Die Snare SOLL lauter sein als der Rest vom Set. In der Präsenzhierarchie steht die Snare beim Drumset seit seiner Erfindung an erster Stelle. Sie ist so gebaut, dass sie (jedenfalls subjektiv) höhere Lautstärken erzeugen kann als Toms. Backbeat-orientierte Musik hat die Snare als Mittelpunkt. Sie ist frequenzmässig dort angesiedelt, wo das menschliche Gehör am empfindlichsten ist, nämlich in den oberen Mitten.
Ich selbst spiele die Toms kräftig an, je größer das Tom, desto kräftiger. Dadurch erzielt man einen homogenen Gesamtsound, abhängig von der akustischen Mitte des Kits, der Snare.
Die Mitraschelproblematik ist uralt und tritt mit zunehmender Erfahrung beim stimmen zunehmend in den Hintergrund. Das Mitrascheln wird durch sog. sympathische Frequenzen ausgelöst. Beispiel 1: man schlägt auf eines der oberen Toms und die Snare fängt an zu rascheln. Beispiel 2: man schlägt auf die Snare und sie hört kaum auf zu jammern.
Im ersten Beispiel regt die Fellschwingung des Toms das Resofell der Snare an, welches wiederum den Teppich aktiviert. Im zweiten Beispiel regt der Schlag auf die Snare auch die Felle des Toms an. Diese fangen kaum hörbar an zu schwingen. Die Schwingung reicht aber aus, um den Snareteppich weiter anzuregen. Ein Snaresound mit einer Reihe von sirrenden und pfeifenden Folgetönen ist das Ergebnis. Ich demonstriere das meinen Schülern ab und zu und sie sind immer ganz baff, dass man durch das Abdämpfen des Toms die Snare nebengeräuschfrei bekommt.
Je nach Situation können die Nebengeräusche entweder egal oder sehr nervig sein. Wer im Studio eine leise Ballade einspielt, wird eine nachjammernde Snare nicht akzeptabel finden. Beim Rockkonzert kann es dagegen sein, dass die Störsounds völlig in den Hintergrund treten. Mich stört es erst ab einer gewissen Intensität.
Dann stimme ich meistens das Tom etwas um, was es dann auch bringt. Wer nicht stimmen kann, wird da natürlich Schwierigkeiten bekommen, denn ein unsauber gestimmtes Tom entwickelt mehr Obertöne und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass eine dieser Frequenzen Probleme macht.
Zum Thema stimmen gibt es im Netz diverse Anleitungen und nach ein paar intensiven Jahren an Erfahrung klappt das dann auch recht zielsicher. Nicht umsonst gibt es Spezialisten wie den Nils (s.o.), die sich ausschließlich auf das Thema konzentrieren.
lg
max