Beiträge von KenS79

    So ist das heutzutage: Wenn man nur laut genug und penetrant genug in den (A)sozialen Medien für sich "trommelt" (ich liebe Kalauer... ), dann steigt die gefühlte Relevanz.


    Aber YT Abrufzahlen im unteren dreistelligen Bereich machen mir da erstmal keine Bauchschmerzen.

    Da hast du absolut Recht und er entlarvt sich ja dadurch, dass er seine Reels offenbar etwas improvisiert in die Kamera spricht – wirkt zumindest so – sehr schnell selber. Besonders gut gefiel mir in dem Zusammenhang diese widersprüchliche Abhandlung: Du brauchst nur ein paar Stunden?



    „Ein paar Stunden bringen nichts.“

    Pauschal, unbewiesen und ignoriert, dass punktuelles Coaching in vielen Fällen sehr wohl funktioniert.

    „Es gibt keine Shortcuts, es dauert Jahre.“

    Stimmt! Lernen braucht Zeit. Soweit nachvollziehbar.

    „Mit Drummasters dauert es nur wenige Wochen.“

    Das ist exakt der Shortcut, den er im Satz vorher für unmöglich erklärt.

    „Der Weg ist hart, aber danach bist du so gut wie nie zuvor.“

    Ok … und wie soll das gehen? Was bedeutet das? Reines Marketing-Gewäsch ohne Inhalt.


    Wenn man bedenkt, dass Rustemeier seine Socila-Media-Präsenz nach unseren Recherchen mit einer professionellen Agentur abstimmt, ist der Aufbau klar: . Das ist textbook-Social-Media-Marketing: Problem dramatisieren ---> Hoffnung kappen ----> eigene Lösung als Ausweg inszenieren. Das erzeugt Klicks, keine Frage. Aber der Inhalt stolpert über genau diese Dramaturgie.

    Erst heißt es, kurze Lernphasen und „ein paar Stunden“ brächten grundsätzlich nichts – um Sekunden später eine Methode anzupreisen, die angeblich in wenigen Wochen Ergebnisse liefert. Das ist nicht nur inkonsistent, sondern unterläuft auch das, was seriöses pädagogisches Marketing auszeichnet: innere Logik, Plausibilität und Transparenz. Wenn die gewählte Marketingmechanik die fachliche Glaubwürdigkeit überlagert, ist das kein starkes Signal.

    Oh ja, danke, ich kannte bisher nur das Anfangsriff, danke für den Link!

    Ich habe mir das „Blackest Eyes“-Video von Rustemeier angesehen – vor alem vor dem Hintergrund, dass er sich in seinen Social-Media-Formaten sehr offensiv als Profi-Coach positioniert. Ohne das persönlich zu meinen, sondern rein inhaltlich:

    Ja ich bin ein Fanboy, aber auch rein objektiv leben Gavin Harrisons Parts extrem von Präzision, innerer Ruhe, krassem Mikro-Timing und sehr charakteristischen orchestrierten Licks und Fills. Gerade deshalb ist dieses Stück ein guter Gradmesser für jemanden, der öffentlich hohe pädagogische Ansprüche formuliert.

    In der vorliegenden Performance wirkt für mich vieles nicht wirklich auf den Punkt:

    Die charakteristischen Signature-Fills kommen entweder gar nicht oder rhythmisch nicht sauber daher, das Mikro-Timing schwankt hörbar, besonders in Übergängen und Fills. R.s mehrfach gebrachter triolischer Tom-Fill taucht mehrfach an Stellen auf, wo er musikalisch nicht gut funktioniert und er holpert auch noch. Die Klarheit und Gelassenheit, der Groove der Harrisons Spiel prägt, fehlt. Schaut euch mal den Double-Stroke-Roll vor dem letzten Refrain an … ich kommentiere das mal nicht weiter.

    Und vom rein spieltechnischen abgesehen: Soundseitig bleibt das Video hinter dem zurück, was ich bei jemandem erwarte, der professionelles Drum-Coaching vermarktet.

    Ich betone: Niemand muss Gavin Harrison tongetreu kopieren – darum geht es nicht. Aber wenn man solches Material öffentlich als Referenz zeigt, sagt die Umsetzung nun einmal etwas über das eigene Niveau aus. Und hier bestätigt das Video eher meinen Eindruck, dass zwischen der Selbstdarstellung und der tatsächlich hörbaren musikalischen Substanz eine gewisse Lücke klafft. Auch finde ich erstaunlich, dass er so etwas hochläd, denn das legt den Verdacht nahe, dass er das gar nicht so reflektiert hat – ja eventuell diese Unzulänglichkeiten gar nicht wahrnimmt …


    Und zu seinem Schlussatz: Nein, ich spiele lieber so wie ich spiele :D

    Bis auf den unterirdischen Snaresound ist da vordergründig nichts dagegen einzuwenden. Allerdings ist der Gute nach meinem Empfinden wahnsinnig nervös. Was sich vor allem in dem Pausenteil manifestiert. Souverän ist anders.

    PS: finde ich aber schon, oberflächlich bestrachtet kommt er durch und kennt die Parts, aber hier steckt der Teufel nun wirklich im Detail und da fehlt wie oben beschrieben musikalisch, timingmäßig und technisch schon einiges. A-B-Hören mit Gavin live und dir fällt es auch auf – jede Wette.

    Ich habe den Ball ja wieder ins Rollen gebracht hier im Thread, und da inzwischen auch andere Videos von Rustemeier inhaltlich rezitiert wurden, will ich nochmal kurz meinen Senf zum „Bücher-Short“ geben.


    „Drum-Bücher, sind die gut oder nicht gut? Ich sage es gerade raus, ich finde es mittlerweile heute zum Lernen komplett Quatsch. Warum? Die Videoform zeigt dir ja: Wie soll ich es halten? Wie nicht? … Wenn du auf einem sehr hohen Level bist und Inspiration brauchst … dafür sind Bücher richtig gut. Wenn du aber wirklich besser werden willst, ist es nicht gut, weil dir wird nichts gezeigt. Du liest nur, du weißt nicht, ist das richtig? Ist das falsch? Wie sieht es aus, wenn ich es spiele? Da ist das wirklich der falsche Weg. Nur wenn du Inspiration suchst, ab einem gewissen Level, top Weg – alles darunter, vergiss es.“

    Mal abgeshen davon, dass seine Ausdrucksweise recht plump daherkommt, behauptet Rustemeier unter der Überschrift "real talk", dass klassische Drum-Bücher für Lernende unter einem (nichtz näher definiertem gewissen) Niveau komplett ungeeignet und verschwendete Zeit seien.

    Die Aussage ist pauschal, absolut gesetzt und ignoriert die Vielfalt von Lehrmethoden, Lerntypen und pädagogischen Ansätzen. Zudem werden Aspekte wie nachvollziehbare Progression, Übungsplanung uva. ausgeblendet. Ganz zu schweigen davon, dass man ja auch mit Buch + Lehrer + X (in Präsenz oder auch online) in Kombination arbeiten kann. Stichwort Methodenvielfalt.


    Aus ernstzunehmender Schlagzeugpädagogik heraus ist sein Problem klar und ich verstehe, warum er sie zum Feindbild macht:

    Bücher – gerade von etablierten Verlagen (als gewisser Qualitätsfilter) wie Schott, Alfred, AMA oder Leu – folgen bewährten didaktischen Konzepten, die Lernende Schritt für Schritt an Technik, Koordination und musikalisches Verständnis heranführen. Wenn ich dagegen nochmal an sein PDF erinnere … ok lassen wir das.

    Rustemeiers Ansatz vermittelt das Gegenteil: Es propagiert sein „Alles-oder-nichts“-Dogma, das Anfänger leicht verunsichert und sie eher auf schnelle Effekte als auf nachhaltiges Lernen ausrichtet. Pädagogisch betrachtet hat er damit kein tragfähiges Konzept, das mit etablierten Standards vergleichbar wäre.


    Ich weiß, ich reite darauf rum, aber ich bin selbst großer Drumbook-Fan – seht es mir nach. Print hat für mich in unserer medienüberfluteten Zeit einen eigenen Reiz – sowohl für Unterricht als auch für Selbststudium. Natürlich gibt es heute viele Formate auf YouTube oder Online-Plattformen, die für andere Lerntypen oder in gewissen Situationen hervorragend funktionieren. Ich will kein Schwarz-Weiß-Bild malen, aber für mich bleibt die didaktisch saubere Struktur von Büchern unschlagbar, insbesondere für Anfänger und fortgeschrittene Lernende, die sich systematisch entwickeln wollen.


    Aber zurück zu Rustemeier – und danke für die ganzen Einschätzungen hier, die sich mit meinem Bild weitesgehend decken.

    Wenn man das Gesamtprofil nüchtern betrachtet, dann entsteht – ganz wertfrei – ein Eindruck, der sich inzwischen in mehreren Punkten herauskristallisiert:

    Instrumentalisch wirkt vieles eher grundständig als fortgeschritten. Das ist keine Herabsetzung, sondern dadurch abgeleitet, dass in seinen eigenen Videos (ich habe mal irgendwo einene Schnipsel gesehen, wo er den Anfang von Blackest Eyes von Porcupine Tree spielt – finde ich aber gerade nicht) spieltechnisch nicht das Level sichtbar wird, das man üblicherweise bei Personen erwartet, die mit großen Versprechen oder umfassenden „Systemen“ auftreten. Darüber hinaus findet man auch ansonsten nicht viel an Referenzen. Für manche Lernende mag das trotzdem völlig ausreichend oder sogar sympathisch sein – es erklärt aber die Skepsis derjenigen, die auf ein höheres technisches Niveau achten bzw. schon mehr gesehen und erlebt haben. Auch erzeugt es den faden Beigeschmack hinsichtlich der aufgerufenen Preise für sein Coaching, das ja offenbar nicht unwesentlich durch die leicht skalierbare Verbreitung von einmal aufgenommenen Videos getragen wird.


    Ein Punkt, den ich einem frühreren Punkt angeschnitten hatte: Seine Podcast-Gäste stehen in einem deutlichen Kontrast zu seinem eigenen Profil.

    Oli Rubow, Claus Hessler, Ulf Stricker sind mir aufgefallen – allesamt Musiker mit jahrzehntelanger Erfahrung, breiter Kompetenz am Instrument und echter pädagogischer oder künstlerischer Reputation (übrigens, die haben z.T. auch Bücher geschrieben, und zwar keine schlechten!).

    Dass er sich in dieses Umfeld positioniert, ist natürlich sein gutes Recht. Gleichzeitig wirkt der Abstand zu diesen Namen groß, es hat was von "mit den großen Hunden bellen".


    Nach Durchsicht seiner Free-Pdfs etc. ist erkennbar, dass methodisch und pädagogisch vieles recht vage bleibt. Das ist nicht verboten, nur inhaltlich auffällig: Es gibt wenig klar strukturiertes Material, dafür viel Marketing, viel Präsenz und viele starke Behauptungen über „den richtigen Weg“. Gerade wer Erfahrung mit etablierten didaktischen Ansätzen hat, merkt hier schnell, dass die Tiefe begrenzt ist. Einem ernstzunehmenden Verlag bräuchte man mit sowas als Manuskript wohl nicht kommen :D Böse Bücher!


    In Summe entsteht so das Bild eines sehr marketingorientierten Coaches – jemand, der sich online in Szene setzen kann, dessen fachliche Substanz bei geschärftem Blick aber nicht überzeugt. Das macht ihn nicht automatisch unseriös, erklärt aber, weshalb hier viele mit Vorerfahrung seine Aussagen kritisch hinterfragen.


    Ach und zu den rechtlichen Bedenken, ich sehe es so, dass man vor einer sachlichen Kritik an Rustemeiers öffentlichen Aussagen keine Angst zu haben braucht. Solange man nachvollziehbar, argumentativ fair und ohne Beleidigungen bleibt, sollte das rechtlich unproblematisch sein. Kritik an Lehrkonzepten, Methoden oder öffentlich geäußerten Thesen ist doch nicht strafbar. Davon abgesehen (und weil es jemand anschnitt) wird sich vermutlich kein Verlag dieser Weilt die Mühe machen wegen seines eingangs zitierten Reels aktiv zu werden. Wobei mich da eine professionelelle Einschätzung interessieren würde. Ist evtl. jemand aus dem Dunstkreis hier im Forum aktiv?

    Allerdings, das sehe ich aber ganz genauso!

    Zitat
    Auch hier, analog zum anderen Thread, weil ich das so einfach nicht stehen lassen möchte:

    Was du beschreibst ist eine faule Pappnase.

    Oh ja, ich möchte hier klarstellen, dass es mir keineswegs darum geht, Herrn Rustemeier als „pars pro toto“ aller (Online-)Schlagzeuglehrer darzustellen. Mein Punkt ist ein anderer: Es geht um die Differenz zwischen fundierter pädagogischer Arbeit und einer omnipräsenten, mediengetriebenen Inszenierung. Wobei Aussagen in die Welt herausgeblasen werden, die einfach nur hanebüchen sind.


    Ich gehe voll mit Der Dührssen: Seriöse Lehrkräfte – auch die, die ich selbst erlebt habe – zeichnen sich dadurch aus, dass sie, die Stärken und Grenzen ihrer Schüler erkennen, transparent und individuell vermitteln, was sie leisten können und wann Weitervermittlung sinnvoll ist. Inhalte strukturiert aufbereiten, sodass echte Fortschritte möglich sind und Motivation und Freude mit klarer Methodik verbinden undn nicht das Goldene vom Himmel versprechen.


    Herr Rustemeier ist in Social Media extrem präsent, seine Inhalte werden über Shorts, Reels und PDFs transportiert, die in erster Linie Aufmerksamkeit erzeugen. Es erinnert mich ein wenig an diese Werbung für Abnehmprodukte etc ... Fragmentarisch, stark subjektiv kommentiert und verkürzt. Das ist kein Angriff auf seine Person, sondern eine Beobachtung und was mich daran wirklich stört ist, dass dieser Ansatz – die omnipräsente Social-Media-Inszenierung gepaart mit fragmentarischem Material – gerade bei wenig erfahrenen Drummern schnell verfangen kann.

    Sie bekommen den Eindruck, dass sie genau hier den „richtigen Weg“ finden, investieren u.U. Zeit und Geld in Coaching-Pakete, und am Ende bleibt unter dem Strich oft nicht mehr hängen, als sie durch eigenes strukturiertes Üben mit etablierten Ressourcen hätten erreichen können. Klar, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied, aber unter Umständen wirft so was schneller einene negativen Schatten auf seriöse Angebote, als diesen dies lieb sein kann.

    Danke nils für die Einblicke – gerade weil du direkten Kontakt hattest, ist das sehr interessant.

    Für mich bestätigt deine Erfahrung den zentralen Widerspruch im Gesamtpaket: Die Inszenierung ist maximal selbstbewusst, die inhaltliche Basis (nach dem, was öffentlich zugänglich ist) aber erstaunlich dünn.

    Dein Punkt mit den Sprechpausen passt da perfekt ins Bild. Das allein wäre kein Problem – niemand muss hyperperformativ auftreten. Aber es beißt sich eben mit der Art, wie Thesen in den Shorts und Reels verkauft werden: absolut gesetzt, überhöht und in einem Ton, als würden jahrzehntelange Standards mal eben neu definiert.


    Diese Diskrepanz zieht sich leider auch durch das Gratis-PDF, das ich mir ziemlich genau angesehen habe:

    Darin steht nichts, was nicht ohnehin seit Jahrzehnten in etablierten Schulen enthalten wäre – nur fragmentarischer, weniger klar strukturiert und ohne den Ansatz eines nachvollziehbaren Übungswegs.

    Viele Aussagen wirken wie zusammengetragene Buzzwords („Flow“, „Lockerheit“, „Natürlichkeit“) ohne konkrete Ableitungen oder praxisnahe Übepläne. Wer schon ein paar gute Lehrer oder Bücher erlebt hat, erkennt sofort, dass hier viel behauptet und wenig hergeleitet wird.

    Das Material springt zwischen allgemeinen Phrasen, verkürzten Technik-Hinweisen und stark subjektiven Behauptungen hin und her. Eine klare Progression oder methodische Linie fehlt völlig.

    Es wirkt weniger wie ein echter pädagogischer Beitrag, sondern wie ein „Lead Magnet“ im Marketing-Sinn: gerade genug Inhalt, um Neugier zu wecken, aber nicht genug, um eigenständigen Lernfortschritt zu ermöglichen. Wenn man dann deine Coaching-Vorgespräch-Erfahrung danebenlegt – der schnelle Schwenk Richtung Komplettpaket –, ergibt das ein rundes Bild.

    Einige der im PDF postulierten „Erkenntnisse“ setzen zudem voraus, dass man mehrere Stunden täglich übt oder sein Setup und Spiel komplett neu aufrollt. Das ist ein legitimer Ansatz – aber er wird als universell und alternativlos verkauft, statt als spezifische Methode für Leute mit sehr viel Zeit und Commitment.

    Nur noch ein kurzer Nachtrag zu den formalen Baustellen seines PDFs, weil mich gerade dieses Short über die angeblich nutzlosen Bücher so triggert: uneinheitliche Typografie, Schlampigkeitsfehler, verrutschte Absätze, wechselnde Überschriftenlogik und Grafiken, die aussehen, als wären sie fünf Minuten vor dem Upload in ein Freitextfeld geklebt worden. Das wirkt nicht wie „Revolution“, sondern eher wie ein Erstentwurf ohne Lektorat.


    Und genau da schließt sich für mich der Kreis: Wer ernsthaft behauptet, sämtliche Drum-Bücher seien (zumindest für Anfänger und Fortgeschrittene) komplett nutzlos, sollte zumindest ein Dokument vorlegen, das formal auf dem Niveau jener Publikationen ist, die so vollmundig abgewertet werden – sei es von engagierten Self-Publishern oder von Verlagen. Seriöse pädagogische Drum-Bücher leben ja gerade von solider Struktur, klarer Gliederung, sauberer Gestaltung und redaktioneller Sorgfalt. Ich frage mich, was Gesprächspartner und Autoren wie Claus Hessler o. Ä. zu solchen Thesen sagen würden, wenn sie das mitbekommen. Im Interview (gibt es bei Youtube) mit Claus kam Rustemeier an mehreren Stellen als es um konkrete technische Fragestellungen ging jedenfalls sichtbar ins Schwimmen.


    Vor diesem Hintergrund wirkt deine Schilderung vom Telefonat wie ein weiterer Baustein derselben Logik: freundlicher Einstieg, aber letztlich geht es nicht um dein konkretes Problem (Doublestrokes), sondern darum, das große (teure) Komplettprogramm zu rechtfertigen. Wer genau weiß, was er braucht und schon einen Funken Ahnung hat, passt da offensichtlich nicht ins Geschäftsprinzip.

    Entschuldigt, dass ich diesen Post nochmal rauskrame, aber irgendwie bin ich beim Googlen über den Thread gestolpert, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass es im Netz und in der Community noch keine kritischen Stimmen zum „Akquisegebahren“ des Kollegen Rustemeier gibt. Siehe da, hier schon. Ich habe das mit Interesse gelesen.

    Ich habe den jetzt eine Weile beobachtet und finde das, was er in den letzten Monaten auf Social Media abzieht, zunehmend unerträglich. Als großer Drumbook-Fan hat er für mich nun endgültig den Vogel abgeschossen, als er in einem Short sinngemäß behauptete, alle Drum-Bücher seien zum Schlagzeuglernen nutzlos und man im Grunde nur mit seinem Ansatz etwas reiße.

    Mag sein, dass das als Marketing-Hook gedacht war – aber die Art, wie es präsentiert wird, wirkt nicht wie zugespitzte Werbung, sondern wie eine pauschale Abwertung des kompletten Feldes. Und das ist schon eine sportliche Ansage, wenn man bedenkt, wie viele erstklassige Konzepte, jahrzehntelang erprobte Methoden und seriöse Pädagog*innen es in diesem Bereich gibt.

    Weil ich neugierig war, habe ich mich trotzdem von seiner offensiven Werbung ködern lassen und mir sein Gratis-PDF heruntergeladen. Und genau da fängt es für mich an, auseinanderzufallen: Das Material ist weder konzeptionell neu, noch didaktisch sauber strukturiert. Ein Mix aus Allgemeinplätzen, schnellen Versprechen und vereinzelten brauchbaren Gedanken, aber ohne roten Faden. Vor allem aber steht die vollmundige Selbstinszenierung in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Inhalt.

    Wenn man schon so laut trommelt, sollte das Fundament stabiler sein.

    Und das ist der Punkt, der mich am meisten stört: Nicht, dass jemand ein neues Lehrangebot macht – Konkurrenz belebt. Sondern, dass hier mit aggressiven Behauptungen Aufmerksamkeit erzeugt wird, die erst beim genaueren Hinsehen verpuffen. Das mag für den Algorithmus gut sein, für die Glaubwürdigkeit aber nicht.

    Kurz: Ich verstehe mittlerweile sehr gut, warum mein Bauchgefühl mich beim ersten Auftauchen seiner Werbung schon gewarnt hat. Und ich wundere mich fast, dass so wenige das offen ansprechen. Umso mehr wundere ich mich, dass er zu seinen Fachgesprächen immer wieder auch angesehen Drummer*innen und Branchenexperten heranzieht …

    Wie sehen das die anderen hier?