Beiträge von Matzdrums

    ich hab eigentlich immer einfach einen satz mikrofone mit im hardware-täschchen. nebst ordentlich gerollter kabel und einem rudimentären stativsatz. werden die die gebraucht: prima. werden die nicht gebraucht: noch mehr prima, muss ich den kram nicht auspacken und hinstellen. bei geschlossenem frontfell hab ich entweder was eingebaut oder stell ein eigenes 902 oder d6 ans schlagfell. probleme gibts auf die tour selten bis nie. auf extras wie 2tes bd-mic oder snare von unten kann ich in der regel verzichten bzw. ist mir das im fall der snare live noch nie untergekommen. kein mensch geht nach der show nach hause und singt auf dem parkplatz den snaresound.

    so, gestern gabs eine veranstaltung bei der ich mich ein wenig mit dem mackie dl1608 beschäftigen konnte.
    da (bis auf gain-regler und phantomspeisung) sämtliche zugriffe nur per ipad erfolgen können, war meine größte sorge im vorfeld das die software abschmieren könnte und man somit nicht mehr aktiv ins geschehen eingreifen könnte. das ist zwar nicht passiert, dafür aber was anderes was den selben effekt zur folge hatte. aber der reihe nach.
    setting war im groben: karnevalsveranstaltung mit bespassung durch eine 2-mann-kapelle (midi-fileschleuder plus vocals und eben ein trommler). ich denke, das in diesem und ähnlichen rahmen auch die avisierte zielgruppe für das gerät liegt. also alleinunterhalter, semi-playback, tanzband, etc.
    was völlig problemlos war das verbinden des/der ipads (wir hatten derer 4 am start, jeweils eins aus der ersten und der dritten generation, mit und ohne umts-option) mit der konsole, wifi-zugriff mittels airport-express klappt gewohnt und es gab keine verbindungsabrüche oder ähnliches ungemach, die master-fader app lief über den zeitraum der veranstaltung (6,5 stunden plus soundcheck) durchgängig auf allen 4 pads ohne zicken.
    die app ist eigentlich ziemlich selbsgterklärend, die tücken stecken aber im detail. so hat man mitnichten die möglichkeit, die monitormixe jeweils separat mit eq zu bearbeiten, es gibt zur zeit schlicht einen eq pro Kanal, einzig (immerhin) ein grafischer eq steht pro bus zur verfügung. auch das arbeiten mit den zwei eingebauten effekten gestaltet sich zur zeit recht schwierig bzw. ist imho (noch) unbrauchbar gelöst. was man also bekommt ist die Möglichkeit, pro bus den level der eingangskanäle individuell zu gestalten. da fehlt mir aber zb. die möglichkeit, kanäle zu gruppieren.
    soweit also alles ganz nett und schick, die möglichkeiten in der app werden sich sicherlich mit anstehenden updates auch durch das feedback der nutzer drastisch erweitern.
    einen showstopper gabs aber dann doch.
    nach 2 stunden laufzeit mitten im program entschied sich die konsole (nicht die app!) dazu, keine befehle mehr entgegenzunehmen. der kasten lief zwar mit den eingestellten settings weiter, war aber nicht mehr zur kommunikation mit einem ipad zu bewegen. weder über wifi noch über direktes andocken. äusserst unschön das. zum glück lief das bühnenprogramm über die saalanlage, sonst wär das ein riesenproblem geworden. nach erfolgloser suche nach einer lösung (manual: "a reboot may work wonders) half dann letztendlich ein beherzter griff zum stromschalter. die bange frage war da natürlich, ob der kasten sich die entsprechenden settings merkt oder nicht. das gute: er tut es. nach dem neustart lief alles wie vorher. da ist also auf firmware- und softwareseite noch einiges zu tun.

    per wifi über zb. ne airport express können bis zu 10 ipads angeschlossen werden. damit kann man dann neben den main-outs noch 6 auxwege mischen, macht also 6 monitormixe maximal. einen kleinen haken hab ich nach dem kurzen test mit der app vielleicht schon gefunden: man kann den einzelnen ipads wohl nicht verbieten, zb. auf den main-out zuzugreifen. da könnte also rein theoretisch der kuhglockenbearbeiter aus versehen mal kurz den foh-mix zerbasteln. und umgekehrt.

    ich spiel am samstag eine veranstaltung über das mackie dl1608 und hab gestern kurz mal mit der "master fader"-app herumgespielt. sieht soweit nach einer praktischen lösung für bestimmte bereiche aus, ich werde berichten.

    Ich bin auch schon in Deutschland bei eBay einem deutschen (!) Betrüger auf den Leim gegangen, also nix nigerianischer Berufsgauner, das war wohl jemand der damit seit Jahren sein Hartz IV aufbessert, mit der Zeit bekommt man da wohl entsprechende Erfahrung um eben nicht offensichtlich als Betrüger aufzufallen...?!


    Ich hab neulich mal zusammen mit zwei sehr netten Herren von der Kripo vor einem gutbürgerlichen Einfamilienhaus gestanden, der Herr Familienvater war recht erstaunt das statt Barzahlung bei Abholung ein Durchsuchungsbescheid gereicht wurde.

    ja ich meinte musiker (unternehmer generell) haben es eben leichter ausgaben zu produzieren als einnahmen.
    deshalb ist gerade bei instrumenteneinkäufen, cd-einkäufen und noten(auch oftmals teuer) ein um die umsatzsteuer
    reduzierter kaufpreis nicht gerade schlecht und kompensiert je nach einzelfall die ausfälle durch einen evtl. schülerverlust
    der institution (private lehrer sind ja steuerfrei).


    eine umsatzsteuerbefreiung schliesst die möglichkeit des vorsteuerabzugs ausdrücklich aus.

    eine umsatzsteuerpflicht, für gewisse einrichtungen, würde ja auch dazu führen das diese dann vorsteuer geltend machen könne. ggf.
    ist die option auch interessant weil ja die ausgaben meist stetiger kommen als die einnahmen.


    schauen wir uns dieses gern gebrauchte argument doch mal anhand eines, aufgrund der komplexität des sachverhalts stark vereinfachten und eher praxisfremden, trotzdem hoffentlich nachvollziehbaren Beispiels mal etwas genauer an!


    musiker x meldet zum januar des jahres beim finanzamt eine selbständige tätigkeit als Privatlehrer an. aus irgendwelchen gründen (lottogewinn, erbtante, asket, etc.) muss er von den einnahmen nicht seinen lebensunterhalt bestreiten sondern ist in der lage, sämtliche einkünfte wieder zu investieren. nur draufzahlen möchte er nicht.


    die einnahmen belaufen sich auf 1000 € monatlich. die werden nach zahlungseingang wieder komplett investiert. es passiert nix, ausser das immer mehr kram rumsteht.


    plötzlich gefällt es dem finanzministerium, die tätigkeit als umsatzsteuerpflichtig anzuerkennen. aha! da ist ja auch der Vorsteuerabzug fällig, da wollen wir mal sehen. wir runden mal eben den steuersatz auf 20%, das ist angenehmer zu rechnen.


    januar: 1000€ einnahmen-200 euro Umsatzsteuer ergibt 800 euro zum wiederinvestieren. also raus den Zaster! Vorsteuer kassieren! 20% von 800€ macht 160€, das finanzamt freut sich über die zahlung von 40€.
    februar:1000€ einnahmen-200 euro ust. - die 40€ Differenz vom vormonat macht 760 euro, die wieder für anschaffungen verbraten werden. 20% von 760 macht 152€ Vorsteuerabzug. das finanzamt bedankt sich für 48€.
    märz: der gewinn liegt weiterhin bei 800 euro, minus der Differenz vom vormonat von 48 euro macht 752€ Investition, macht 144€ Vorsteuer. das finanzamt bucht die differenz zwischen 200€ ust. und aktuell 144€ vorsteuer ab und freut sich über 56€.
    april: 200€ ust, die investitionssumme liegt inzwischen bei 696€. macht 139,20 Vorsteuer. Differenz: 60,80.
    mai: 200€ ust. 696-60,80€ macht 635,20€ die auch wieder investiert werden. vorsteuer: 127,04. Differenz: 72,6.
    juni: investition 562,6. Vorsteuer 112,52. differenz zu 200% ust.: 87,48 fürs finanzamt.


    preisfrage: wann liegt die mögliche Investitionssumme bei null und unser fiktiver privatleher zahlt monatlich 200€ Umsatzsteuer? und was kann er tun? (umschulung zum finanzberater ist ausgeschlossen)