Beiträge von Luddie

    Ich hab die S-Classix schon mal gespielt und muss sagen, dass die sehr sehr gut klingen. Da sich bei Sonor die (Kessel-)Fertigungsmethoden seit langer Zeit praktisch nicht geändert haben, würde ich behaupten, dass zumindest die Kesselkonstruktion gleich ist. Die Lites haben ja auf jeden Fall innen noch eine Lage Maserbirke, sind daher möglicherweise eine Spur dicker.


    Jedenfalls hat mich der Sound der S-Classix direkt an die Lites erinnert. Ich muss immer an den Begriff "kräftig" denken, wenn ich auf Lites haue und diese Assoziation hatte ich auch beim S-Classix. Außerdem hat das die gleichen Kessel wie ein SQ2 in Birke thin.


    lieber Gruß
    max

    Ich habs gelesen aber so richtig einleuchtend finde ichs nicht.


    Baut Mercedes den neuen Abstandstempomat zuerst in den Smart ein, um zu sehen, obs klappt? Innovationen werden doch gerade zuerst in die Flaggschiffe gebaut.


    Es kommt mir eher so vor, dass DW testet, wie weit sich die Marke pdp schon etabliert hat. Und wahrscheinlich soll die Marke auch höher positioniert werden. Aber wie gesagt: auch alles Vermutungen.


    lieber gruß
    max

    drumrumköln:


    Achso, verstehe. Die USA haben ja eine ziemlich ausgeprägte christliche Tradition. Insbesondere die schwarzen Gemeinden zelebrieren ihre Gottesdieste mit viel Musik und Spaß (komplett anders als hierzulande) und der Glauben bedeutet denen extrem viel.


    Obwohl viele dieser schwarzen Jungs gesellschaftlich benachteiligt sind, finden sie in den Kirchen, und dort insbesondere in der Musik, Bestätigung und Anerkennung. Diejenigen, die jetzt bekannt werden, haben meistens ihr ganzes Leben in der Kirche verbracht und dort das Trommeln gelernt.


    Der Trommelstil, der sich dort entwickelt hat, ist energiegeladen und laut, eben wie die Gottesdienste dort auch sind. Die ständige Zurückhaltung, wie wir sie hier kennen, ist dort nicht angesagt.


    Den Stil erkennt man - meiner Meinung nach - an folgenden Dingen:


    -sehr kräftiger Backbeat


    -häufig geshuffelte oder angeshuffelte Beats


    -Fill ins, welche gerne über die Barlines gehen


    -Fill ins, die auf 3er, 5er und 7er Gruppen basieren, dabei aber sehr straight und häufig sehr schnell gespielt werden


    -viele Gospeldrummer sind auch für ihre extrem schnelle Fusstechnik bekannt (Gerald Heyward, Teddy Campbell, Aaron Spears...)


    Was nach meiner Beobachtung kaum vorkommt, ist diese extreme Unabhängigkeitsgeschichte, wie sie zB Leute wie Thomas Lang, Marco Minnemann und Virgil Donati machen. Sowas passiert wenig, ebenso irgendwelche Ostinato-Sachen.


    Fazit wäre vielleicht: straight, laut, präzise, aber mit Swing und Eiern gespielt.


    lieber gruß
    max

    Das Interessante an diesen Trommlern mit Gospelhintergrund ist, dass ise fast alle einen sehr ähnlichen Stil haben, der von Leuten wie z.B. Gerald Heyward geprägt wurde: extrem energetisch, sehr viel Technik und Geschwindigkeit und ein sehr lässiger, straighter Groove.


    Seht euch mal den Aaron Spears an, dessen Stil dieser Pete ja fast 1:1 kopiert. Spannend daran ist, dass der Aaron Spears bei Usher tatsächlich so spielen darf. Da braut sich womöglich ein ganz neuer Stil zusammen, der aber gerade von den alten Hasen als vollkommen unmusikalisch betrachtet wird. Russ Miller zB findet diesen Stil daneben.


    Man darf gespannt sein, denn zum ersten Mal bahnt sich hier extremes Frickelgetrommel seinen Weg in die (seichte) Popmusik.


    lieber Gruß
    max

    Bubinga kommt zumindest sehr häufig vor (wurde mir vor ein paar Tagen auch von Herstellerseite bestätigt). Dass es ein günstiges Holz ist, habe ich sowohl von den 6 Umweltorgas als auch von einer Preisliste, die ich im Netz gefunden habe.


    Ich spekuliere daher jetzt auch mal ein bisschen.


    Wie mir in den letzten Tagen durch Gespräche mit Fachleuten bewusst wurde, herrscht auch in der Trommelindustrie ein großer Preis- Innovations- und Erfolgsdruck. Jede große Firme versucht, mit besonderen Konzepten, Hölzern oder Outfits Boden gutzumachen.


    Ich weiss nicht, warum, aber offenbar kam in den letzten Jahren jemand auf die Idee, Bubinga für die Kesselverarbeitung zu nutzen. Innerhalb relativ kurzer Zeit wurde dieses Holz nach "unten" durchgereicht: aus dem extrem schwer zu verarbeitenden, äußerst seltenen Edelholz, welches zunächst nur im Tama Omnitune verarbeitet wurde, wurde ein Holz, welches Taiwan-Firmen mittlerweile massenhaft zu Rohkesseln verarbeiten und in alle Welt verkaufen. Das neulich im Modern Drummer vorgestellte Set der Marke Peace hat sogar so eine Intarsie wie das Omnitune.
    http://peacedrum.com/product_detail.asp?ID=83#


    Wie konnte das passieren? Ich denke so: in anbetracht der Tatsache, dass dieses Superholz häufig vorkommt, dazu in Ländern wächst, wo Arbeitskraft wenig bis nichts wert ist, dazu vermutlich schon gute Vertriebswege bestanden, war die Verlockung einfach sehr groß, damit gutes Geld auch in der Trommelindustrie zu verdienen. Nachdem Methoden gefunden wurden, dieses Holz in Massenherstellung zu verarbeiten, kamen Nachahmer auf den Plan.


    Und jetzt meine Frage an alle, über die vielleicht sogar ganz interessant diskutiert werden kann: Warum sind die Nachahmer auschließlich Billigmarken? Warum ist der Verlockung bei den Qualitätsfirmen nur Tama erlegen?


    lieber gruß
    max

    Edit: an dieser Stelle stand etwas, was mich als Strohmann einer bestimmten Marke hätte darstellen können. ich habe zwar keinen Firmennamen genannt, entferne diesen Teil meines Posts aber trotzdem. Sorry, Infos gibts per PM.


    Oder der kleine Hersteller Wahan: verwendet meines Wissens auch unproblematische Hölzer, macht auch Teile der Harware selber und die Sachen sind auch nicht sooo teuer.


    Dann auch Lunar, die viel mit Kellerkesseln macht, bei den Edelholzkesseln aber auch offenbar tatsächlich weiss, wo sie herkommen.


    Wir reden hier natürlich komplett über teure Schlagzeuge. Dafür ist der Markt wesentlich kleiner als für Sets der Einsteiger- bis Mittelklasse. Gerade deswegen hat aber das Wort der Kunden auch Gewicht. Es gibt in dem Preisbereich eben Alternativen.


    Im Billigsegment kann man nur an der großen Hersteller appellieren, in China auf die Arbeitsbedingungen zu achten und keine giftigen Materialien zuzulassen.


    Was ich sagen will: man hat als engagierter Musiker Auswahl! Man kann bei unbedenklichen Herstellern kaufen! Und man bezahlt u. U. weniger als bei teuren Firmen aus dem Ausland.


    lg
    max


    Um Gottes Willen! Die Toms sind innen komplett mit Noppenschaumstoff ausgekleidet...Kreisch! 8o


    lg
    max

    Ich möchte hier nicht beurteilen, inwiefern Bestechung bei FSC eine Rolle spielt. Da die geposteten Links aber nur selten gelesen werden, möchte ich hier direkt aus der von mir gefundenen kritischen Quelle zum Thema FSC zitieren.


    Hier noch mal ein paar sehr interessante Zitate, die unserer Diskussion vielleicht helfen könnten:


    "Viele Arten des Holzeinschlags schaden dem Wald oder vernichten ihn gar völlig. Sie sind also nicht nachhaltig. Umweltverbände setzen sich für den Schutz bzw. die nachhaltige Nutzung von Wäldern ein, und zwar klassischerweise durch Beeinflussung der Gesetze und Verordnungen des betreffenden Landes. Viele waldreiche Länder, v.a. der Tropen, sind aber korrupt und/oder sehr schwach in der Umsetzung ihrer waldrelevanten Gesetze (Governance), so dass dieser Ansatz seine Grenzen hat und sehr mühsam und langsam ist. [...]


    Die Ausgabe und Überprüfung der Zertifikate erfolgt durch unabhängige Firmen, die dafür vom FSC akkreditiert sein müssen. Diese Zertifizierer werden für ihre Arbeit vom zu zertifizierenden Betrieb bezahlt. Fünf Zertifizierer (darunter der Marktführer) waren vom Start an dabei, alle weiteren mussten einen Akkreditierungsprozess über sich ergehen lassen.


    Die FSC-Prinzipien und -Kriterien beziehen sich ausschließlich auf den Holzeinschlag (oder im Falle der seltenen Nicht-Holzprodukte: die Ernte) selbst, sagen also nichts darüber aus, was danach geschieht (z.B. Ökobilanz des Transportes, soziale Bedingungen bei der Verarbeitung etc.). Soll nicht nur der Holzstamm selbst, sondern ein verarbeitetes Produkt das FSC-Siegel tragen, muss in einer sogenannten „Chain of Custody“ das Holz bis zum zertifizierten Waldstück zurückverfolgt werden können (getrennte Lagerung der Stämme, meist wird aber nur die korrekte Menge überprüft). Aber auch dann sagt das FSC-Siegel nichts über die Ökobilanz nach dem Holzeinschlag aus. Für Papier gelten eigene Regeln, da nur eine geringe Menge an FSC-Holz enthalten sein muss. Das zehnte Prinzip zu Plantagen wurde 1996, also zwei Jahre nach den anderen Prinzipien hinzugefügt, enthält nur wenig verbindliche Kriterien und ist von Anfang an umstritten gewesen."



    Hier nochmal die Seite, von der das kommt. http://kooperation-brasilien.o…task=view&id=202&Itemid=1


    Ich garantieren denjenigen, die sich die Mühe machen, das zu lesen, einen großen Erkenntnisgewinn, denn das ist wirklich eine offenbar sehr fundierte Darstellung von der Arbeit des FSC und vor allem auch den Problemen.


    lieber gruß
    max

    Ich wiederhole diese Info jetzt einfach in regelmäßigen Abständen, damit sie nicht verloren geht.


    Es gibt zwei glaubwürdige Zertifikate für Holz. Einmal das Naturland-Siegel für deutsche Hölzer, welches z.B. Gemeinden oder Städte für nachhaltige und ökologische Nutzung von Waldflächen von BUND, Greenpeace und Naturland erhalten. Dieses Siegel ist aber, soweit ich das verstanden habe, noch recht wenig verbreitet.


    Das zweite Zertifikat - und wesentlich wichtigere - ist das FSC-Zertifikat. Dieses Zertifikat ist kein von Öko-Spinnern ersonnenes Hirngespinst, sondern ein (weltweites!) System aus Forstbetrieben, Verarbeitern, Händlern und Umweltorgas, den Handel mit Holz sicherer und verantwortungsvoller zu gestalten.


    http://www.fsc-deutschland.de/…-fsc/index.php?holzart=79


    Für Spezialisten hier nochmal ein paar Daten zur FSC-Fläche in Deutschland:


    http://www.fsc-deutschland.de/db/forest/index.php?lang=de


    Sehr interssant auch diese Infos hier:


    http://www.fsc-deutschland.de/infocenter/ininfo.htm


    Ich habe eben mit dem FSC telefoniert und ratet, was sie mir gesagt haben. Es gibt kein Zertifikat für Bubinga. Der Grund: teilweise schlimmste Abholzbedingungen, Arbeiter müssen ohne Schutzmaßnahmen arbeiten, abgehackte Gliedmaßen sind an der Tagesordnung. Hauptgrund aber: die Herkunft ist nicht klärbar!


    Wer jetzt wirklich Interesse an dieser Sache hat und sich ein bisschen mit der FSC-Seite beschäftigt, kann sich ja ein eigenes Bild von der Sache machen.


    Dies scheint ein interessantes Buch zu sein: http://www.bibb.de/de/nh_9165.htm Lest mal den Text dazu.


    Und noch einmal: bitte lest die Links auch. Wer hier nur ein paar Vermutungen platzieren will, trägt weder zur Diskussion bei noch stärkt er irgendwelche Positionen. Es gibt Fachleute und deren Expertisen findet man im Internet.


    lieber gruß
    max

    chesterhead, noch einmal, es geht hier nicht um eine Meinung. Es geht hier um die Frage, wo das Holz herkommt.


    Ich finde es ganz toll, dass du immer pro und contra abwägst. Ich tue das auch. Langsam wird es aber problematisch, denn während du dich als Hüter der Objektivität präsentierst, wertest du permanent diejenigen ab, die sich dem Thema kritisch nähern und bezeichnest sie als vorschnell, naiv unwissenschaftlich usw.


    Gleichzeitig hebst du die Argumente von Bernhard (der hier auch von kritischer Seite Zuspruch bekommen hat, z. B. von mir) in den Himmel, während die kritischeren Aussagen von Zwar, der auch viel Ahnung zu haben scheint und beruflich mit Holz zu tun hat, offenbar irrelevant sind.


    Korrekt wäre, wenn du sagen würdest, Leute wartet jetzt mal ab, was die Firmen sagen. Stattdessen stellst du aber die Leute, die sich hier permanent Mühe machen als irrationale Hitzköpfe dar, während du den Leuten, die eher der anderen Seite zuneigen, höchste Sachkompetenz bescheinigst.


    Wo ist dort, ich frage das nochmal, die Objektivität?


    lieber gruß
    max