Alles anzeigenNach meiner 6-jährigen Erfahrung sind bis auf sehr wenige Ausnahmen die jungen Schüler (Kinder sowie Jugendliche) absolut grottenschlecht. <br>
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Die negativen Auswirkungen des Zeitgeistes auf die junge o. kommende Generation haben schon voll zugeschlagen. Da sind wir Drum-Teacher aber nicht alleine... Es regiert nur noch das Händi, der Eipott und ähnlicher Schwachsinn. Das, gepaart mit der m.e. völlig falschen, für alle Individuen einheitlichen, staatlich aufgedrückten Zeitgestaltung u. -planung für den Schultag, ergibt logischerweise dieses Ergebnis. <br>
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So habe ich z.B. einen ambitionierten Schüler (12), der gerne mehr üben möchten, aber die Schule läßt es nicht zu. Für ihn gibt es viel Schulzeit (auch diese ganze betreute Nicht-Unterrichts-Zeit bis 16 Uhr), die ihn langweilt und für zumindest dieses individuelle Kind quasi vergeudete Zeit ist. Nach einem Gespräch mit der Schulleitung ist es aber nicht möglich, daß der Knabe seine musikalische Ambition vorantreibt, auch nicht ausnahmsweise... (Vorschriften der Bürokratieheinis)
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Ein absolutes Armutszeugnis für diese (Bildungs-)Politik. Apropos Bildungspolitik: diese Schwachmaten faseln ständig was von zu wenigen oder fehlenden Möglichkeiten für die Jugendlichen. Komisch nur, daß ich als Lehrer u. AG-Leiter fast immer alleine im Schulraum stehe, und zwar an einer IGS, an der beispielsweise vor einiger Zeit erstmals eine Schlagzeug-AG angeboten wurde, wo das Gedränge auf wenige Plätze dann auch anfangs groß war. <br>
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Die lieben kleinen haben jedoch schnell gemerkt, daß das was mit Lernen, Üben und Anstrengung zu tun hat. Nee, Spaß haben ist angesagt, Lernen macht keinen Spaß! Erfolgserlebnisse durch erarbeitetes Können (wovon ich von vornherein erzähle) hamwa noch nie gehabt, also stimmt nicht was ich sage. <br>
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Ein absoluter Hammer: Da wird vollwertiger Instru-Unterricht für die jeweiligen Eltern mit Kindern schulintern (also für sie ohne Bezahlung) angeboten, aber eben nicht genutzt, da die Kurzen lieber auf ihren Händis (& Co) rumdrücken und aufgrund der Reizüberflutung nur Mist im Kopf haben. (Das war noch vor wenigen Jahren (Jahrzehnten) anders, sagt auch mein Pa, der bis vor der Jahrtausendwende das halbe Leben lang Realschullehrer war...) <br>
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Ich bin aber wie gesagt nicht allein: andere AG-Leiter in anderen Bereichen haben das bestätigt. Und die idiotischen Politiker faseln was von fehlenden Bildungsmöglichkeiten. Schwachsinn! Diese Spaßgesellschaftsjugend ist schon so getrimmt, daß das auch nix mehr wird - da bin ich absolut von überzeugt. Es müßte von ganz klein auf völlig anders abgehen, um die kommende()n Generation(en) wieder zu befähigen... <br>
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Aber nochmal weg von dem Übel namens "Politik": <br>
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Umhauen tut´s mich auch immer wieder (und andere, mir bekannte Instru-Lehrer/innen bestätigen wiederum), wenn da ein hoffnungslos grottenschlechter Schüler am Kit sitzt (höchstwahrscheinliche Übungszeit pro Woche: 10 Minuten), der auf mein Abraten für Schlagzeugunterricht immer betont, daß er nicht aufhören möchte, und das Drums voll sein Ding sind.
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Wie geht sowas??? Na ja, denk ich mir, ich kiegs ja bezahlt...(aber der Frust verleidet einem die Freude an der Sache!) <br>
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Grüße, Martin
ich hatte letzte woche das vergnügen, einen workshop bei dem autor zu besuchen. sehr empfehlenswert. die beiden bücher lohnen sich unbedingt!
