das glaube ich auch. Ich kann aus meiner Orchestererfahrung sowohl Pressroll als auch abbot bestätigen. Professionelle klassische Musiker haben meistens ein ausgeprägtes Verständnis für das, was hier oft als "Timing" bezeichnet wird. Also Tempi zu halten, exakte Accellerandi und Ritardandi zu spielen, dabei vor allem nicht lauter oder leiser zu werden (großes Problem bei vielen Schülerorchestern - wirds lauter, wirds schneller) etc. Das ist der Teil, den ich aus Pressrolls Beiträgen lese.
Was meiner Erfahrung nach nicht so stark ausgeprägt ist, ist das "Feel". Ich habe z.B. schon bei mehreren Musicals mitgespielt, und bei "Hello Dolly" oder "Sweet Charity", also den Musicals wo das Orchester mit einer Bigband gemeinsam spielt oder durch ein Jazzquartett ergänzt wird, wird überdeutlich, dass Bigbands/Jazzquartets und Orchester eine vollkommen unterschiedliche Triolenauffassung haben. Mit Triolenauffassung meine ich insbesondere die Swingachtel. Die Orchestermusiker spielen die oft wie die erste und dritte Note einer Achteltriole, das ist für das richtige Swingfeel aber zu kurz gesprungen und klingt meistens gestelzt. Auch das "Spielen" mit dem Swingfeel, wie Luddie es ansprach, ist den Klassikern nicht so geläufig. Die haben es gerne "exakt" und kommen oft nicht damit klar, wenn etwas schlicht nicht notierbar ist. Swingachtel werden nunmal als normale Achtel gesschrieben, aber "geswingt". Trotzdem ist das nicht exakt die erste und dritte Note einer Triole.
Achja, ich habe sowohl in Orchestern als auch in Bigbands gespielt 