quickpouch... "autsch"
Also ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass bei dir einiges durcheinander gerät. Es ist natürlich immer super-easy renommierte Drummer zu beobachten bis man einen (oder mehrere Fehler) entdeckt um dann zu rufen "hallo, jemand zu hause, ich höre deine Fehler und kenne sogar Drummer die das besser machen".
Mir stellt sich da immer die Frage nach dem Sinn, derartiger (leicht negativistisch ??? angehauchter) Aktionen. Hier mal eine Handvoll Randbemerkungen.
1.) Binsenweisheit: Kein Drummer ist fehlerlos
2.) Die Bedingungen unter denen Konzerte oder gar Video-Drehs für Drummer ablaufen sind sehr unterschiedlich und von vielen Faktoren abhängig. Oftmals nicht miteinander vergleichbar!!!
3.) Die Persönlichkeitsstruktur von Drummern mit ihren Fehlern umzugehen ist sehr individuell (das bedeutet KEINESFALLS sowas ala "der eine handelt seine Fehler professionell, der andere gibt sich keine Mühe und nimmt die Drummer-Community nicht ernst"... blablabla)
Wenn z.B. der von mir sehr geschätzte Ian Paice mal einen Paradiddle von langsam nach schnell etwas kantig überführt, dann heißt das nicht das er es nicht besser kann. Ich unterstelle ihm da eher die COOLNESS zu sagen "that´s life - go ahead" und nicht noch mal auf 15 Takes im Videodreh zu bestehen, um als makelloser "diddler" zu gelten. Viele andere Drummer tun aber genau das: "Stop - rewind - I´ll do it again".
Anderes Beispiel letztes Jahr von Anders Johansson in Langen/Germany. Der Drumroadie kommt backstage vorbei und sagt "I can´t fix the broken pedal". Gemeint war ein kaputtes Kugellager des rechten Bassdrum-Pedals. Anders zuckt die Schulter und sagt "it doesn´t matter to me." Das Pedal federte schon beim Gig am Vortag nach dem Auftreffen auf das BD-Fell nicht mehr vollständig zurück, sondern blieb auf halbem Weg immer im Kugellager-Fraß stecken. Reichlich abgebrüht.
4.) Ich kenne weltklasse-Drummer, die unter der Kombination von Jet-Lag und Grippe wirklich nicht sooo toll gespielt haben. Na und: deswegen vergleiche ich doch nicht diese spezifische Leistung unter brutal-Bedingungen mit jenen Semiprofis die ich vielleicht während ihrer 15 Minutes of Fame beäugte. Solche Vergleiche müssen hinken!!!
5.) Ich kenne auch einige tolle Semprofi-Drummer die in manchen Bereichen ´nen besseren microtime-groove hinlegen als Drumgott "XY", Wirbel noch über die Schallmauer hinaustragen etc. Ist doch schön, wenn auch Semi´s, und auch mancher Amateur!!! fantastische Ausdrucksmöglichkeiten und Techniken aufweisen. Es hat doch nie jemand behauptet, das Drumruf gleichbedeutend ist mit BESTER DRUMMER DER GALAXIE" (wobei man über Kriterien solche Titel zu vergeben ohnehin endlos streiten könnte).
6.) Gerade in Sachen Timing gibt es eine Menge Mißverständnisse. Die wenigsten von uns (mich natürlich inbegriffen) haben irgendeinen Plan über Abhörbedingungen und technische Unzulänglichkeiten vor Ort. Gerade dass sollte aber ein Grund zur Vorsicht gegenüber unserer selbstherrlich-gepflegten "Abschußliste" sein... "da lag er schon wieder daneben." Ich weiß von einigen Kollegen von ´ner Menge Nachbearbeitungen von Studios, von Producern die im Nachhinein Spuren dazumischen (die vor der Drumeinspielung schon aufgenommen waren, dem Drummer aber nicht eingespielt wurden), einzelne Drumschläge per Hand am PC editieren etc. etc. Von dazumischen von Triggersignalen ganz zu schweigen. Da kann das Timing schon hörbar leiden ("klingt nicht mehr tight, deine Kapelle") und bewußte Microtiming-Verschiebungen sind die ersten die man mit oben genanntem Procedere beerdigt. Klar es gibt auch eine Menge Profis, die obengenannte Bearbeitungen unter Wahrung des Grooves hinkriegen, aber längst nicht jeder hat das Gehör und handwerkliche Geschick dazu!!!
7.) Viele Amateure und Semiprofis sind total happy mit ihrem Status. Und machen musikalisch tolle Sachen.
8.) Manche Amateure und Semiprofis sind unglücklich mit ihrem Status. Sie haben das Zeug (Motivation, Talent, Entbehrungstoleranz etc.) an sich zu arbeiten und vielleicht mehr zu erreichen... und erreichen auch eines Tages mehr. Thumbs up!
9.) Manche Amateure und Semiprofis sind unglücklich mit ihrem Status und haben trotz phänomenalem Drumming und toller Technik aufgrund anderer Handicaps (die beispielsweise in ihrer Persönlichkeitsstruktur liegen) keine allzu realistische Aussicht je dort hin zu kommen wo man von "Ruf als Drummer" sprechen könnte.
10.) Manche Amateure und Semiprofis sind garnicht so interstellar bedeutsame Drumathleten aber definieren irgendetwas im Drumming neu und werden damit berühmt. Das is´ auch nix verwerfliches sondern spricht doch auch für eine gewisse Originalität, die Musik als solches auch braucht um sich weiterzuentwickeln.
@ Matzdrums
sorry du kamst mir in einigen deiner Ausführungen zuvor
Ich hatte alles schon in meinen PC gehackt, da wollte ich nix mehr kürzen!