Hallo,
bei den Preisen, die hier als machbar erörtert werden,
kann man sich schon fragen, ob Musizieren überhaupt
möglich ist, aber wenn ich mal den Müll von damals betrachte,
dann bin ich ganz still und erinnere mich an den Plattenspieler-
eingang meiner Stereoanlage.
Lange ging das aber nicht gut und das Budget für die Gesangs-
anlage betrug binnen sehr kurzer Zeit 1500 DM (das sind etwas
mehr als 750 Euro). Das sollte man im Hinterkopf behalten, wenn
man auch übermorgen (also in einem Jahr) noch Musik machen
will.
Zur Frage, wer was bezahlt gibt es für mich den Grundsatz, dass
klare Eigentumsregeln den Trennungsprozess erleichtern.
Eine Kapelle, die sich irgendwann mal auflösen wird, wird das
Problem haben, wie der Kuchen zu verteilen ist, bei Gegenständen
ist das schwierig, denn nur einer kann das jeweilige Teil bekommen
und der Rest muss ausgezahlt werden oder es muss verkauft werden,
wobei dann der Erlös oftmals eher ernüchternd sein wird.
Verbrauchsmaterial, Miete und Ähnliches ist eine Sache, Geräte, die
länger halten, eine andere. Da halte ich das Individualeigentum für
unschlagbar. Deshalb favorisiere ich immer die Lösung, dass jeder
seinen Kram selbst organisiert. Solange der Sänger nur Sänger ist,
ist das auch logisch und im kleinen Rahmen gut vertretbar.
Hier wird es kompliziert und da werden auch andere Lösungen
mit guten Argumenten aufwarten können, so dass man letztendlich
ein bisschen nach seiner ganz eigenen Meinung unter Berücksichtigung
der individuellen und speziellen Bedingungen in der Gesamtschau gehen
wird müssen.
Eine mögliche Lösung wäre auch die Kombination der Einkommen relativ
zu den Ausgaben unter Berücksichtigung des Existenzminimums und der
Progression analog zum Einkommensteuerrecht.
Eine andere Lösung wäre es, dem Bassisten zu erklären, dass er ja zwei
Saiten an seiner Gitarre bereits gespart hat, ohnehin mit den wenigsten
Tönen pro Takt zur Musik beiträgt und somit ein paar Laute aus dem Hals
noch selbst zu übertragen werden wird haben müssen.
Man könnte natürlich auch meinen, dass der Gesang für das Fortkommen
der Gesellschaft, also der Vereinigung, welche die Kapelle ja darstellt, so
eminent wichtig ist und der Herr B. sich da freundlicher- und unterstützens-
werterweise zur Verfügung stellt und dies so hofiert werden muss, dass man
da den Gegenwert eines Felles, eines Paares Trommelstöcke und einer Curry-
wurst mit Bier und Cola dann doch einfach mal so investiert, ohne da lange
mit knurrendem Magen herumsiechen zu müssen.
Aber das ist alles schwer abzuwägen und dabei sollte man keinen Aspekt
außer Acht lassen.
In diesem Sinne wünsche ich eine weise Entscheidung.
Grüße
Jürgen