Ich wage hier nur einige ganz vorsichtige Hinweise - und gestehe gleich - ich habe nicht alles bisher gelesen (die berufliche Qualifikation laß´ich mal stecken - sonst werde ich noch zur 2. Sigrid "Evita" Wagner... hahaha):
Selbst im angehenden Grundschulalter ist es eine extrem! anspruchsvolle Aufgabe Kinder zu unterrichten... auch und gerade musisch/rhythmisch/spielerisch. Die Gründe dafür sind vielfältig und sprengen den Rahmen einer Diplomarbeit: hier nur 2 die mir immer massiv ins Auge sprangen:
1.) unglaubliche große individuelle Unterschiede und Begabungen bzw. teilweise sogar schon rudimentäre Vorerfahrungen (Musikkarussel etc.)
2.) massive Konzentrationsdefizite einzelner - welche nach kurzer Zeit (wenn Frustration aufgrund unzureichender eigener Erfolge oder Versagensangst eintritt oder Langeweile oder eben unzureichende Konzentration) sehr große! Wirkung mit ihrem Verhalten auf die Befindlichkeit anderer ausüben können.
Das soll keinem den Wind aus den Segeln nehmen!
Aber mal ein Beispiel:
Gerade ein tolles rhythmisches Element sind diese bunten Kunststoff-Röhren. Der Fachterminus ist mir entfallen. Viele Grundschulen und Kindergärten haben sie! Die gibt es in verschiedenen Längen damit lassen sich bei softem auf den Handballen Schlagen (nicht ich die Kinder- hahaha sondern das Kind selbst) nette Klänge und ganz einfache Rhythmen erzeugen. Das macht vielen irre viel Spaß.
Leider haben viele Erwachsene "vergessen", dass bei vielen ganz kleinen Kiddies noch sehr, sehr wenig rhythmische Erfahrung da ist. Woher sollen sie die auch haben. Der Herzschlag im Mutterbauch... viel mehr war da bei manchen noch nicht (sehr überspitzt formuliert).
Will heißen ein ganz simpler Rhythmus wie 3 mal Sechzehntel schlagen (BAMM-BAMM- BAMM-PAUSE) und die 4. Sechzehntel als Pause leer lassen... erscheint uns ultra-simpel-trivial. Viele Kinder können es - aber einige scheitern schon daran. Ich kenne/kannte viele erwachsene Musiker die das garnicht glauben wollen bzw. sich nicht (mehr) vorstellen können.
Was will ich damit sagen:
Bei jedem didaktischen Aufbau ist immens wichtig inhaltlich bzw. vom Anspruch zunächst tief-zu-stapeln. Es ist sehr wichtig sich verschiedene ultra-simple "rhythmische Spiele" - lieber noch einfacher: simple Abfolgen (jeder schlägt einmal, alle nacheinander - dann jeder 2 mal) zu überlegen. Wenn die dann für alle gut funktionieren kann man immer noch ´draufsatteln. Aber auch hier müssen die inhaltlich-didaktischen Schritte/Sprünge sehr klein sein.
Wie gesagt die meisten Erwachsenen (Stichwort Perspektivübernahme) scheitern massiv im Vorstellungsvermögen welches motorisch-koordinative, wahrnehmungspsychologische-, und rhythmische Rüstzeug in welcher Altersstufe vorauszusetzen ist. Und nochmals: niemals die immense Bandbreite (Unwort) verschiedener individueller Voraussetzungen/Fähigkeiten und Fertigkeiten der Kiddies unterschätzen.
Ein tolles (rhythmisch-musikalisches) Gemeinschaftserlebnis zu schaffen setzt voraus, den schwächeren Erfolge oder einfach Spaß am Spiel zu ermöglichen und ihr Selbstvertrauen zu stärken und dazu noch die vermeintlich stärkeren gleichwohl einzubinden und zu fördern. Das ist ultra-schwer. Daran scheitern mitunter die besten Pädagogen (und schlechte haben wir schon genug).
Nochmals: das Risiko, dass jene die sich bei zu komplexen rhythmischen Mustern unwohl fühlen weil sie es nicht hinbekommen (verständlicherweise)
abdrehen, ist nicht ohne. Das sollte durch gute inhaltliche Vorbereitung genau mitbedacht werden (somit auch einen Plan "B" bereithalten).
Für das "für" des Kollegen hier spricht auch ein bisschen dass in vielen
Kindergärten und Grundschulen immer noch kaum männliche Betreuer/Pädagogen und Lehrkräfte existieren. Das ist für die Sozialisation gerade vieler Scheidungskinder eine ganz seltsame Sache. Auf der anderen Seite ist es unglaublich, wieviel Sympathie einem die Kiddies entgegenbringen - schon alleine deswegen, weil man ein Mann ist. Hat man dann noch fundierte Erfahrung mit Kiddies und Jugendlichen in Pädagogik-Bereichen - das hilft auch immens - aber nochmals viele sind bei männlichen Lehrkräften zunächst schon per se super-motiviert und irre aufmerksam!
Nur sollte man auch wissen, dass dieser Bonus schnell verspielt sein kann, wenn man sich nicht sehr gut didaktisch vorbereitet.
Und das... hust ... traue ich persönlich wenigen zu. Das heißt natürlich nichts.
Also sehr gut vorbereiten. Unbedingt vorher auch mal an 1-2 Tagen hospitieren. Gerade viele verhaltensteuernde Methoden die in manchen modernen Kindergärten bestehen sind mitunter sehr hilfreich um kindgerecht eine angstfreie Umgebung zu schaffen und ein Klima in dem gerne neues gelernt oder erfahren wird.
Diese kleinen Rituale (die durchaus von Kindergarten zu Kindergarten oder
sogar von Gruppe zu Gruppe differieren können) sollte man kennen. Das hilft immens!
Edits... inhaltlich nix - aber Rechtschreibung