ZitatLeider haben es auch meiner subjektiven Meinung nach die meisten Jazzer verlernt ihre Musik zugänglich zu gestalten.
Was ist denn Deiner Meinung nach bitte "zugänglich"? Weniger oder nicht so "free" zu improvisieren, damit es für den vermeintlich interessierten Zuhörer nicht in das so oft beschriebene "Gedudel" ausartet? Ein Jazzmusiker sollte schon die Freiheit haben so zu improvisieren wie es seinem künstlerischen Anspruch entspricht.
Im Jazz gibt es so viele Stilistiken, die mehr oder weniger, sagen wir vielleicht eingängig sind, dass man wohl nur sehr schwer selbst erfahrere Jazzliebhaber zufriedenstellen kann. Ohne irgendetwas "zu gestalten".Beispiel: tradidioneller BeBop, der ja harmonisch oft relativ einfach gestrickt ist, kommt bei den meisten Nicht-Jazzern als "nervöses Gedudel an". Im Gegensatz dazu ist vielen Jazzern, die sich den traditionellen Stilistiken widmen zeitgenössischer Fusion (oder Jazzrock) zu seicht und wird oft abfällig als Kaufhausmusik oder "Fahrstuhlgesäusel" bezeichnet. Selbst die Jazzer unter sich sich selten einig was nun auf ihren Plattenteller darf und was nicht. Ich persönlich, der ich mich überwiegend mit Fusion der 80er und auch z.T. 90er Jahre, Big Band (alle Stilistiken) BeBop, Hardbop, Latin, Cool, Modern beschäftige und auch spiele finde auch nicht unbedingt Zugang zu allen Stücken eines Programms (insbesondere in der Big Band, auf deren Programmauswahl ich nur wenig Einfluss habe).
Also: ein Konsument sollte schon wissen, worauf er sich einlässt, wenn er ein Freejazz-Konzert besucht, und sich nachher bitte nicht beschweren, die Band habe die Stücke nicht zugänglich genug gestaltet oder dies gar verlernt.
Viele Grüsse
Daniel