Hallo,
nur zur Klarstellung: die Orchester werden von den Rundfunkgebühren finanziert.
Das ist das, was die GEZ einsammelt und eintreibt.
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk besteht, damit ein Vollprogramm auch jenseits der Quote zur Verfügung steht. Dazu gehört auch Kultur und da eben auch andere Dinge als quotenbringende volkstümliche Veranstaltungen. Der Sinn des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist es eben, dass das Volk nicht nur leichtverdauliche Unterhaltung erhält (diese allerdings auch), sondern eben auch tiefer greifende Beiträge und auch Sparten bedient, welche sonst untergingen.
Ich persönlich bin darüber sehr froh, denn ich habe eine Allergie gegen Werbung (und höre deshalb Deutschlandfunk) und gegen Filme mit blöden Einblendungen (leider seit dem Privatfernsehen eingeführt und ständig ausgebaut) und fehlendem Abspann (leider auch dem Quotendruck zu liebe zensiert worden). Außerdem vermisse ich die Ansagerinnen und Ansager. Heute sieht man nur blöde Werbehäppchen und die so oft, bis man völlig genervt ist. Auch bei den Samstag-Abend-Shows gab es früher ganze Orchester, die sieht und hört man heute auch nicht mehr. Sind wir so verarmt? Geht es uns so schlecht?
Wenn ich mir ansehe, dass wir heute zwei Minuten vor dem Termin per Funktelefon mitteilen, dass wir gleich da sind und auf einer viertelstündigen Bahnfahrt unbedingt auf dem mobilen Internet-Empfangsgerät den aktuellen Wetterbericht abrufen müssen nebst den aktuellen E-Mails, wir ohne ein vollständiges professionelles Schlagzeug gar nicht erst anfangen brauchen, die Stöcke zum Üben in die Hand zu nehmen, live eine Vollabnahme per close-miking mit zwei Mikros für die Snare als Bedingung sehen, die Veranstaltung überhaupt zu beglücken, dann kommt mir das alles sehr komisch vor.
Ich werde alt.
Grüße
Jürgen