Ich gehe mit dem Grundtenor des TAZ-Artikels mit. Sehe aber zusätzlich auch Probleme beim Thema "Ich will bekannt werden und mit Musik Geld verdienen, also muss ich Nischenmusik machen".
Ich habe Musiker, bzw. Menschen die ein Instrument beherrschen, beobachtet, die, entgegen ihrer musikalischen Vorlieben, krampfhaft versuchen etwas zu erschaffen dass es noch nicht gibt. Dabei geht es ihnen nicht um Selbstverwirklichung oder dem Aspekt "Ich mache Musik weil es mir gefällt und ich mache die Musik die in mir fließt und die mich bewegt" sondern rein um den Marktwert oder das finanzielle Potenzial. Sicher gibt es auch Leute die auf diese Weise neue Möglichkeiten, Facetten usw. kennen und lieben lernen, nur ist das, zumindest in meinem Sichtradius, nicht der Fall. Da wird konsequent der Markt analysiert und darauf geachtet was man auf keinen Fall musikalisch umsetzen sollte wenn man Erfolg haben will. Scheiß egal ob dem Musiker diese Richtung eigentlich am Herzen liegt.
Das ist für MICH das Kernproblem, dass es soviele Leute gibt die nicht mehr auf ihr Herz hören können oder wollen, weil sie viel zu sehr mit dem Separieren ihrer selbst von ihren Gefühlen beschäftigt sind und sich im Endeffekt selber beschränken.
Ich brauche im übrigen keine Superstars und Rockstars die Musik für Millionen machen, ich brauche Musik mit Herz und finde diese auch zwischen den millionen von Künstlern die ihre Ware feilbieten, weil die Anziehungskraft dieser Kunst unabhängig von Marketingkampagnen und tollen Plattencovern steht und mich berührt. Richtig ist natürlich dass man niemals die gesamte Musik bewusst hören kann, die es eigentlich verdient hätte, aber dafür ist man ja auch nicht alleine auf der Welt und es gibt immer Menschen die die Musik wertschätzen. Und wenn man eben nur die angesprochenen 15 Leute glücklich macht ist das doch ein Erfolg. Sind es die 15 Menschen nicht wert? Müssen es immer tausende sein? Ich finde nicht.
Beste Grüße, Josef.