Der Lehrer liebt es wenn bei einem Standarddrumset mit einer Bassdrum das Pedal und der rechte Fuß möglichst exakt ausgerichtet und die Bassdrum wie ein Kanonenrohr zum (imaginierten) Publikum zeigt. Ferner die Kick und die Snare! sowie die Position des Hockers (mit dem Hintern als Haupt-Stabilisator für gerades Sitzen) den "optischen" und körperlichen Ausrichtungs-Schwerpunkt bilden und alles andere z.B. Hihat, Floortom etc. paßt sich dieser Ausrichtung an. Ebenso wenn 3 Standarttoms (Hi, Mid, low) und Hihatpedal ohne Körperdrehung oder Fehlstellung der Beine und Füße locker erreich- und bedienbar sind.
Es gibt freilich auch Ausnahmen auch bei manchen berühmten Drummern. Um die geht es mir aber hier der einfachheithalber nicht.
Nun zu den Phänomenen (auch und bewußt ganz abseits von Jürgen hier allgemein! angeschniten werden, ich könnte Seiten schreiben, alleine die Hitze erlaubt es mir nicht)
1.) Es gibt Drummer die sich für ihre Körperausrichtung die falschen Fixpunkte suchen.
Insbesondere sobald eine Bassdrum nicht parallel oder nicht in einem rechten Winkel zu einer Raumwand ausgerichtet steht, kommen jene mit der Körperausrichtung am Drumset total ins Schleudern. Sie richten ihren Körper zu der ein oder anderen Wand aus oder sonstigen räumlichen geometrischen, strukturgebenden Anhaltspunkten. Dieses Phänomen ist massiv und betrifft die Mehrzahl der Rookies aber auch mehr der Erfahreneren als man (mir) hier glauben wird
. Ich empfehle dann immer: "beachte nur! die Stellung der Bass und der Snare (nicht die Raumumgebung). Man sollte stets das Publikum vor der Bassdrum als Bild im Kopf haben". Das hilft manchen. Es erfordert für Rookies ein gewisses Abstraktionsvermögen die Raumumgebung auszublenden und die Bass, Snare und Hocker sowie das "imaginierte" Publikum als die einzig RELEVANTEN Fixpunkte zu betrachten. Für manche ist es eine ganz harte Nuß vorstellungstechnisch. Vielleicht ähnlich wie manche früher mit der Schulgeometrie brutal gekämpft haben. Aber es ist erlernbar, für manche allerdings sehr, sehr langwierig .
2.) Insbesondere bei 2 großen Bassdrums (22", "24" etc.) ist für diverse Drummer der Spielkomfort mit einigen Kompromissen behaftet.
3.) Wir Menschen sind nicht gleich gewachsen. Beim Waldlauf begegnet mir fast jeden 2. Tag ein sehr netter älterer Herr den ich trotz meiner schlechten Sehkraft schon in 200 Metern Entfernung erkenne. An den ausgeprägten O-Beinen. Und es gibt bei uns Individuen viele! andere körperliche Unterscheidungsmerkmale, Becken, Rücken(Verlauf/Krümmung), Armlänge, Beinlänge etc. etc. Vieles ist mitnichten gleich. Genau deswegen verbietet es sich aus der Ferne Pauschalempfehlungen oder Pauschalverbote zu geben.
Das ein 2.15 großer Drummer und Basketballspieler die Crashcymbals nicht direkt vor der Nase montiert hat, der 1.59 kleine Eishockeytormann und Drummer aber doch - leuchtet uns allen ein. Da wir die Armlänge entsprechend der Körpergröße in gewisser Korrelation unterstellen. An individuelle Unterschiede bei Fuß und Beingröße/länge und individuellen Stellungen oder Fehlstellungen denken wir kurioserweise selten(st).
4.) Ich persönlich favorisiere Single-Kick und Doppelpedale aus spiel-ergonomischen Gründen UND! aufbau- und transportlogistischen Gründen. Insbesondere jene Variante bei der die Kardanwelle keinen Millimeter ausgefahren wird sondern das Slavepedal direkt bzw. so dicht wie möglich an der Hihat ´dran ist.. So geht man im Bestcase keinen bis im "worstcase" den geringstmöglichen Kompromiß in Sachen Fußstellung, Körperbalance und Abstand zur Hihat ein. Vorsicht: individuelle anatomische Besonderrheiten (siehe Waldlauf) ausgeklammert.
5.) Die Macht der Gewohnheit. Hat man sich jahrelang an eine suboptimale Körperausrichtung bzw. -Stellung gewöhnt ist es mitunter sehr schwer eine andere Haltung einzunehmen bzw. von dieser üebrzeugt zu werden
. Da sich in aller Regel viele (Micro)-Time-relevanten Bewegungsablaufe an die suboptimale Stellung angepaßt haben. Somit eine Korrektur der Stellung für viele Drummer zunächst einer Verschlechterung ihres Spiels oder zumindest ihres Spielgefühls und ihrer Spielsicherheit gleichkommt. Es geht mitunter mit massiven Widerständen einher. Die aber verständlich sind... eben da zunächst der Eindruck entsteht "ich kann so nicht gut spielen".
6.) Bei vielen Drumsetaufbauten gibt es massiven Optimierungsbedarf. Mitunter erübrigt sich dann jede Diskussion über Fehlstellungen
Edits: Only Rechtschreibung, davon aber reichlich