Hallo,
ich würde mich da mal spontan als Prediger für die Akustik anbieten.
Bei Orgel und Gitarre gab es auch Stress.
Allerdings haben Orgel und Gitarre und später der Synthesizer es geschafft, ein praktisch neues Instrument mit anderer Klangcharakteristik zu schaffen. Aus der praktischen elektrischen Kirchenorgel für die kleine Kapelle mit kleinem Geld wurde ein Rockschrank für langhaarige Ungewaschene, die einen ohrenbetäubenden, gar nicht gefälligen Lärm erzeugten. Ähnlich verlief es mit der Gitarre, die dank schlechtem Verstärker statt zum gefälligen Helfer des Tanzmusikers zur Fackel des drogenkonsumierenden Mulatten, der völlig wirre Verzerrungen aus dem Gerät holte, von denen der Erfinder im Albtraum nicht heimgesucht hätte werden können.
Solche Entwicklungen gibt es beim Schlagzeug nicht.
Die elektronischen Ersatzschlagzeuge bieten nur ein paar Gimmicks aus dem keyboard- und computer-Sektor und ansonsten einen komprimiertem Kompromiss, der noch besonders teuer ist und besonderer Wartung (wir brauchen Strom) bedarf.
Das ist das brave Gerät für zuhause, für Unterhaltungskapellen und als ergänzende Effektscheiben. Harter Rock, rauchiger Jazz, sensible Klassik - das geht so ganz richtig nur mit dynamisch perfektem Material und das ist bietet uns auch die anschlagsdynamischste Elektronik nicht.
Außerdem sieht das ganze Plastik nicht so hübsch aus.
Grüße,
Jürgen