Hallo,
Klang ist nicht monokausal.
Ein Freischwingding klingt in der Gummizelle kürzer
als ein totgedämpftes abgewichstes Pinstripe auf
einem Aldi-Tom in der Kathedrale.
Ein Spieler kann offen und geschlossen spielen.
Besonders auffällig ist das bei der Hi-Hat, da
wird aber mit dem Fuß nachgeholfen.
Auch bei Trommeln und Becken erfolgt eine
Anregung, die je nach Fertigkeit und Willen
des Anschlägers mal länger und mal kürzer
klingt.
Nebenbei kann man Felle unterschiedlich stark
spannen, ich habe mal gehört, damit sollen
ganze Guru-Horden neuerdings Geld verdienen,
indem sie durch lustige Spannungen mehr oder
weniger gebremste Klänge fabrizieren.
Dann gibt es den angeblich schwingenden Kessel
und dieser kann eine Klangbremse oder ein Vibrator
sein, je nach Umständen des Einzelfalles, nämlich,
ob die Komponenten sich frequenzmäßig ergänzen
oder gegenseitig auslöschen (kennt man ja, Phase
und so, der Fahrradfahrer kennt sogar deswegen
durchgebrannte Lampen).
Das fällt nur deshalb nicht auf, weil diverse Beschlag-
und Stativteile nebst deren Aufstellung auf dem Boden
zu lustigen Schallbrücken und -bremsen führen.
Da hilft nur Probieren.
Bei mir klingen 15" länger, 12", 13", 14" absteigend kürzer, 16", 18"
absteigend ganz kurz. Letztere sind direkt mit dem Boden gekoppelt,
das tötet. Kleinere Toms erscheinen mir schwieriger,
sie klingen in der Regel schneller kürzer, oft wird das
ja gewünscht, wenn manche Leute sich beschweren, das
große Trommeln so wummerten.
Auch doppelschichtige Felle und jede andere Dämpfung
töten den Klang.
Beschlagteile können bei guter Verarbeitung erschwerend
und damit klangfördernd oder auch bei schlechterer Verarbeitung
dämpfend und damit klangeinschränkend wirken.
Ein extrem schwerer Kessel fördert den Klang, denn wo kein Kessel
schwingt, wird das Fell in der Schwingung nicht behindert.
Dass das theoretisch ist, wissen alle Praktiker, denn das Ding muss
ja irgendwie hängen.
Und da machen es uns die Klassiker vor: Bass Drum, hängend.
Das ist das höchste Gefühl des Freischwingens. Wer teure Mikrofone
hat, kennt vielleicht auch die berühmte "Spinne".
Alles andere ist schlechter, wenn es um freies Schwingen geht.
In der Tat wären da ein paar menschliche Halter im Schichtdienst
das Optimum, aber wir sind ja nicht dort, wo die Ma-Fifa Fußball
spielen lassen will.
Daher kam Herr Bims, äh, Rims, also R - E - S - P - E - C - T, R. I. M. S.
Der hatte sich etwas einfallen lassen, was wohl nach herrschender
Ansicht immer noch das effektivste System ist: der Wackeldackel.
Diverse Hersteller hatten keine Lust auf die Lizenzgebühren und
ließen ihre Designer die Köpfe rauchen mit den unterschiedlichsten
Lösungen optisch, haptisch, pekuniär und irgendwie vielleicht auch
akustisch.
Aber R. I. M. S. kommt der Spinne am nächsten und ist deshalb am
Effektivsten.
Mir persönlich ist das zu viel Gewackel und bei schnellem Spiel ist
langes Nachklingen eher ungünstig, also spiele ich halt schneller
und mehr und alles ist gut, Hauptsache, die Hüfte schwingt.
Grüße
Jürgen
PS
Warum dürfen Snare Drums und Bass Drums nicht schwingen?
Freiheit für Alle!