Guten Morgen,
es gibt hierzulande zwei Rechtswege.
Der Eine ist der der staatlichen Bestrafung. Da geht es darum, dass der Staat (vertreten durch den Staatsanwalt und seine Hilfsbeamten) gewisse Leute bestraft. Das geschieht dann letztendlich durch Geld- oder Freiheitsstrafe. Bei diesem Verfahren ist der Geschädigte Zeuge und sonst nichts.
Dennoch ist es offenbar beliebt bei Laien, sich an die Polizei zu wenden. Das ist schön, aber wenig effektiv.
Da es nämlich auch noch Delinquenten gibt, die in U-Haft sitzen (und das nicht ewig dürfen), sind die hier relevanten meist "kleineren" Delikte auf der langen Bank eher hinten. Dass ein Strafverfahren sich somit in die Länge zieht, ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Der Delinquent merkt also erst mal wenig und fühlt sich bestärkt ("passiert ja nix") und macht fröhlich weiter, bis er irgendwann mal an die Reihe kommt. Dann kann es durchaus sein, dass die Sache verjährt ist (upsi) oder man noch ein paar Taten gesammelt hat, so dass es dann tatsächlich mal lohnt, so jemanden aus dem Verkehr zu ziehen. Aber morgen wächst ein Neuer nach und gerade solche anonymen Portale und diese bescheuerten Bezahlsysteme (wofür um Gottes Willen brauche ich "Bezahlkumpel Familie und Freunde" um einem Fremden etwas zu überweisen? Habe ich keine Bank oder was?) sind ein Einfallstor für unter- bis mittelkreative Kleinganoven.
Der zweite Weg ist der, wie man an das Geld kommt.
Eigentlich sollte der wichtiger sein, wird aber meist vergessen oder gar nicht gekannt.
Dafür muss man aber selbst seinen Hintern bewegen, also entweder einen Rechtsanwalt (selbst finanziert - aua) beauftragen oder gleich die Scheißarbeit, für die der RA ja so elend viel Geld bekommt (angeblich), selbst erledigen. Also besorgt man sich die Anschrift des Gegners (praktischerweise hat man die ja schon vorher ausbaldowert, man ist ja nicht blöd, oder?) und schreibt dem einen schönen Brief ("liebes Arschloch, gib Geld bis Silvester, sonst du erlebst GV"). Meist kommt dann nix und man schreibt dann dem Gericht (kostet natürlich ein bisschen Vorschuss), dann gibt es in gar nicht so weiter Ferne (je nach Saison und Region ein paar Monate) einen Termin. Und da gibt es dann - wenn alles gut läuft - ein Urteil. Mit dem Zettel kann man dann vollstrecken (lassen), das kostet wieder ein bisschen was. Hat man Glück, hat der Idiot doch tatsächlich Geld oder Vermögen und bezahlt den ganzen Scheiß nebst Spesen und Zinsen, hat man Pech ist es eine arme Wurst, die schon alles verheizt hat und sowieso nur von Geklautem und Geliehenem oder Geschenktem lebt.
Fazit:
Meine Devise: wie viel Spielgeld habe ich? Was ist mir der Spaß wert?
Hochwertige oder teure Dinge kauft man nur dort, wo man vertraut, Kleinkram schreibt man halt ab (das wissen aber auch die Gangster, deshalb klappt das Geschäft ja so gut).
Grüße
Jürgen
Spaßbremse