I
Das wichtigste ist: an der Wahrnehmung jedes einzelnen in der Band zu arbeiten.
Dies kann man (fast nur) mittels gemeinsamer Analyse von den Probe-Aufnahmen bewirken. Es ist ein längerer, dynamischer Prozeß, der aber immer! lohnt (wenn sich jeder darauf einläßt, manche reagieren je nach Ego leider mit REAKTANZ).
Meiner Meinung nach hilft insbesondere die Identifizierung zunächst einzelner Stellen (wenn sie alle Teilen, bzw. sich in Sachen Warhnemung alle einig sind) der Bewußtmachung von Untightness. Mit dem lokalisieren der Schwankungen an dramatischen Stellen kann eine Verbesserung jener Stellen stattfinden. Sind diese gemeistert setzt meist ein schleichender Prozeß ein, so das auch kleine Schwankungen plötzlich besser identifiziert werden. Es kann so ein dynamischer Prozeß mit immer besserer Tightness werden. Im worstcase wird es zwanghaft und nimmt den Spaß
Man sollte sich auf dem Weg nicht verbeißen.
Im Idealfall passiert dies (hier im Zeitraffer, stark naiv-vereinfacht):
Alfons: "Hörst Du hier? Da lag die Kick deutlich vor dem Basston!"
Kunibert: "Ich höre nix, ist doch alles Ok!"
Alfons: "Ich loope den Part mal und wir hören uns die kritische Stelle in der Schleife wiederholt an."
Alfons: "JETZT!"
Kunibert: "Ach das meinst Du? Stimmt, da war ich etwas spät! Die Kick stimmt, mein Basston hinkt da etwas. Da muß ich kurz zuvor umgreifen und komme dadurch wirklich etwas zu spät. Hätte nicht gedacht, dass man das hört. Das übe ich Zuhause nochmal damit ich besser in Time bin."
II
Häufig ist eine 2. Ebene mitbeteiligt. Manche kämpfen je nach Songpart so mit ihrem eigenen Spiel (Instrument), dass sie weder noch Wahrnehmungsrecourssen für die Qualitätsicherung des eigenen Timings haben, geschweige denn Wahrnehmungsrecourssen für die anderen der Band (wo jene gerade in ihrem Spiel sind) haben. Ich glaube diese Ebene habe ich 2 - 3 stellig bei Bands gesehen. Dies schließt erstgenannten Weg nicht aus, aber es ist wichtig, dann auch die eigenen Parts so zu beherrschen (sie mehr zu üben als bislang als nötig erachtet ;-)), dass mehr mentale Recourrsen für die Wahrnehmung des eigenen Timings und der Band-Tightness zur Verfügung stehen.
Auch hier ist oft die Gefahr der REAKTANZ, da die meisten Menschen (Musiker) sich höchst ungerne ihre spieltechnischen Mängel (bzw. zu wenig Hausaufgaben gemacht) eingestehen wollen - und erstrecht nicht gegenüber dritten eingestehen wollen!
Beide Ansätze führen aber faktisch mittel- bis langfristig zu massiven Verbesserungen und sind es nicht nur wert sondern unerläßlich um besser in Sachen Tightness zu werden.
Bei Untightness von Bass und Drums ist (schon mehrfach von mir im Forum gebetsmühlenartig geschrieben) ist neben I und II als Punkt III absolut wichtig: Eine räumliche Nähe zwischen Drummer und Bassisten im Proberaum herzustellen. Je dichter, "intimer" umso besser. Die Kick muß schon im Ansatz vom Bassisten erahnt werden, quasi prophetisch vorhergesehen werden was der andere rhythmisch macht oder machen wird!. Dies wird durch räumliche Nähe immens verbessert!
Ungelogen: es gibt untighte Demos bei den man hört, dass der Drummer (gefühlt) in der Garage sitzt und der Bassist im Wohnzimmer auf dem Sofa. Nicht gut!