oder für diese seltenen Treffen ein total billiges Drumset erwerbe und dort dauerhaft platziere, zur Dampfabfuhr ;) unter 3 alten Freunden die keinerlei Musikolympiade betreiben sondern ganz ambitionslos ;) einfach nur beim seltenen freundschaftlichen Zusammentreffen Spaß! haben aber nicht viel Zeit für hin- und herschleppen (Keller) vergeuden wollen.


    Die Erfahrung vergangener Jahrzehnte bei manchen streßfreien Funprojekten zeigte, dass immer wenn man garnichts investiert sondern stets alles aus dem Zuhause schon vorhandenen Musikinstrumente-Inventar mitnimmt und irgendwo "in der Ferne" aufbaut... nur wenige Wochen später z.B. genau der dort platzierte Snarestand, Zuhause dringend! benötigt wird ;-). Genau auf diese „Entbehrungsrekrutierung“ von Material oder einzelnen Drumkomponenten bzw. das hin- und her hatte/habe ich keine Lust mehr.


    Also war das Ziel:
    Ein sehr günstiges/billiges Drumset neu kaufen und direkt vom Versandhändler nach Baden-Württemberg schicken lassen zum selten genutzten Proberaum bei einem der Freunde. Ursprünglich war meine absolute Schmerzgrenze 333.- für ein Drumkit plus Hardware (also mit 2 Cymbalstands, Snarestand, Fußmaschine, Hihat).


    Ich fand dann recht schnell online ein Drumset „Banxx Pro Series 2“ von MP für 249.- Euro dass meinen Maximalbetrag sogar noch deutlich unterschritt und scheinbar sogar noch einen Hocker beinhaltete und von den im Onlinekatalog abgebildeten Produktfeatures (scheinbar oder wirklich) etwas mehr bot als alle anderen Sets der Mitbewerber für maximal 333.- Euro. Ich hatte auch trotz mancher Dinge die mir optisch online auffielen, gewisse Zweifel ob wirklich für 249.- Euro das geliefert werden kann, was die Bilder (featuretechnisch) zeigen bzw. suggerieren oder letztlich doch etwas in der Produktion "downgegraded wurde", was dann erst nach dem Auspacken auffällt, im Sinne von etwaigen Abweichungen zu den Online-Produktphotos? Alleine wenn man bedenkt, welche Summe entsteht wenn man für ein Drumbau-Projekt 2 Rims-Clones in 12" und 13" ordert, zusätzlich 2 Tombrackets, eine Bassrosette und eine Doppeltomhalterung für jene sowie vielleicht noch 2 Bassdrumspurs nebst deren Brackets (ähnlich dem Banxx)... Sehr seltsam, wie solch ein Gesamtpreis des Banxx Drumsets möglich sein kann. Fragen über Fragen.


    Spätestens nun dachte ich: bei 249.- bietet sich (unabhängig vom Ausgang) eine Vorstellung bzw "Schnelltest" des Sets im Drummerforum an.


    Ich hatte noch Markenfelle Zuhause, die etwas angespielt waren (aufgrund eines Produkttestes vor einiger Zeit, aber mit Sicherheit aufgrund ihres guten Zustands noch prinzipiell guten Sound zuließen). Diese wollte ich für dieses Set bzw. meinen "Test" der Bude nutzen. Eigentlich war von mir geplant in Bezug auf die Felle einen Vergleichstest durchzuführen (mitgelieferte Banxx-Felle vs. Markenfelle auf Schlagfellseite). Dazu kam es dann aufgrund erheblicher Zeitverzögerungen beim Aufbau (siehe unten) leider nicht mehr. Es fehlte dann noch das 13“ Maß (just dies hatte ich Zuhause nicht vorrätig), aber da half wundervoll und unbürokratisch ein netter Kollege für diese "Fallvorstellung" ;) im Forum. Vielen Dank! Frank.


    Nochmals: die Online-Produktbilder machten dem erfahreneren Auge ersichtlich, dass dieses Set versucht eine (etwas) höhere Wertigkeit zu bieten oder suggerieren als andere Mühlen dieser Preisklasse. Da wurde ich wirklich neugierig, was hier möglich ist, da man normalerweise schnell diverse Ausfälle vermuten würde, miese Flügelschrauben und/oder Gewindeschnitt oder Holzspäne im Kesselinneren etc. insbesondere wenn einige bis viele sonstige „Features“ höherer Preisklassen gelistet werden... denn irgendwo muß der niedrige Preis ja herkommen. Aber das sind vielleicht nur meine Vorurteile und Bauchgefühle noch bevor ich irgend etwas in den Händen hielt.


    Zu meinen individuellen Vorurteilen bevor! ich das Set überhaupt in den Händen hatte:
    - Ich wollte in jedem Fall eine wirklich überzählige und nie genutzte (hier nur herumstaubende) Fußmaschine aus meinem Archiv (fremden Pedalen im Low-Budget Sektor mißtraue ich immer! - dazu später mehr) mitnehmen, denn eine annähernd funktional irgendwie taugliche Fußmaschine kann aufgrund des niedrigen Preises eigentlich beim Set nicht enthalten sein.


    - In jedem Falle neue Schlagfelle einer Markenfirma. Bei einem Set für 249 Euro erwartete ich Felle die noch deutlich unter Remo UT, ja sogar wahrscheinlich auch noch unter UX-Niveau sein würden.


    - Tomhalter mit „Kunststoff-Ball“ zur Winkel-Einstellung der L-Stücke können bei diversen Markenherstellern gut funktionieren. Sie tun es bei manchen (no namern) im Alltag leider nicht immer. Insofern hatte ich gewisse Vorbehalte, ob die Tomhalterung bei solch einem Niedrigpreissegment funktional in Ordnung ist oder sich nach wenigen Minuten Drumming, die Toms ihre ehemals eingestellte Position verlassen bzw. Stück für Stück „absinken“ bzw. mehrfach Schrauben nachgezogen werden müssen um „mehr Grip“ herzustellen.


    - Gewindeschnitt bzw. Paßgenauigkeit und/oder Funktionalität der Stimmschrauben der Trommeln wie der Flügelschrauben der Drumhardware ist im Low-Budgetbereich otmals ein heikles Thema. Ich ging hier – sollte der worst case eintreten, vor dem Kauf mental auch mal als „Phantasiereise“ vorbeugend vom Schlimmsten aus.


    - Womöglich ist die Folie der Kessel an einer oder mehreren Trommeln uneben oder gar wellenhaft aufgebracht? Da ist bei manchen Low-Level Kits mitunter einiges zu sehen bzw. zu erleben.



    Es kam zum Erwerb des Drumkits und der Lieferung zum guten Freund nach Baden- Württemberg, dem "Banxx Pro Series 2“ Drumset von MP neu für 249.- Euro!

    Geliefert wurden Drumkessel der Maße:
    22 x 16 Bass
    12 x 9
    13 x 10
    16 x 16 Toms
    14 x 5,5 Snare
    MP nennt hier Birke als bei allen Trommeln verbautes Holz (die Kessel sind schwarz foliert).


    Hardwaresatz bestehend aus:
    1 x Beckenstand doppelstrebig, 2-fach ausziehbar mit 2 Memoryclamps gerade
    1 x Beckenstand doppelstrebig, 2 fach ausziehbar plus im Aufnahmenrohr versenkbarem Galgen und memoryclamps
    1 x Snarestand doppelstrebig, memoryclamp
    1 x Hihatstand doppelstrebig, memoryclamp
    1 x Fußmaschine (auf keinem! Produktbild abgebildet, nicht mal millimeterweise erahnbar – verdächtig!)
    1 x doppelstrebiger Hocker (auf Produktbild nur vage erahnbar).


    Desweiteren dabei:
    Doppelstrebige Tomhalterung Kunststoff-“Ball“-Prinzip mit Memoryclamps für beide Hängetoms sowie mit Memoryclamp zur Bassrosette
    3 Floortombeine
    Stimmschlüssel
    ein paar Drumsticks
    Bassdrumspannreif Schoner-Sticker
    Ein kleines Döschen welches ich sofort (scherzhaft) als Lippenbalsam ;) „empfahl“. Mein erster Eindruck war, er diente zum fetten der Spannschrauben. Später fand ein Freund tatsächlich einen kleinen Zettel wo wohl ein ähnlich lautender Hinweis enthalten war. Den habe ich aber nicht mehr gesehen, der Aufbau war sehr turbulent (dazu unten mehr).

    Vielleicht noch an der Kesselhardware erwähnenswert (bedenkt man das Niedrigpreisgefüge):

    Die 12“ und 13“ Toms haben eine rims-ähnliche Kopie einer Tomaufhängung,
    Die Bassdrumspurs wie deren Aufnahmebrackets sind optisch wie funktional sehr! nah an dem Sonor Bass-Spur System angesiedelt (der Force, Accent etc. Serien). Ein Bild unten offenbart dies. Auch der ein oder andere Drumcustomizer/Drumbauer verwendet konstruktionstechnisch sehr ähnliche spurs - mitunter auch bei deutlich teureren Sets im Portfolio. Holla!


    Zum turbulenten Aufbau:
    Der in Baden-Württenberg wohnhafte Freund hatte freundlicherweise schon alle Produkte den Lieferkartons entnommen und diese fein säuberlich auf dem Fußoden aufgereiht. Daraufhin hatte ich vor unserem Treffen vollmundig per Email verkündet dass ich das Set in 20 oder 25 Minuten aufbauen kann - wir also nicht viel Zeit für unser Musik-machen verlieren. Das hätte natürlich eine Hochdruckgeschwindigkeit meinerseits erfordert – die ich gerne aufbringen wollte... wenn es nur möglich gewesen wäre... Fellwechsel sollte dann in Pausen während unserer Fun-Session stattfinden. So weit der Plan ... die Theorie ;)


    Diese ambitioniert-herbeifabulierte „Geschwindigkeit“ wurde aus diversen Gründen ausgebremst. Ich möchte bei 249,- Euro nicht kleinlich sein ;-), aber vielleicht kann es Rookies einen kleinen Einblick geben, dass alles seinen (persönlichen) Preis hat... irgendwo und irgendwie oder irgendwann (denn Zeit ist auch für viele Menschen ein relevanter Faktor).


    1.) Bis auf die Snare, gab es keinen! Kessel an welchem schon irgendein Fell montiert gewesen wäre. Alles andere, also alle 3 Toms und auch die Bass waren komplett vom Endkunden zu befellen.


    2.) Die Bassdrumklauen waren trotz sehr einfacher Bauart mit Gummi unterlegt... „waren“ ist leider geschwindelt ;-). Sie waren es nicht. Es lagen 16 kleine „Gummiläppchen“ bei, zu denen ich den 2 Freunden sagte, „kümmert ihr euch bitte um das Anbringen dieser in den Bassklauen, ich ziehe derweil schon mal die Tomfelle auf“.


    3.) Bei den Hängetoms machte sich die geringe Länge der Stimmschrauben "etwas" hinderlich bemerkbar. Dazu unten mehr.


    Etwa 30 Minuten später stellte ich fest, dass die 2 hilfsbereiten Freunde noch immer nicht alle 16 Klauen mit Gummi bestückt hatten. Was a.) wohl daran lag, dass ich zu viel Wissen vorausgesetzt hatte (mein! Fehler) andererseits die Gummieinlagen wirkten, als seien sie ursprünglich für einen anderen Klauentyp entwickelt worden. Die Passgenauigkeit war kurios bis seltsam bis unmöglich bzw. der Endkunde muß hier nochmal Hand anlegen und viel friemeln und manuell eingreifen (bei uns mit spitzem Schraubenzieher). Da die Zeit aber davonlief konnte und wollte ich nicht pedantisch sein und sagte, „macht es so dass die Gummi-Inlays irgendwie den Kontakt zwischen Metall und Holzspannreif (foliert) verhindern bzw. puffern“. Am Ende sah es ganz gut aus (von außen).


    Die Kollegen empfanden es als unmöglich, dass keine Anleitung beigelegt sei. Nicht nur wegen der Klauen und diesen nervigen Gummi-Inlays aber insbesondere wegen jener. Ich verwies darauf, dass es bis heute noch nicht jede Firma so handhabt, eine Anleitung einem Drumset beizulegen, die meisten Hersteller, wenn! sie die Klauen wirklich mit Gummi puffern, jene entweder passgenau! und formstabil beilegen oder schon in der Klaue eingepaßt sind. Also der Endkunde normalerweise diesen Aufriss wie beim Banxx nicht hat.


    Ich persönlich verlor neben den vielen Dialogen aufgrund des Drumsets und der ("erzwungenen" ;-)) Aufbau-Mitarbeit, deswegen noch viel weitere Zeit mit "meinen Aufgaben" (Stative Aufbauen und Felle aufziehen), da die Stimmschrauben für die Toms recht kurz waren. Man mußte also an manchen Stellen (je nach Fellauflage) mit reichlich Druck auf die Stimmschraube agieren, so dass diese letzlich in den ersten Windungen der Gewindehülse „griff“. Das war echt nervig! Das ist dann auch weniger eine Frage des lubrifizierens (der Schmierung) sondern simpel der Länge der Stimmschrauben. Fellwechsel macht also mit dem Kit nicht immer Spaß.


    Die Stative sind im Handling (wie erwartet) eher lau. Sie erfüllten ihren Zweck, aber die Formgebung der Flügelschrauben wie auch der Gewindeschnitt lassen einen immer noch einmal zusätzlich prüfen, weil man etwas unsicher ist ob der Druck reichte damit alles in Position bleibt (obwohl da ja auch die Memoryclamps helfen). Auch Cymbalschrägstellung oder die Snarekorb-Winkel-Einstellung ist haptisch nicht so prickelnd. Das Handling der Flügelschrauben ist weit entfernt von wohliger Anfass-Haptik weil diese eher dünn sind und gefühlt-subjektiv in die Finger „schneiden“ (sie tun es natürlich nicht wirklich). Das ist vielleicht kleinlich von mir, aber ich faßte keines dieser Stative gerne an.


    Hihat-Maschine wie Kickpedal des Banxx verfügen über eine Kette.
    - Die Hihat funktioniert. Nicht toll, sondern etwas diffus-behäbig aber sie läuft irgendwie ganz passabel und man stellt nach einiger Zeit einen konstruktiven Gewöhnungsprozess beim Drumming fest, den ich bei dieser Preisklasse nicht erwartet hätte. Es gibt einen kleinen Konstruktions-Design-Kalauer mit dem Metall-"Rundling" auf dem das Bottom-Becken aufliegt, aber das ist nicht weiter tragisch.


    Die Fußmaschine läßt leider keine Federspannung unabhängig zur Winkelstellung des Schlegels zu (der Schlegel läßt sich „konsequenterweise“ ;) überhaupt nicht im Winkel verändern... hahaha). Das ist für mich ein Nogo, und ich könnte mir mit etwas Phantasie vorstellen, dass es vielleicht Absicht war die Fußmaschine nicht auf einem Produktphoto zu zeigen. Auch aus anderen optischen Gründen: ihre Säulen nebst Achse die sie aufnehmen sind konstruktionstechnisch sehr niedrig. Dies zusammen mit dem Lilliput-Pedal (beides siehe Photo - Banxx-Pedal rechts im Bild) läßt gewisse Zweifel aufkommen, ob man im Werk in Asien schonmal von „Schuhgrößen jenseits der Größe 39“ ;) gehört hat?


    Fairerweise muß ich aber sagen dass diese nicht sooo schlecht läuft wie ich in pessimistischer Grundstimmung beim Ordern des Sets unterstellt hatte. Man kann mit der durchaus trommeln. Sie läuft sehr behäbig (hat 2 Federn – wie diverse low Budget-Pedale aus Fernost, die mitunter viele Anbieter voneinander kopieren bzw, "weiterreichen") aber ist durchaus spielbar. Die Optik bzw. das Konstruktionsprinzip dürfte vielen alten Routiniers durchaus bekannt vorkommen (von „den letzten Seiten“ diverser No-Name-China-Drumprospekte).


    Auch sollte spätestens hier gesagt werden, dass mein erstes Drumset 1979 von „Luxor“ für 1075.- DM erworben, wesentlich! schlechtere und/oder instabilere Hardware aufwies und auch im Bereich von Produktparametern wie Funktionalität und Menge der Produktfeatures deutlich zurücklag. Der Langezeittest steht freilich noch aus – in jenem hatte mein damaliges Luxor aber auch schon bei mehreren Ebenen sehr früh versagt bzw. manches war damals schon ab! Werk dysfunktional.


    Auch die Holzverarbeitung der Kessel ist sichtbar bis sehr deutlich besser als damals bei meinem Luxor. Ich hatte hier mit schlimmem gerechnet bzw. war eher überrascht dass vieles auf den ersten hastigen Blick recht gut verarbeitet wirkt. Ich konnte aber aufgrund des Zeitdruckes noch nicht allzu kritisch inspizieren. Aber beim Luxor früher hat man auch mit nahezu geschlossenen Augen unzählige Mängel sofort! gesehen. Beim Banxx nicht!


    Die schwarze Folie des Sets zeigt keine Wellen. Diesbezüglich haben Kollegen und ich noch vor wenigen Jahren bei Ultra-Low-Budget-Mühlen schon manches gesehen - bereits im Neuzustand. Hier bei meinem Banxx ist diese optisch nicht! zu bemängeln.


    Es scheint allerdings so zu sein, dass die (oder manche) Kessel des Banxx nicht deutlich genug unterdimensioniert sind, so dass manche meiner Markenfelle etwas „zu stramm“ aufliegen bzw. nicht wirklich "schwimmend". Das werde ich aber zu einem späterem Zeitpunkt irgendwann nochmal genauer checken.


    Von allen Hardwareteilen scheint die Tomhalterung das positiv herausragendste zu sein. Zwar mag ich auch hier die Haptik der Schrauben nicht so wirklich, aber die Tomhalterung gestattet tatsächlich diverse Ebenen der Einstellung da sogar die Tomarme abseits ihrer L-Stücke zusätzlich auch nochmal im Winkel zueinander am Basisteil der Tomhalterung einstellbar sind. Hoppla – bei dem Preis kurios und nüchtern betrachtet: recht gut!
    Da bin ich wirklich, ohne jegliche Ironie, positiv überrascht.


    Ob das Kunststoff-Ball-System die Toms dauerhaft in Position hält wird die nächste Probe nächstes Jahr zeigen.


    Sound:
    Aufgrund der Tatsache, dass der viel zu lange Aufbau deutlich mehr Zeit verschlang als ursprünglich geplant und meine Freunde schon sichtlich konsterniert bis gezeichnet :) waren, bekam jede Trommel von mir nur ca. 15 - 20 Sekunden Tuning. Auf Schlagfellseite der 3 Toms kamen die oben erwähnten Markenfelle zum Einsatz die ich vorsorglich mitgebracht hatte. Die Resofelle blieben die Originalfelle. Die Bass blieb komplett original und für ein Markenschlagfell auf der Snare (das ich dabei hatte) fehlte die Zeit.


    Insofern muß ich hier peinlicherweise sehr unvollständig und oberflächlich bleiben und zu einer späteren „Begehung“/Probe 2017 nochmal Infos nachreichen.


    Jetzt nur soviel: das 12“ klingt mit Markenschlagfell passabel und wirklich deutlich besser als der Preis suggeriert.


    Selbiges würde ich für die Snare sagen, bedenkt man, dass hier sogar noch das original Banxx-Schlagfell aufgezogen war. Dieses Fell machte beim höherstimmen allerdings extremere Geräusche (im Vergleich zu „normalen“ Snarefellen) insofern vermute/unterstelle/rechne ich hier (mit) einen baldigen Ausriß aus dem Trägerreifen, aber die Probe hat es tatsächlich unbeschadet überlebt.


    Das 13“ Tom war in 20 Sekunden nicht zu stimmen. Es klang nicht gut. Die Interaktion zwischen Schlag und Reso war der heikle Knackpunkt.
    Selbiges beim 16“. Zusätzlich (kein Rims – somit kein Wunder) war das 16“ auch nochmals lebloser als das 13“. „Bopp-ieehh“ auditiv-sinnbildlich gesprochen für das 16" Standtom ;)


    Nicht wirklich schrottig, aber ich vermute die Tuningrange der sehr weich und dünn erscheinenenden Originalfelle auf Resoseite ist doch recht begrenzt und wenn man diese nicht wechseln will, ist deutlich mehr Angleichung und Abstimmung zum Schlagfell erforderlich als 20 Sekunden zulassen.

    Die Bass klang in Bezug auf das Frontfell furchtbar. Dieses Fell mit Luftloch war ab Werk mit unzähligen Falten übersäht (typisches Phänomen diverser ultra-billig-Felle bei Kicks) und da ich keinen größeren Dämmstoff dabei hatte um Schlag und Resonanzfell gleichzeitig etwas zu dämmen, schwang das Reso absolut penetrant in misratener Stimmung bei jedem Kick-Tritt mit. "Ja, so klingt es wenn Anfänger ein Drumset nicht stimmen können" ;) Ich kann stimmen, aber die Zeitarmut in Verbindung mit dem faltigen Fell ließ gestern akustisch nur „das Grauen“ zu.

    Ich bin aber zuversichtlich: die Bass hat mehr Potential wenn entweder Zeit für das Stimmen ist (also die vielen Falten herausstimmen OHNE! dieses Ultra-hoch zu stimmen) und! Ein klein wenig Dämmung am Resofell anliegt. Sicher rächte sich auch zusätzlich, dass ich kein höherwertiges US-Markenfell als Schlagfell dabei hatte. Ein besseres Schlagfell und ein besser gestimmtes Reso und etwas mehr Dämpfung dürfte den Sound der Kick womöglich woanders hinbringen.


    Gleichwohl gegenwärtig ist dies noch (reine) Spekulation meinerseits... auch ob ich das 13" Tom und erstrecht das 16" Tom auf die bessere Klangebene des 12" Toms (das bislang wirklich am akzeptabelsten klingt) hinbekomme... das wird das Jahr 2017 zeigen. Oder Kollegen, sollten sie das Set kennen, können vielleicht vorher über ihre Erfahrungen berichten.


    Eine vielleicht nicht ganz unwichtige Fragestellung:
    Kann solch eine Konfiguration inklusive Konzeption und Produktion in Asien, wirklich unter ausreichender Berücksichtigung von Arbeitsplatz- und umweltrelevanten Faktoren für 249.- Euro nach Europa verschifft und bis zum Endkunden gebracht werden? Es wurde tatsächlich das geliefert, was die Produktbilder zeigten. Es ist vielleicht garnicht sooo erstaunlich, dass noch beim Aufbau beide Freunde von mir das aussprachen was ich so oder zumindest ähnlich dachte: „Ist das durch Kinderarbeit entstanden?“ „Wie kann so ein Preis möglich sein?“ etc. Ich bin aber auch nicht ganz sicher, ob dieses Set vorher mal teurer angeboten wurde und nun reduziert war zum "Raushau-Preis... Es war ein „Deal“ Pictogram im Online-Shop eingeblendet... das heißt für mich aber erstmal garnichts, aber vielleicht war es tatsächlich ehemals teurer? Trotzdem erscheint mir wie den 2 Freunden solch ein Preis eigentlich unvorstellbar/unrealisierbar.


    viele edits: mainly Rechtschreibung und eine handvoll ergänzende Wörter und bei den letzten Edits heute noch ein paar dutzend Buchstabendreher ausgemerzt, dazwischen viel Sport und tausend andere Dinge die mich fahrig und senil werden lassen und blind für die eigenen Rechtschreibfehler ;)