Wir reden von diesen Maßen:
22" x 18" Bass Drum mit Bass Drum Rosette
10" x 07" Tom Tom
12" x 08" Tom Tom
14" x 14" Stand Tom
14" x 5,5" Snare Drum
Ich habe das Kit sehr ähnlich. Allerdings mit einer Abweichung: 16" Standtom.
Das Set zielt auf die untere Mittelklasse, das sollte man wissen.
Es klingt für mich schon mit Werksbefellung recht gut (Remo UT on Top, ich vermute noch billigeres Remo-Lizenz-Derivat auf Resoseite)
Die Bassdrum gefällt mir sofort, einer der wenigen Hersteller der Kicks in diesem Preissegment (deutlich unter 7,X Millimeter Dicke) anbietet, nämlich mit recht dünnen 5,4 mm.
Die kurzen Toms sind irre praktikabel und bequem justierbar. Nicht soo flach wie Hyperdrive aber eben schon richtig bequem und spiel-tief justierbar, wenn man denn möchte. Selten hat mir spielen mit einem Kit so schnell Freude bereitet, zumal die 2 Tomhalter im Zusammenhang mit den Hängetom-Maßen super komfortabel einstellbar sind, wenn man dem Pearl-Tomhalter-System vorurteilsfrei begegnet und dieses "versteht".
Die Standtom-Fuß-"Lochung" und Enkopplung der Pearl Standtombeine (die Pearl ja auch beim Decade so herausstellt) ist zwar wirklich besser als bei manchen Herstellern und Serien die über eine Entkopplung ihrer Standtoms garnicht nachdenken (also keine haben, davon gibt es leider immer noch viele), aber eben auch für Kenner schlechter als z.B. die alte Mapex Feder-Entkopplung oder die Feder-Entkopplung der Dixon Artisan-Sets. Der Vergleich ist natürlich etwas unfair, da diese Systeme wesentlich teureren Sets vorbehalten waren, bzw. je nach Hersteller dem Kostendruck der Gegenwart entsprechend, leider schon wieder aufgegeben (downgraded) wurden.
Die Snare klingt für mein Ohr durchaus besser, als zunächst unterstellt/vermutet. Ein Kollege hier vom Forum fand sie zunächst recht gut, um sie 14 Tage später mit den Worten "besorg Dir mal eine anständige Snare" abzuwerten. Dies belegt, wie die Info um den Preis oder die Einordnung des Sets im Pearl-Portfolio die Wahrnehmung zuweilen massiv beeinflußt. 
Die Kessel haben außen mehrheitlich sichtbare und fühlbare "Übergänge" an den Holzlagen. Dies gab es auch öfters bei den lackierten Pearl ELX-Sets Mitte der zweitausender Jahre. Pearl kann das natürlich produktionstechnisch viel besser, ich denke aber sie lassen dies bewußt so
, als Produktdifferenzierung nach unten. Mir fiel es sofort auf. Auch Schülern war es initiativ erwähnenswert, ohne! jeden Hinweis durch mich.
Insgesamt bin ich dünnen Kesseln sehr zugetan, so dass die Entscheidung auf 5,4 mm für mich in diesem Preissegment der cleverste Schachzug von Pearl an der Bude war. Es spricht schnell an, das bewirken dünne Kessel originär.
Ich unterstelle aber (eine nicht beweisbare, freche These meinerseits) dass Pearl bei den Vorgängerserien Visions zu wenig Geld verdient hat.
Insofern habe ich etwas Zweifel an dem im Tonfall sehr ähnlich abgedruckten Promo-Statement:
"Pearl hat 10 Jahre geforscht um mit dem Decade dem Endkunden nach 10 Jahren Forschung das MAXIMUM an Wert für sein Geld zu bieten".
Ich würde hingegen sagen:
"Pearl hat womöglich ein paar Jahre herstellungslogistische Effektivierungs-Studien betrieben, um herauszufinden, wie man ein passabel bis gut klingendes Set auf den Markt bringt, dass nicht nur eine Produktdifferenzierung zu den bereits bestehenden Pearl-Serien aufzeigt, sondern mit dem sich auch noch etwas Gewinn erwirtschaften läßt".
Wie schwierig eine Produktdifferenzierung zuweilen ist bzw. das jene teilweise je nach Absatzmarkt angepaßt wird, zeigt die Tatsache, dass die Decades in Japan nicht wie hierzulande mit dem Export-Hardwaresatz ausgeliefert werden, sondern mit der etwas aufwendigeren 900' er Hardware. Dafür sind sie dort etwas teurer, wenn ich nicht irre.
Nun ganz aus dem Bauch: Ich mag! die Kiste, die ich als Shell-Set erworben habe.