man darf an dieser stelle eine kleinigkeit nicht vergessen: das gesellschaftsbild hat sich in den letzten 20 jahren drastisch verändert. ein schüler hat heutzutage einen ganz anderen tagesablauf. ich kenne achtklässler, die sind zwölf stunden täglich unterwegs. die verhältnisse innerhalb der familie sind oft ganz anders als wir als lehrer das kennen und uns wünschen. heute sind kinder oft einem komplett anderen stressniveau ausgesetzt. es wird defintiv weniger geübt. oft aus mangel an selbstdiziplin, interesse, konzentrationsfähigkeit oder auch weil einem der tritt in den allerwertesten fehlt. da ist natürlich verstärkte motivation im unterricht angesagt. es gibt aber auch schüler, die sind schlicht und ergreifend nicht in der lage, die an sie gestellten anforderungen zu koordinieren. darauf sollte man als lehrer rücksicht nehmen. ich habe viele schüler mit denen ich zusammen übe. manchmal sogar mathe. von denen wird vermutlich keiner germany´s next topwunderkind der woche. vielleicht ist aber der ein- oder andere dabei dem ich zu einem besseren, weil strukturierterem, start ins leben verhelfe. und mir ist, ehrlich gesagt, das lachen eines adhs-diagnostizierten sedierten am rande der verwahrlosung dann doch irgendwie wichtiger als einem schlichtweg faulen ubertalent gebetsmühlenartig zu erklären wie man jetzt die nächsten 10 seiten new breed anzugehen hat. auch wenn oft an musikschulen die errungenen punkte bei "jugend musiziert" ein viel wichtigerer indikator für das können eines lehrers sind. die kann man nämlich viel einfacher addieren als die disziplin die ein schulkind am rande des nervenzusammenbruchs aufbringen muss um über jahre(!) hinweg pünktlich zum wöchentlichen unterricht zu erscheinen wenn zuhause die geschwister darauf warten das das älteste kind nahrung nach hause bringt weil mama saufen ist.
nur meine zwei cents am rande.

