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Vielleicht bin ich aber auch zu naiv und hätte der Band (Ü45) nicht beitreten sollen. Hatte aber zumindest Bock drauf mit älteren, erfahreneren Musikern Mucke zu machen.
a.) Ich sage öfters zu Schülern (den jüngeren wie deutlich! reiferen): "das tolle an Musik ist, dass man ungeachtet des Alters dieser tollen Ausdrucksform nachgehen kann und dies auch ungeachtet des Alters, Religion oder Hautfarbe der Beteiligten in einer Band etc."
b.) Dann kommt meine Einschränkung: "Wenn die Altersstruktur deutlich voneinander abweicht muß man allerdings höllisch! aufpassen, nicht in ein Lehrmeister/Azubi oder gar Vater/Sohn Gefüge zu kommen".
Und jetzt wird es noch undiplomatischer formuliert: es gibt ein paar ältere Herrschaften die lauern nur darauf junge, zuweilen etwas unsichere, zu kompromisbehaftete oder gar leidensfähige Leute zu finden bei denen sie ihre "Lebenskompensationsdefizite" ausleben können. Wenn ein Anflug solch einer Konstellation tatsächlich auftrifft gibt es nur 3 Möglichkeiten.
1.) Sich solchen frechen (zuweilen sogar gemeinen machtauslebungs-)Tendenzen beugen. Ich würde mich dem NIEMALS! beugen und dies auch nie raten.
2.) Das Thema ansprechen und hoffen dass das Thematisieren dieser Asymmetrie zu ihrer Beendigung führt. Manche Erwachsenenpädagogen etc. sagen zuweilen recht naiv: "das hilft oft". Ich hingegen sage: "meist leider nicht! weil Persönlichkeitsstrukturen überdauern".
3.) Es ansprechen, eine kurze! Übergangszeit ausprobieren und wenn sich nichts ändert, als junger Mensch die "Geriatrie-Truppe"
verlassen.
Ich kenne unzählige "Beispiele", wo junge Leute in Bands nur zum Degradieren oder zum Dienstleister für die Phantasien einer Altherrenriege benutzt wurden. Ich finde garkeine angemessenen Worte (die meisten die ich fände wären justiziabel ahndbar) was ich von solchen "Beispielen" halte. Ich schreibe dies als 51-jähriger und schreibe dies wohlüberlegt und keinesfalls aus einem Bauchgefühl heraus.
Ich weise aber ausdrücklich darauf hin, dass obenskizziertes wahrscheinlich für Deine Band überhaupt nicht gilt. Ich spreche oben also "nur" oftmals anzutreffende Dynamiken an, von ganz anderen Fällen/Bands die mir sehr detailliert über viele Phasenverläufe en Detail zugetragen wurden. Oftmals heißt keinesfalls!!! immer. Es gibt auch viele Menschen die toll und ungeachtet der Altersunterschiede in Bands kollegial agieren und wundervolle langlebige Projekte ermöglichen. Siehe meine These/Statement a.)
Auch ist zu Bedenken: das unschöne Strukturen in Bands oft auch "vorgeprägte" Personen finden. Also manchmal junge Menschen die super-nett aber auch noch etwas unsicher in sozialer Interaktion sind. Die manchmal noch Selbstzweifel haben, "was will ich?", "was darf ich fordern?", oder noch dramatischer: "vielleicht haben die anderen ja Recht, ich muß denen noch mehr entgegenkommen?". Und Menschen mit gewissen Machtgelüsten riechen diese Unsicherheit so schnell wie die Schwitzstrümpfe in der Herrenumkleide. Also bei allzu deutlicher Unsicherheit ist eine Asymmetrie und manchmal noch unschöneres leider schon fast vorprogrammiert (je nach Persönlichkeit des Gegenüber, freilich, siehe oben). Und natürlich gibt es auch manchmal junge Leute die "unschön" handeln und eigentlich nette Bands sprengen. Man darf hier keinesfalls nur einseitig denken.
Will heißen, wenn sich von mir jemand "den Weihnachtsmann" wünscht, der ihm alle noch so absurden Geschenke macht und selbstlos alle noch so absurden Wünsche arrangementtechnisch erfüllt bis eigentlich eine programmierbare Drummachine die rationalere Alternative wäre, und ich als Drummer nichts mehr eigenes kreatives einbringen kann/darf, würde ich sagen: "Ich liebe Schwarz, ich möchte dass Du bei den 2 neuen Songs nur noch die schwarzen Tasten des Keyboards einsetzt". Also Impertinenzen und die nervenden Wunschszenarien des anderen Spiegeln!
Beim nächsten eingeforderten Wunschkonzert, packe ich verbal noch eine Schippe `drauf. Viel länger würde ich Unsinn anderer aber nicht mehr spiegeln, sondern würde dann das Lazarettschiff verlassen.
Ich weiß, mancher wird jetzt einwenden... ich sehe das zu radikal, oder "Musik lebt doch auch von Reibungen und Kompromissen". Ich bleibe bei dem was ich schrieb, weil die Grenzen was gesunde Kompromißbereitschaft bedeutet, von nicht wenigen Menschen/Musikanten/Querulanten bis hin zu extremen "Hobby-Diktatoren" zuweilen brutal ausgenutzt und ausgelebt werden bis hin zur Selbstaufgabe einzelner (nicht ganz zufällig oftmals junger) Musiker.
Sorry für die harten Worte. Aber auch im Freizeitbereich oder im Hobby-Sektor ist die Welt nicht immer schön. Nochmals: ich bin 51 Jahre alt. 
Edit: Das hier gibt allerdings auch schon manche Hinweise, entdeckte ich erst nach Vollendung meines Posts, ehrlich!
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Ist vielleicht auch schon ein Zeichen, dass es nicht so in meiner Band harmoniert. Aber ich habe gedacht, ich frage mal Gleichgesinnte. Ich meine, wir als Schlagzeuger sind ja schon eher die Außenseiter oder? Oder warum heißt es immer "Alle Musiker - und Schlagzeuger!" ? So witzig ich (Musiker-)Witze auch finde - was Ernstes steckt da immer hinter
Sonstige edits... only Rechtschreibung. Davon reichlich. Sonst nix