Ein paar vorsichtige Denkanregungen:
1.) Drumsets (wie ich seit Dekaden geradezu zwanghaft
behaupte), kann man nur an nahezu identischer Hörposition vergleichbar beurteilen.
Ein Kollege wies auch hier im Thread darauf hin. Wir müssen lange suchen, um ein 2. Instrument zu finden, dessen Sound so dermaßen von Raumakustik und der konkreten Platzierung im Raum bestimmt wird, wie das Drumset.
2.) Sind beide Sets immer mikrofoniert?
Ich ertappe mich fast immer dabei, dass ich an einem unmikrofonierten Set viel freier und lockerer und mit mehr Fun! spiele. Einfach weil auf den Toms und Snare nichts schlagtechnisch eingeschränkt bzw. "weg-technisch" nichts zu beachten ist. Fast alle mikrofonierten Trommeln bedeuten bei mir mental die Spaß-Bremse: "Vorsicht: "hau' das Mikro nicht durch einen falsch platzierten Schlag zu klump". Wobei mir diese Hemmung lange Zeit garnicht bewußt war - ich stellte zunächst nur überrascht fest, dass es am unmikrofonierten Set mehr Spaß macht. Das "warum" fand ich erst viel später heraus. ![]()
3.) Stimmerfahrung/Gehörschulung/Hörerfahrung.
Ich weiß noch gut als ich mein altes Billig-Luxor nach und nach durch ein Tama Artstar 1 (Cordia) austauschte. Am Anfang fand ich die Toms klanglich garnicht so deutlich unterschiedlich. Der immense Mehrpreis des Tama schien mir schwer zu rechtfertigen. Wenige Jahre später dachte ich, ich sei vorher IRRE
gewesen, den immensen Unterschied nicht wahrgenommen zu haben.
Zwischenzeitlich wurde mein Stimmwissen dramatisch besser, meine höranalytischen Fähigkeiten sicher auch feiner bzw. besser.
Insbesondere Deine Aussage, dass zwischen der 20" Basix Birke und der 22 Tama Birke/Bubinga nicht so ein großer Unterschied bestehen soll, läßt mich doch deutlich an meine Hörerfahrung(en) früher erinnern. Ich kann irren, aber ich erkenne mich fast wieder in Bezug auf frühere "etwas voreilige"
Annahmen/"Hördiskiminanzleistungen".
Die Tama Kick (selbst wenn sie halb beschädigt wäre) hat durch die Birke/Bubinga-Holzkombi einen (sehr) charakteristischen Klang: Einen zuweilen "knochig"-bassig-"schmatzenden" ;-)Ton (sehr blumig umschrieben, zugegeben) der sie nicht nur leicht mikrofonierbar macht mit guten bis tollem Ergebnis sondern auch manche Alternativen entweder alt oder zumindest deutlich anders im Klangspektrum erscheinen läßt (in den Ohren sehr erfahrener Drummer in jedem Falle). Nicht wenige Drummer empfinden sogar den Mischkessel des B/B dem des etwas teureren "Starclassic Bubinga" leicht überlegen
Wenn man dies nicht so wahrnimmt, ist das auch völlig OK. Wir alle können irren. Me too
Deswegen habe ich auch gerne offen über meine Hörvergangenheit geschrieben und den über Jahre und unendliche Hörvergleiche zurückgelegten Weg. Wir alle ändern uns und unsere "Hörurteile" da im Laufe der Zeit/Erfahrung.
Aber manches an Deinen Ausführungen könnte Hinweise darauf geben, dass Du Dich vielleicht auch noch etwas schwer tust die Klangcharaktistika wahrzuinehmen ODER die Trommeln entsprechend ihres besten Sweet-Spots zu stimmen! Den freilich gilt es bei jeder Tro,mel erstmal zu finden. Auch dies ist keine angeborene Gabe sondern dauert bei den meisten Drumemrn Jahre, bei diversen viele! Jahre. Und wenn man den nicht herausarbeitet, ist es oftmals tatsächlich möglich, dass ein faktisch schlechter verarbeitetes Set (das Basix Custom, dass ein Starcklassic in Sachen Verarbeitung/Lackerierung etc. schlägt, möchte ich sehen... hahaha
) oder ein deutlich günstigeres Drumkit scheinbar besser klingt als ein deutlich teureres Set.
Wobei man da den ("Entwicklungs"-)Weg immer auch etwas "abkürzen" kann, wenn ein sehr erfahrener Drummer mit einem gemeinsam Hör- und Stimmvergleiche vornimmt und man gegenseitig sich auf Dinge die man hört (und wie man sie hört) verbal aufmerksam macht. Also gegenseitig beschreibt was man hört bzw. auch noch auf ungehörtes bzw. bislang unbeachtetes des Kollegen aufmerksam macht oder wenn der Kollege gerade dicht am Sweet Spot war, aber soeben die Stimmschrauben minimal davon wegbewegt und in die "falschen Stimmrichtung aufbricht" dies ZEITNAH mitteilt ![]()
Natürlich kann man alternativ nun auch einfach mal den Geist ruhen lassen und obiges zunächst mal vergessen bzw. hintenanstellen. Dies kann manchmal auch helfen von einer "fixen Idee"
(oder kaum noch erschütterbaren "Überzeugung") abzukommen und alles später! nochmal mit zeitlichem Abstand neu und sachlich-nüchtern bewerten zu können.
Man könnte also (wie auch schon ein Kollege schrieb) das Tama wegpacken und erstmal Spaß mit der Basix-Bude haben. Ich wette aber
wenn Du das Tama mit etwas zeitlichem Abstand und einem erfahrenen Kollegen an der Seite beim Tuning nach ein paar Monaten oder 1-2 Jahren neu aufbaust und konfigurierst/stimmst etc. werden sich manche Dinge neu und/oder anders herausstellen.
Viel Erfolg und Spaß bei dem schönsten Instrument des Planeten, dem Drumkit. Und danke für den wirklich interessanten Thread!
Kollegialer Gruß
edits: inhaltlich nichts geändert. Only viel Rechtschreibung