Hallo,
die Ausgangsfrage ist zwar konkret nicht mehr aktuell, allgemein aber eine interessante
Frage, die sich jeder irgendwann einmal stellt.
Für mich gibt es drei Sorten Spieler:
Hobbyisten, anspruchslos,
Hobbyisten mit Geschmack,
Amateure mit Gehör,
Amateure mit Gehör und Geld,
Möchtegernsemiprofis, weitgehend anspruchslos
Möchtegernsemiprofis, durchgeknallt
Profis, geerdet und schmerzfrei,
Profis, leicht verpeilt und verstrahlt,
Profis, geerdet und mit Anspruch
Profis, mit hohem Anspruch
und noch ein paar mehr Kategorien ...
Jeder braucht ein Set (oder mehrere, also mindestens eins).
Jeder braucht aber etwas Anderes oder ist mit etwas anderem zu beglücken.
Ein Set kann nur so gut klingen, wie das Bedienungspersonal drauf ist.
Deshalb haben wir im unteren Bereich viel Egal,
denn da hapert es ja schon an den einfachsten Voraussetzungen:
ordentliches Anschlagen, ordentliches Stimmen.
Dennoch hat die ein oder andere Kesselkonstruktion einschließlich des Materials
bei der ein oder anderen Anwendung gewisse Vorteile.
Vor allem ist es so, das gute Ware schneller, leichter und in einer weiteren Bandbreite
einsetzbar ist, schlechte Ware ist stets eingeschränkt. Letzteres kann aber in einer
normalen Kapelle wieder völlig egal sein, weil die Bandbreite nie benötigt wird.
Viel wichtiger als die Qualität ist die Lautstärke, denn es nützt das schönste Edelteil
nichts, wenn es zwischen Marshall-Türmen keinen Laut mehr von sich gibt und bei
einer zarten Combo, wo der Zuschauer die Stecknadel fallen hört, wird man ganz andere
Ansprüche an das Gerät haben müssen, wie eben bei den üblichen Anwendungen
mit Gnadenumgebungsschall.
Das trifft signifikant auf Becken zu, aber auch bei Trommeln merkt man, dass manche
Dinge zwar weitgehend funktionieren, aber nicht in jeder speziellen Situation.
Ich selbst komme mit meinem alten Set deshalb sehr gut klar, weil es sowieso schon
nicht so schlecht ist und für meine Anwendungen holztechnisch völlig genügt.
Es gibt aber bessere Trommeln.
Dass ein Baum, der in meinen Vorgarten wächst, andere Eigenschaften hat, wie ein
Baum der gleichen Art im Wald der schwedischen Krone oder einer sibirischen Müllhalde,
das ist für mich genauso nachvollziehbar wie der Rest des Weges bis zum fertigen Zylinder.
Letztendlich klingt alles nach Trommel, aber jede Geige ist dann doch ein klein bisschen
anders, genauso wie der Baum.
Grüße
Jürgen
individuell