Beiträge von Oliver_Stein

    Ich hab mir dir Sticks aus Zufall geakuft - war es satt immer die sauteuren Carbon dinger durchbrechen zu sehen.


    ist ein bisschen OT, aber nur mal so nachgefragt: Du zersemmelst reihenweise Carbon-Sticks? Und Holzstöcke auch? Hört sich für mich so an, als ob weniger die Stöcke als vielmehr Deine Spielweise das Problem darstellt. Bei welchen Situationen brechen Deine Sticks denn? Wenn es z.B. immer bei Rimshots auf der Snare passiert, dann solltest Du an der Technik arbeiten - richtig ausgeführt (d.h. richtiger Anschlagwinkel und -punkt) halten Sticks das ewig aus - die aus Hickory sowieso. Der Bruch kommt beim Rimshot dann, wenn der Stick im falschen Winkel zuerst auf dem Rim landet und dann noch viel Luft an der Spitze bis zum Fell hat - dabei geht die ganze Energie in den Rim und die Gegenkraft (Actio=Reactio) in den Stick. Die Folge ist, daß der Stick sich mehr als notwendig biegt und eben bricht, wenn es zu heftig wird. Wird der Schlag dagegen so ausgeführt, daß Rim und Fell gleichzeitig getroffen werden, dann ist die Biegebelastung des Sticks viel geringer.

    ...und wenn es ein Ufip Rythme ist, dann wäre das wohl ein Vorgänger oder Variante von den UFIP Ritmo - so ein 20er Ride habe ich hier auch rumfliegen und meiner Recherche ergab nach der Schenkung damals, daß die Ufip Ritmo Serie Mittelklasse ist - nicht vergleichbar mit den Class-Becken z.B. - das ist auch der Höreindruck, den ich von meinem 20er UFIP Ritmo Ride habe...

    @witteka:
    nein - die MKH sind das Ende der Fahnenstange... für die ist übrigens unser Gitarrist verantwortlich, der eine nette Sammlung davon (2xMKH40, 3xMKH50 und 2xMKH30) zusammengekauft hat. Ein Center-Overhead? Noch nie probiert - ein Spur wäre noch frei...


    Die Preamps für 24 Kanäle auf ISA oder ähnlches Niveau zu wuchten - daß wäre zwar schön, aber finanziell illusorisch. Was vielleicht ginge, wären drei Octopre (nicht die LE, sondern die mit der echten Class-A-Schaltung) - damit wäre ich auch bei meinen Aussenaufnahmen gut gerüstet. Aber auch diese Investition würde sehr sehr lange auf Amortisierung warten... ;(


    Ein RE20 landet irgendwann nochmal im Korb - hat aber momentan keine Priorität.


    Ich bin auch gespannt, wie es weitergeht - es gibt noch beim Bass etwas zu fixen - da ist irgendein zirpen mit auf der Aufnahme. Und noch Gitarre DI, Center-OH, zusätzliches ORTF-OH-Paar - wird wieder lustig! :)


    Drummingbird:


    danke für's Lob! Vielleicht ist der Server etwas überlastet momentan - hilft es, wenn Du erst auf Platte speicherst? Mit dem Panning der HH bin ich auch noch nicht wirklich zufrieden, aber so mit dem Signal, was jetzt auch Band ist, geht es irgendwie nicht viel besser - da muss ich nochmal an den Mikros schrauben. Kick bekommt evtl. auch noch ein anderes Mic...

    @all: es gibt noch eine neue Mischung des Titels B - oben im Ausgangspost.


    @witteka:


    ...es kann sehr gut sein, daß ich die BD nochmal anders aufnehme - das RE27 ist was den Klick angeht doch sehr extrem. Werde wohl doch noch mal zum testen das MD441 benutzen. Das 414 kann ruhig davor bleiben - wir hätten noch reichlich andere Paare Großmembranen, wenn es denn am Schlagzeug sein müsste... Ich werde aber wohl zuerst nochmal die MKH40 drüberhängen - vielleicht auch mal alternativ in ORTF.


    Das mit der Perspektive - ja - ich kann es halt nicht ab, wenn es "verkehrt herum" klingt - im MIx nachher kann ich es ja jedenfalls mal probieren, die Seiten für die Drums zu tauschen...


    Gitarre zuzätzlich DI - ok, guter Tip - die Spur dafür wäre locker noch frei. Werd ich mal mitlaufen lassen, ich habe das noch nie ausprobiert...


    Jedenfalls werden wir definitiv ein paar gute Demos bekommen - soviel scheint jetzt schon klar zu sein...

    Es gibt jede Menge neue Infos zu lesen und zu hören im ersten Post - unter anderem eine neue Mischung und Einzelspuren (und sehr interessante Hörbeispiele zum Phasenverhalten der Spuren zueinander).


    Vielen Dank für eure Kommentare und Hinweise - manchmal hört man selber Dinge nicht mehr so richtig, weil man leicht betriebsblind wird...


    Die HH ist einen Ticken zu laut, dafür die BD zu einem zu leise und sie verträgt auch eine Spur mehr Bauch.


    HH habe ich im neuen Mix geändert - sie war mich auch zu scharf...


    Der Hall ist etwas unnatürlich (aber das ist natürlich normal, er ist ja auch künstlich). Das Panorama finde ich ganz lustig, ich mag es, wenn man das Zeug orten kann. Die Hi-Hat ist mir etwas zu spitz, was entweder daran liegt, dass sie klein ist (13"?) oder an den Overheads, welche da vielleicht ein bisschen scharf sind.


    Das Panorama ist in der neuen Mischung geändert (sowohl die OH als auch die Toms) klingt so für homogener. Die HH ist eine 14er 2002 SE die jedenfalls von Hause aus nicht brav klingt... in der Mischung ist sie jetzt aber etwas entschärft.
    Der Hall war aus dem DM24 - in der neuen Mischung kommt ein Large Room aus dem PCM80 zum Zuge - das ist auf alle Fälle schon mal viel besser.


    Bin gespannt auf den Rest der Geschichte- wann gehen die Aufzeichnungen denn weiter?


    Die nächsten Aufnahmen sind erst nächste Woche - bis dahin gibt's noch Infos zum EQing und der Dynamikbearbeitung... stay tuned!

    ...danke Witteka für die Kommentare - das Panning ist tatsächlich noch nicht optimal. Die Toms näher zusammenzurücken solte keine Problem sein - interessanter wird es da schon mit den Becken, die mir momentan auch noch zu sehr rechts-links lastig sind. Evtl. muss ich da auch die Overhead-Aufstellung nochmal variieren bzw. optimieren.


    An den Räumen wird eh noch gearbeitet - das war gestern nur für den Roughmix schnell hingekurbelt (ist auch nur der Bordhall aus dem DM24 - für die Mischung werde ich wohl lieber einen kurzen schönen Raum aus dem PCM80 nehmen).


    Der hörbare Pilot-Gesang im Hintergrund ist ebenfalls eine Sache, die noch gelöst werden muss - ich denke, wir werden den Sänger beim Aufnehmen der Basistracks in einen weiteren Nebenraum verfrachten (zumal der gute Mann auch noch Harp spielt...). Schade um den fehlenden Blickkontakt, aber da es Pilotspuren sind, darf davon nichts auf den Drumspuren zu hören sein.


    Den Bassamp auch noch mit einem Mic abzunehmen (zusätzlich zum DI-Signal) war auch im Gespräch - dann muss der Amp allerdings auch raus aus dem Raum in einen weiteren Nebenraum... ich glaube, wir werden den Bass so lassen - der Bassist ist auch zufrieden mit dem Sound so. Veilleicht testen wir es nochmal trocken ohne Drums, ob ein Mikrosignal etwas dazugibt, was wir haben müssen - Spuren wären noch genug da.

    In den letzten Monaten habe ich immer mal wieder verschiedene Tests mit Mikrofonen am Schlagzeug gemacht - einige davon gab es auch hier als (oder in) Threads (Bassdrum-Mikro- und Positionsvergleich, Glyn-Johns-Technik, Tom-Mikros und -Positionierung).


    Es ist eine etwas merkwürdige Situation bei uns in der Band: 3 Leute in der Band besitzen umfangreiches Recording-Equipment (das sich durchaus auch gut ergänzt in Teilbereichen), wir spielen seit Jahren zusammen, aber es gibt keine vernünftige Aufnahme von uns - noch nicht einmal ein richtiges Demo...


    Letzte Woche kam jetzt der Punkt, wo ich und meine Mitstreiter die Teilchen alle zusammengesetzt haben: Wir nehmen ein Demo auf! Es gab vorher auch die Überlegung, dafür in ein Studio zu gehen und dort die Basis-Tracks aufzunehmen, aber die Studios, die für uns in Frage kamen, lagen pro Tag bei ca. 600-750 EUR, und drei Tage Minimum war unsere vorsichtige Schätzung (nur für die Basictracks, keine Vocals, keine Overdubs)...
    Weil das ein Haufen Geld ist, haben wir uns entschieden, die Aufnahmen so gut wie möglich in unserem Übungsraum zu machen - ein Kellerraum von ca. 3x5m, akustisch ziemlich tot (3 von 4 großen Wandflächen mit Noppenschaum verkleidet). Der Keller bietet jedoch noch diverse andere Flure und Räume um z.B. den Gitarrenamp auszulagern, dazu später mehr...


    Was hier folgt, ist jetzt ein Bericht über diese Aufnahmen - mehr oder weniger live (denn wir sind mitten drin) und mit Sicherheit Drum-lastig, aber der Rest der Band wird zumindest auch angerissen werden (könnte ja auch für den einen oder die andere Interessant sein).


    Vorab zum warmwerden hier ein paar Samples von gestern (gestern, daß ist schon das zweite Kapitel dieser Geschichte, wie das alles zusammenhängt, schiebe ich noch nach...):


    Titel A - Drums ohne FX - mit FX - mit Band ohne Vocals
    Titel B - Drums ohne FX - mit FX - mit Band ohne Vocals


    Diese Aufnahmen enstammen der zweiten Stufe unserer Aufnahmen - hier sind 16 Spuren (11 für die Drums und 5 für den Rest :D ) am Start:


    BD in (RE27N/D)
    BD out (C414B-ULS)
    SN batter (SM57)
    SN snareside (C414B-ULS)
    Tom1-Tom4 (M201TG)
    HH (Sennh. MKH50)
    OH L+R (Sennh. e664)


    Guitar Mic1 (SM57)
    Guitar Mic 2 (Groove-Tubes Röhrenmikro, Großmembran)
    Bass (DI)
    Keyboards (2x DI)


    Weitere Info folgen später...
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    Kapitel 1 (nachgereicht):


    Ich hatte oben erwähnt, dass die 16-Spur-Aufnahmen bereits das zweite Kapitel der Geschichte sind - hier also das erste, damit die Chronologie stimmt:


    Bei der vorletzten Probe schleppte ich zur großen Überraschung meiner Mitstreiter in der Band alles mögliche Equipment in den Ü-Raum, eigentlich mehr, um mit der Drumaufnahme zu experimentieren: ich wollte wissen, ob die Glyn Johns Technik auch bei uns im Raum mit Band zusammen funktioniert. Es gab 4 Spuren für die Drums (BD, SN, 2xOH nach Glyn Johns aufgestellt), dazu Bass, Gitarre und Keyboards und Vocals sowie eine Harp-Spur - insgesamt also 10 Spuren. Das Ergebnis war zwar nicht schlecht, aber mir fehlte ein bisschen die Direktheit und die Eingriffsmöglichkeiten im Mix...
    Mit der Band hatten wir abgesprochen, dann beim nächsten Mal das Monitoring über Kopfhörer zu machen, damit die OH-Spuren frei von Vocals, Bass und Gitarre bleiben. Ich hatte zu dem Zeitpunkt noch nicht erwähnt, daß ich die Zahl der Drumspuren drastisch hochfahren wollte... jedenfalls waren nach den ersten Roughmixes der 10-Spuraufnahmen erstmal alle im Boot, daß wir die Aufnahmen bei uns machen.


    Die Ergebnisse der ersten Session können hier nachgehört werden: Link zu Xians Glyn-Johns-Thread


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    Fortsetzung Kapitel 2:


    Hier gibt es heute einen neuen Mix zu hören (u.a. ausgiebig die Phasenlage optimiert, Panning bearbeitet, anderen Hall vom PCM80 und diverse andere Kleinigkeiten korrigiert). Weiter gibt es heute auch Einzelspuren zu hören - und interessante Beispiele für die Sache mit der Phase von Mikrofonen bei Multimikrofonie. Ausserdem gibt es Infos zum Equipment - sowohl Instrumente als auch Recording-Technik.


    Kurz zum Set: zu hören ist mein Pearl MLX (8-10-12-14-16-22), eine 14x6,5 Freefloating Snare mit Steel-Shell und eine 13x6,5 Snare mit BLX-Birkenkessel (mein Umbau aus dem alten 13er Tom meines BLX-Sets) - Felle sind RMV Original Coated (wie Ambassador Coated) und Remo Diplomat Resofelle, BD PS3 Schlag- und Resonanzfell (6"-Loch für's Mikro). In der Bassdrum ist am Schlagfell eine Dave-Weckl-Dämpfungs-Wurst von Remo verbaut - zusätzlich habe ich noch meinen dünnen Fleece-Pulli reingeschmissen, um den Basketballeffekt zu eliminieren.
    An Becken sind zu hören: 20" PowerRide, 14"+16" Full Crash, 18" Dark Energy Crash MkI, 16" ThinChina (alle bisher genannten Paiste Signature Line) - die HH ist eine 14" 2002 Sound-Edge.



    Die Mikrofone habe ich oben schon erwähnt - ich seh zu, daß ich noch ein paar Fotos von der Aufstellung derselben mache...


    Bei den Overheads habe ich mich für ein unkonventionell aufgestelltes AB-Verfahren entschieden - links das Mikro über dem 18er Crash nach rechts schauend (auf die anderen Becken) - rechts in etwa über dem Standtom in Richtung Ride, 14" Crash und China schauend... der Grund für diese Aufstellung war gewesen, daß der Raum nicht wirklich gut klingend ist und daher die Overheads eigentlich nur die Becken so gut wie eben möglich abbilden sollten - das ist zwar nur bedingt gelungen, aber die OH-Spuren funtkionieren so ganz gut im Mix - hier mal die Overheads solo zu hören:


    Overheads solo


    Die Snare hatte oben ein SM57 und unten ein C414B-ULS (Niere) - eine Kombi, die ich auf den blauen Dunst genommen habe, weil das MKH40, das eigentlich am Teppich werkeln sollte, dummerweise ausser Haus war... Hier mal die Snare-Spuren solo - erst das Mikro am Schlagfell, dann das Reso-Mic, dann beide zusammen (eines in der Phase gedreht):


    Snaredrum - Schlagfell, Reso, zusammen


    Hier nochmal die Geschichte mit der Phasendrehung an der Snaredrum - zu hören ist die Snare erst mit gedrehter Phase des Mikros unten (fetter Sound) - dann mit beiden Mikros gleichphasig (dünner Sound) - dann nochmal hin und her:


    Snaremikros - Phasenlage zueinander


    Bei der Kontrolle der Phasenlage mit den Overheads stellte ich dann fest, daß die Snare (SM57 in Phase, C414 out of Phase) besser klingt, wenn ich die Phasenlage der Snarekombi umdrehe - also ist jetzt das Reso-Mic in Phase, das SM57 out of Phase und die OH in Phase. Hören kann man hier die Overheads zusammen mit den Snare-Miks - erst die optimale Kombination - dann zum Vergleich die ursprüngliche Kombi (da, wo die Snare auf einmal dünn klingt) - dann noch mal hin und her:


    Overheads und Snare-Mics - Einfluss der Phasenlage auf den Sound


    hier in dem Beispiel ist wirklich nur die Phasenlage gedreht - es sind alle Mikros ansonsten unverändert drin. Das der Unterschied so krass sein kann, hatte ich nicht erwartet...


    Die Bassdrum hatte direkt am Schlagfell vor dem Schlegel-Auftreffpunkt (ca. 4cm Abstand zum Fell) ein EV RE27N/D - dieses Mikro macht einen unglaublichen Klick und Attack in dieser Position - für den Tiefbass stand dann aussen vor dem Reso mittig ein C414B-ULS (Niere) in knapp 10cm Entfernung zum Fell. Zu hören sind erst das RE27 innen, dann das 414 aussen und dann beide zusammen:


    Bassdrum - innen, aussen, zusammen


    klingt noch ein bisschen komisch - da werde ich sicher noch dran drehen...



    Die Toms vom 10er bis zum 16er hatten je ein Beyerdyn. M201TG - das Mikro des 10er Toms war auch mit auf das 8er ausgerichtet - dieses kommt aber nicht optimal rüber (ist aber auch in den Songs, die wir aufnehmen wollen, nicht so wichtig, weil ich es ganz selten und eher als Effekt spiele) - zu hören sind die Toms flat, dann mit Kompression, dann mit Overheads:


    Toms flat
    Toms mit Kompression
    Toms wie im Mix mit Overheads


    Wie versprochen hier nochmal die überarbeitete Mischung des Sets alleine und im Bandkontext - zu hören gibt es ein wenig Soundcheck-Gedaddel und die Tracks der beiden Songs - erst Drums solo ohne FX - dann mit Raum aus dem PCM80, dann im Bandkontext:


    Soundcheck-Gedaddel
    Titel A: Drumspuren alleine ohne FX - mit FX - mit Band
    Titel B: Drumspuren alleine ohne FX - mit FX - mit Band


    Hier noch ein paar Informationen zum Aufnahme-Equipment:


    Die Mics gingen in ein Soundcraft-Spirit und ein Mackie-Pult, dort durch die Mikrofonvorstufen und gleich wieder aus den Inserts raus in Richtung Alesis HD24XR - aufgenommen wurde also alles total flat ohne irgendwelche EQs oder sonstige Bearbeitung. Beim Mix ging es dann digital aus dem HD24 in Richtung Tascam DM24 und von da in den Rechner auf Samplitude.


    Das Tascam-Pult hat in jedem Kanal einen 4-fach vollparametrischen EQ, einen Kompressor, ein Gate (in den ersten 16 Kanälen) und natürlich jede Menge Auxwege - da hingen dran ein Lexicon PCM80 und die beiden pultinternen FX-Units. All das kam auch reichlich zum Einsatz - zum EQing und der Dynamikbearbeitung später nochmal mehr...


    Ausblick:


    Die nächste Aufnahmesession ist erst nächste Woche - bis dahin gibt es also kein neues Material auf Festplatte... aber ich liefere noch Infos über die Bearbeitung der einzelnen Spuren nach (EQs, Kompression, Gates).



    Update 16.11.2008:


    Rückschläge gehören wohl auch dazu - jedenfalls ist unser Projekt nicht wirklich vorangekommen beim letzten Aufnahmetag! Aber der Reihe nach:


    Ich war unzufrieden mit den Overheads (2x Sennh. e664 in AB) - das Stereobild war zu extrem (keine Abbildung in der Mitte) und der Klang zu höhenbetont... daher habe ich ein Paar Sennheiser MKH40 in ORTF-Anordnung über der Snare positioniert.


    Dann habe ich das BD-Mikro gewechselt (RE27 raus, MD441 rein) und die Position des C414 aussen am Reso verändert - das hätte ich mal lieber bleiben lassen sollen, denn der BD-Sound ist jetzt völlig daneben - also wird das Morgen wieder rückgängig gemacht.


    Als dritte gravierende Veränderung am Schlagzeug habe ich meine neu erworbene FuMa P-2000C erstmalig benutzt - mit dem Ergebnis, daß der Fuß anders grooved und eben nicht besser... also für die Aufnahmen auch wieder weg damit ;(


    Dann gab es noch andere Mikrofonvorstufen für die Toms und einen Röhrenpreamp für den Bass (statt der einfachen DI-Box) - mit dem tollen Ergebniss, das sich fast alle Pegel verändert haben und wir im Raum alles neu zum monitoren mischen mussten - der darüber entbrannte Streit über Grundentscheidungen beim Recording (mit/ohne Kompression und andere Themen, die ich hier nicht wiedergeben möchte...) hat auch nicht wirklich zu einem entspannten und lockeren Groove beigetragen...


    Hier ein Audio-File von der letzten Aufnahme mit den ganzen Veränderungen - das meiste davon werde ich morgen wieder zurückdrehen...


    Sample 5 - alles auf einmal verändert und nicht zum Besseren...


    Und hier nochmal ein Vergleich zwischen den OH-Miks - Sennh. e664 in AB, flat - MKH40 ORTF flat - MKH 40 ORTF + EQ


    Overheads solo - e664 in AB - flat
    Overheads solo - MKH40 in ORTF - flat
    Overheads solo - MKH40 in ORTF - mit EQ


    Ich denke, ich werde morgen die e664 auf die ORTF-Position bringen... die MKH muss man erst massiv mit dem EQ zwingen, ein wenig Glanz in den Höhen zu bringen (liegt vielleicht an unserem Schaum-Raum...)


    Also, morgen geht's weiter - dann auch mit Sänger, der in einem Nebenraum eine Pilotspur mitsingt... mehr demnächst hier auf diesem Sender!


    Update 18.11.2008:


    Wieder einen Abend aufgenommen und wieder was dazugelernt... Wie angekündigt habe ich die BD wieder auf das RE27 umgebaut und direkt über dem Set statt der MKH40 ein Paar e664 in einer ORTF-ähnlichen Anordnung aufgebaut - der Winkel betrug hier ca. 100° statt 110°. Die MKH40 wiederum habe ich nach der Glyn Johns-Methode aufgebaut und auf extra Spuren mitlaufen lassen - nur so zum Vergleich...


    kompletter Mix - e664 in ORTF als Overheads
    kompletter Mix - MHK40 in Glyn-Johns-Technik als Overheads


    Drums solo - e664 in ORTF als Overheads
    Drums solo - MHK40 in Glyn-Johns-Technik als Overheads


    Die Aufnahmen werden jetzt wohl so mit dieser Mikrofonierung gemacht - ich kann auf jeden Fall ein befriedigendes Ergebnis daraus bekommen.


    Im jetzt vorliegenden Mix sind die Gates auf den Toms noch zu stark hörbar - die Spuren werden für den echten Mix dann freigeschnitten. Ausserdem pfeift die Luft aus der sich schließenden Hihat in das Snare-Mikro - das nervt gewaltig und muss dringendst noch abgestellt werden (entweder mit einem Schaumstoff-Überzieher oder besser mit einer geschickteren Ausrichtung/Positionierung des Mics...


    Normalerweise bräuchten meine Toms dringend neue Felle - aber das fällt jetzt mal hinten runter - ich werde nur noch mal nachstimmen vor den echten Takes... Vielleicht kommt noch ein neues Fell auf die 14er Steel-Snare...
    Die neue Fußmaschine habe ich nochmal nachgestellt (Feder war zu stramm) - jetzt fließt es wieder wie gewohnt. Evtl. werde ich noch mal den Schlegel austauschen - wird aber nicht mehr die Welt ausmachen...


    Als nächstes sind Takes der 5 Titel mit Pilot-Gesang geplant - solange, bis die Basis-Tracks (d.h. in erster Linie die Drumtracks) im Kasten sind. Dann Overdubs und Vocals und ein bisschen Mischen - vielleicht haben wir dann gegen Ende des Jahres unsere Demos... :) Mehr Erfahrung haben wir dann auf alle Fälle... demnächst mehr hier!


    Update 25.11.2008:


    Gestern habe ich nochmal abschließend mit den Overheads experimentiert - neben einer M/S-Anordnung aus einem MKH30 und einem MKH40, die leider nicht mittig hinter mir stehen konnte, habe ich auch die mehrfach empfohlene AB mit den MKH40 probiert - die Basis betrug zwei Stocklängen (ca. 70-75 cm) - die Mikros standen hinter mir und schauten aus etwa 1,85 Höhe schräg von hinten auf die Becken und die Tomreihe - beide direkt nach vorne zeigend. Mit dieser Anordnung werde ich die Aufnahmen machen - der Sound bleibt jetzt so wie in diesem Beispiel:


    Sample nur Drums - OH MKH40 in AB (70cm)


    (man verzeihe mir bitte den Mist, den ich mir da zusammengetrommelt habe - das kommt davon, wenn man sich zwischen lauter Stativen nicht mehr richtig bewegen kann!) :D


    Update 29.01.2009:


    Wir sind mit der Mischung der Titel fertig - es sind acht Stücke geworden. Hier mal zwei davon:


    Titel C - fertig gemischt
    Titel D - auch gemischt...


    Wir haben eine ganze Menge bei dieser Aktion gelernt - vor allem, dass man solche Aufnahmen nicht mal eben nebenbei macht (jedenfalls dann nicht, wenn alle berufstätig sind...). Aber neben der Anstrengung hat es auch einen Riesenspass gemacht und wir haben nach vielen Jahren endlich ein Demo, mit dem wir uns nicht mehr verstecken müssen.


    Mich würde interessieren, wie ihr es findet, also her mit eurer Meinung! Eines wird jedoch nicht passieren: wir mischen es nicht nochmal neu... :D

    Wenn Du zwei Nierenmikrofone hast, eine Stereoschiene oder zwei Stative, dann kannst Du schon drei der folgenden Verfahren am Drumset ausprobieren (alles ausser M/S) - warum sollte dass zu weit gehen?


    Das folgende habe ich von meiner Homepage kopiert und leicht abgewandelt - es ist keine wissenschaftliche Erklärung, aber hoffentlich dafür halbwegs nachvollziehbar. Alle Angaben zu Abständen, Winkeln und Richtcharakteristika sind "gute Startwerte" - soll heissen: man kann ORTF auch mit 25cm Abstand machen oder bei AB die Mikros eben so weit auseinanderstellen, wie es am besten klingt. Starte von den Basisangaben und höre genau hin, was sich verändert, wenn Du Abstände oder Winkel variierst.


    Es gibt ein hervorragendes Buch über Stereo-Mikrophonie Stereo Microphone Techniques von Bruce Bartlett - ISBN 0-240-80076-1 leider nur auf Englisch, aber wirklich sehr gut geschrieben). EDIT: ich habe gerade die Preise gesehen, die bei Amazon für dieses Buch aufgerufen werden - das kann m.E. nur ein Scherz sein. Ich habe das Buch vor Jahren mal bei Musik Produktiv gekauft - es war zwar damals auch schon teuer (61,-DM), aber das ist es wert!


    A/B-Technik:
    Bei der A/B-Technik stehen zwei Mikrofone mit einem Abstand von etwa 0,5 bis 1 m zueinander parallel vor der Klangquelle bzw. hängen in dieser Anordnung von oben über dem Set.
    Die Stereowirkung der Aufnahme kommt in erster Linie durch den Laufzeitunterschied der Signale zustande. Ein Signal von links kommt bei dem linken Mikrofon minimal eher als bei dem rechten Mikrofon an. Unser Ohr schließt daraus, daß die Schallquelle links von uns gestanden hat.




    Die XY-Technik:
    Bei dieser Stereotechnik stehen zwei Nierenmikrofone mit ihren Membranen so nah wie möglich beieinander, jedoch in einem Winkel von 90-130 Grad zueinander verdreht.


    Die Stereowirkung wird hier allein durch Lautheitsunterschiede zwischen linkem und rechtem Kanal erzeugt, weil die Laufzeitunterschiede bei dieser Technik bewußt so klein wie möglich gehalten werden. Ein von links kommendes Signal wird von dem nach links gedrehten Mikrofon aufgrund seiner Richtwirkung jedoch lauter als von dem anderen, nach rechts gerichteten Mikrofon aufgenommen. Unser Ohr deutet eine höhere Lautstärke von links so, das auch das Schallereignis dort stattgefunden haben muß.




    Die ORTF-Technik:


    Dieses Verfahren kombiniert das AB- und XY-Verfahren. Die Mikrofone stehen dabei auch im Winkel von ca. 110 Grad zueinander gedreht, weisen jedoch einen Abstand von ca. 17cm zwischen den Kapseln auf. Das entspricht in etwa dem Abstand der Ohren bei einem Erwachsenen.


    Die Stereowirkung entsteht durch Laufzeit- und Intensitätsunterschiede, was zu einer recht guten Ortung durch das Ohr führt.




    Die MS-Technik:
    Bei diesem Verfahren wird nicht unmittelbar das Stereosignal aufgezeichnet, sondern ein Mittensignal und ein Seitensignal.
    Das Mittensignal wird von einem Nierenmikrofon geliefert, während das Seitensignal von einem Mikrofon mit der sogenannten Achter-Charakteristik stammt. Dieses Mikrofon nimmt Schall von beiden Seiten gleich laut auf, von vorne und hinten jedoch fast überhaupt nicht.
    Diese beiden Signale werden später in einer sogenannten MS-Matrix so kombiniert, das ein normales Stereosignal entsteht. Wer keine spezielle Matrix hat, kann die Dekodierung am Pult machen: das Signal des Achter-Mikrofons wird auf zwei Kanale gelegt und auf einem in der Phase gedreht - die beiden Kanäle werden hart links und rechts gepanned. Das Mittensignal von dem Nierenmikrofon wird in die Mitte gepanned.


    Es ist durchaus empfehlenswert, die Mikrofonsignale undekodiert aufzunehmen und erst beim Abspielen das Stereosignal zu erzeugen - mit dem Verhältnis aus Mitten und Seitensignal kann man nämlich in gewissen Grenzen die Basisbreite noch verändern.


    Die Stereowirkung wird hier nach der Dekodierung wie bei einem XY-Signal durch Intensitätsunterschiede erzielt.

    Zitat

    na klar kann ich die abmachen...wenn mir das Gesamtbild am Ende nicht gefällt werd ich dies auch machen....ist nicht son extremer Kleber


    ...erinnert mich an mein erstes Drumset - ein Hoshino Pearl-Nachbau... das hatte ich auch mit DC-Fix "aufgemöbelt"- war so ein dunkles Holzimitat in Richtung Mahagoni... allerdings waren die Kessel nicht lakiert, die alte Folie war saumäßig drauf verklebt und überhaupt war das eine echte Mist-Mühle... und hey: das ist locker mal so 28 Jahre her... :)


    Du musst leider damit rechnen, daß die Folie über kurz oder lang den Lack beschädigt (entweder der Kleber selber oder aber der Weichmacher in der Kunststofffolie) - im besten Fall bekommst Du es nach langer Zeit ab und der Lack ist nur milchig geworden - im schlechtesten Fall bleibt der Kleber am Lack und Du ziehst nur noch die Folie ab... ich tät's schnell wieder abmachen!

    eine Möglichkeit wäre evtl. noch, die Snare nicht auf einen Snareständer zu montieren, sondern mit der Tomhalterung auf einen Tomständer... einfach die Original-Halterung wieder anbauen und fertig... Tiefe kappen müsstest Du dann oben und unten (incl. 2x Bearing-Edges neu)...

    Nach meinem Test der Glyn Johns Methode vor längerer Zeit stand immer noch aus, die Methode auch im Kontext mit der probenden Band zu testen - das konnte ich am Montag nachholen und ich möchte euch die bisherigen Ergebnisse nicht vorenthalten:


    Folgendes Setup kam zum Einsatz:


    Schlagzeug (wie vorher auch schon mein Pearl MLX) mikrofoniert mit...


    BD: EV RE27N/D
    SN: SM57LC


    Als Hauptmikrofone für die Glyn-Johns-Technik kamen die AKG C414B-ULS zum Einsatz - in der gleichen Aufstellung wie letztes mal beim Test (s.o.)


    Soweit war also alles bis auf das Kick-Mikro identisch - aber...


    Die Mikros gingen in die Preamps eines Soundcraft Spirit4 Pultes und von da völlig flat auf 4 getrennte Spuren des Alesis HD24XR (44,1kHz, 24 Bit).
    Die weitere Bearbeitung erfolgte dann via ADAT Lightpipe über das Tascam DM24 nach Samplitude.


    Bei allen Samples spielt die Band komplett - d.h. in unserem Übungsraum stehen die Boxen direkt hinter dem Drumset (Vocals), die Box des Bassisten steht direkt ca. 50cm neben der HH in meine Richtung zeigend und von vorne kommt Gitarre und Keyboard aus jeweils eigenen Amps - das Übersprechen auf die Drummics war eigentlich der Part, der mich mit am meisten interessierte...


    Hier kommen die Samples mit kurzer Erklärung des zu hörenden Inhalts:


    Snaredrum solo - erst flat, dann mit EQ, dann zusätzlich mit Compressor


    BD solo, erst flat, dann mit EQ, dann EQ+Compressor, dann mit Snare zusammen


    Overheads in Glyn Johns-Technik, erst flat, dann mit EQ, nochmal flat, nochmal mit EQ, dann mit EQ+Compression, dann zusätzlich mit den Stützmikros von BD+SN


    Submix der Drums (alles mit EQ+Comp.), plus Effekte (Hall)
    Submix der Drums (alles mit EQ+Comp.), plus Effekte (Hall) + Multibandkompression


    Ausschnitt aus dem kompletten Mix


    Ich bin etwas hin- und hergerissen über die Ergebnisse - auf der einen Seite war das eine echt schnelle Sache (Aufbauzeit des Recording-Equipments ca. 1h) und der Sound der Drums ist zumindest gut brauchbar, auch im Mix mit der Band. Andererseits sind die Eingriffsmöglichkeiten doch sehr eingeschränkt - ich hätte z.B. gerne eine bessere Kontrolle über die Toms und die HH gehabt... also geht es in die nächste Runde mit Stützen eben für diese Instrumente - Spuren sind ja genug da... to be continued...


    Edit: mir fällt auch auf, dass manch andere Aufnahmen hier unbearbeitet viel besser klingen als meine (z.B. BuddyPoor)- hier schlägt dann unser relativ toter Noppenschaum-Raum durch, der zwar angenehm zu beproben ist, aber nicht wirklich zum Aufnehmen von Drums taugt... vorsichtig gesagt... also muss ich das auch nochmal in einem guten Raum testen... bitte ein Paket Zeit! :)

    tschino:


    Genau das habe ich mit meinem 13er Tom vom BLX gemacht - es gibt auf dem Pearl Drummer Forum einen ausführlichen Fotobericht darüber von mir - Snare aus 13er Tom im PDF


    Ich habe bei mir Holzdübel mit Holzleim in die Löcher geleimt und dann fein abgeschliffen - sieht gut aus und hält. Geht aber nicht so gut, wenn man später beizen will, da die Strinflächen die Farbe ganz anders annehmen als der Rest des Kessels....

    Styropor mit einer dünnen Putzschicht drauf ist eine sehr gute Wärmedämmung, aber eine schlechte Schalldämmung - für letzteres fehlt die Masse. Die Schalldämm-Wirkung wird also eher minimal sein. Was anderes wäre z.B. eine massive Verklinkerung gewesen - zusammen mit dem Hohlraum und der Glaswolle darin wäre das auch eine effektive Schalldämmung gewesen.


    Je nachdem, woraus eure Grundmauer jetzt besteht, wird aber wohl der meiste Schall eh durch die Fenster entweichen...

    Im übrigen sind meine Md442 absolut ungleich (kein Päärchen, nur zwei Stück), an einem is schon der Korb ab und sie geben einfach beide ein deutlich anderes Klangbild ab, was für ne Overheadsituation eigentlich richtig scheisse ist. Nix mit sauber Stereo. Weiterhin sind die auch nicht wirklich als Overhead gedacht, funktionieren dort nur.


    Du meinst sicherlich MD441er - die sind sicherlich zu den besten dynamischen Mikrofonen überhaupt zu zählen und vielleicht neben den M201 von Beyerdynamic die einzigen dynamischen Mikros, die als Overheads etwas brauchbares abliefern. Es würde allerdings helfen, wenn sie beide heile wären... :) (hast du schon mal bei Sennheiser nachgefragt, was eine Reparatur kostet? Lohnt sich bei einem 441er auf alle Fälle!)


    Oder hast Du MD42 benutzt?

    Mit einer zu lauten HH habe ich mich auch schon so manches mal rumgeärgert... hier meine Ideen dazu:


    1. einmal die Overheads solo abhören - wenn die HH hier bereits im Verhältnis zu den Drums und den anderen Becken zu laut ist (also nervt), dann gibt es zwei bis drei mögliche Ursachen: entweder, die HH ist zu laut gespielt, oder die HH ist einfach vom Material her eine der lauten Sorte - oder die Overhead-Mikrofone sind ungünstig ausgerichtet´.


    Abhilfe in diesen Fällen: leiser spielen und/oder leisere HiHat benutzen (z.B. ein 13" oder auch 12" Modell) und/oder Overheads anders ausrichten (evtl. kann z.B. bei einer AB-Mikrofonierung das Mikrofon auf der HH-Seite so positioniert werden, daß ein größeres Crash die HH "abschattet")


    2. Wenn die HH auf den Overheads nicht zu laut ist - das Set in sich also ausgewogen ist, dann kann eine der Ursachen das manchmal extreme Einstreuen der HH in das Snaremikrofon sein - ich habe z.B. jahrelang meine Snare mit einem MD441 abgenommen, und damit war es kaum möglich, die HH vernünftig auszublenden. Seit ich auf ein SM57 umgestiegen bin, habe ich das Problem nie wieder gehabt. Bei der Snaredrum werden auch am Pult gerne mal die Frequenzen angehoben, die die HH ebenfalls nach vorne holen - oft, um den Teppich mehr abzubilden (im Bereich um die 6kHz). Dies kann man z.B. damit umgehen, den Teppich mit einem extra Mic aufzunehmen - das spart die übermäßige Höhenanhebung auf dem Snare-Mic.
    Ich würde unbedingt empfehlen, die einstreuende HH im Snare-Mic durch sorgfältiges Probieren mit der Ausrichtung des Mikrofons sowie mit der Wahl eines optimalen Mikrofons zu bekämpfen. Das erspart später nervende Kompromisse.
    Manchmal stört es auch extrem, wenn die einstreuende HH auf dem Snaremikro eine ordentliche Portion Hall bekommt, weil dieser für den Snare-Sound benötigt wird. Hier kann es helfen, den Snare-Kanal selber nur sehr moderat zu gaten, den Send von der Snare zum Hall jedoch rigoros. Kann man erreichen, indem man den Snarekanal doppelt und den gegateten nur als Aux-Send-Kanal gebraucht (also von der Summe wegschaltet).


    3. Einstreuen in die Tom-Miks: hier gilt das gleiche wie für die Snare - durch Ausrichtung der Tom-Mics versuchen, das Problem so gut wie möglich im Ansatz zu beseitigen. Ansonsten moderat gaten oder die Spuren freischneiden - letzteres ist aber ein nervender Aufwand, wenn die Toms mehr als 2-3 mal im Song gespielt werden... Ich hab auch mal Spuren mit der Automation über weite Teile stumm geschaltet und dann lokal noch zusätzlich ein Gate eingesetzt.


    Es bleibt aber letztlich wahr, was einige vorher auch schon geschrieben haben - wenn die Balance im Set nicht stimmt, dann ist es schwer, die auf der Aufnahme herzustellen. Hier hilft wirklich nur, die HH zu bändigen (Spielweise und/oder andere HH).

    nein sorry, aber wo in meinem post habe ich einen temperaturbereich von 200-300 grad benannt?


    das war Deine Ausgangsaussage:


    da diese bronzen hauptsächlich aus den legierungsbestandteilen kupfer und zinn bestehen, solltest du bei deinem vorhaben in keinem falle den schmelzpunkt von zinn überschreiten!


    Schmelzpunkt von Zinn: 231,93 °C



    ich weiss auch nicht wie viele versuche du diesbezüglich schon gemacht hast, jedenfalls kann ich dir versichern, das in diesen temperaturbereichen der schmelzvorgang wie beschrieben abläuft. die vorstellung bei nem sprung von einem grad, vom festen in den flüssigen zustand über zu gehen, un dennoch eine homogene masse bei zu behalten basiert schon sehr stark auf naiver theorie!
    selbstverstädlich bleibt nach dem ausfliessen des zinn kein reines kupfer zurück, aber wenn ich das jetzt auch noch erkläre, dann wird aus dem drummerforum ein metallurgieforum.


    Du hast recht - Ich habe noch kein Becken aufgeschmolzen. Aber ich habe in der Werkstofftechnik-Vorlesung auch nicht geschlafen ;)


    Ich habe nicht geschrieben, daß es schlagartig vom festen in den flüssigen Zustand übergeht - ich habe geschrieben, daß unterhalb der Solidustemperatur (860°C für CuSn8 ) alles fest ist und auch nichts "ausschwitzt". Erst wenn Du diese Temperatur überschreitest, fangen erste Kristallite der Legierung an vom festen in den flüssigen Zustand überzugehen bis dann schließlich bei Erreichen der Liquidus-Temperatur (1040°C für CuSn8 ) nur noch Schmelze vorliegt. Und keinesfalls ist es reines Zinn, daß vor dem kompletten Schmelzen ausfließt, sondern immer eine Mischung aus Zinn und Kupfer...


    Um dieses an der harten Wirklichkeit zu verifizieren, kannst Du Dein ausgeflossenes "Zinn" ja nochmal erneut aufschmelzen und die Temperatur messen, bei der es flüssig wird. Diese wird weit oberhalb des Schmelzpunktes von Zinn liegen...


    Erzähl doch überhaupt mal, wie Du Deinen Schmelzversuch gemacht hast - war das ein Becken aus B8-Bronze, das dran glauben musste? Welche Temperaturen hast Du denn erreichen können und womit?


    Ich würde mal folgende gewagte These aufstellen: Während das B8-Becken auf dem Grill gart, stellt das Überschreiten der Schmelztemperatur von Zinn kein Problem dar - erst bei über 800°C wird es kritisch, zumindest in Bezug auf das partielle Schmelzen von Legierungsbestandteilen. Je nach Abkühlvorgang werden sich in dem gegrillten Becken jedoch deutlich andere Spannungszustände einstellen, die den Klang des Beckens (und höchstwahrscheinlich auch die mechanische Haltbarkeit) stark beeinflussen.