Es gibt ja verschiedene Wege, um zu einer neuen Band zu kommen. Bewährt haben sich Anzeigen im Internet, eine solche hat mir eine Band aus und in Frankfurt beschert.
Eine neue Band
Aber, das Universum oder wer auch immer hält noch ganz andere Möglichkeiten parat: So ist meinem Lebenslauf zu entnehmen, dass ich als Hobby u.a. auf Plastik und Metall Krach mache. Dies las nun eine Frau, die sich beruflich mit meiner Vita auseinander setzen muss, und fragte mich, ob ich noch eine Band suchte, die Band ihres Mannes suchte noch einen Schlagwerker. Bejaend gab ich ihr meine Visitenkarte, auf der u.a. die Adresse meiner Homepage zu sehen ist. Es dauerte nicht lange und ein Musiker besagter Band meldete sich bei mir. Schon am Telefon fand ich ihn sympathisch und gestern war es dann soweit: Die rote Gefahr wurde mit harter Ware und Paiste-Blech nach Frankfurt verbracht. Am Donnerstag traf ich noch zufällig den Mann der Frau, die den Kontakt ermöglicht hatte. Auch dieses Bandmitglied war mir auf Anhieb sympathisch. Im Gespäch erfuhr ich dann Einiges über die Band und deren Proberaum.
Proberaum
Er wude mit dem Adjektiv "feudal" beschrieben. So war ich denn gespannt, auf wen und was ich da zufällig gestoßen wurde. Die Adresse ins Navi eingeben und los ging es. Durch das Internet wußte ich, dass mich der Weg nicht in das schlechteste Viertel von Frankfurt führen würde. In der Zielstraße angekommen, bewunderte ich dann die eindrucksvollen Häuser. Das Haus mit der richtigen Nummer entpuppte sich als Mehrfamillienhaus oder eigentlich schon Villa. Die Bewohner dieser Immoblie war wohl solvent. Aus den Vorgesprächen wußte ich, dass ein Aufzug mich mitsamt Ausrüstung erwarten würde. So war das Maß der Schlepperei auf ein Minimum reduziert. Oben angekommen offenbarte sich mir Architektur, die mich nachhaltig imprägnierte, äh, beeindruckte. Der Raum selbst ist so um die 25 - 30 qm groß und befindet sich unterm Dach. Vom Flur aus öffnet sich auf der gegenüberliegenden Seite der Blick runter in den Wohnbereich der darunterliegenden Wohnung des Proberauminhabers. Da hatte wohl jemand mal ganz gut verdient oder geerbt oder so... Nach der Probe sollte ich dann noch die wahre Größe des Wohn-, Koch- und Eßbereiches kennenlernen. Wenn ich hier schreibe "groß", dann meine ich wirklich groß!
Der Proberaum selbst ist professionell gedämpft. Tageslicht kommt über Dachfenster rein. Ich war gespannt, wie mein Set in diesem Raum oder besser Studio klingen würde. Ich sollte zwar meine eigenen Mikros mitbringen, aber da vor Ort z.B. welche von der Firma Neumann vorhanden sind, kamen diese zum Einsatz. An der Seite, die dem Flur gegenüberlegt, befindet sich der Gästebereich. Falls also mal ein Bandkollege es nicht mehr nach Hause schaffen sollte, ein paar Schritte und u.a. ein Bett steht ihm zur Verfügung. Ach ja, und falls jetzt jemand anmerkt, "DACH", natürlich sorgt auch eine Klimaanlage für die richtige Denk- und Spieltemperatur.
Heute übrigens darf ich wieder in den Raum, denn der Mischer der Band kommt vorbei und pegelt mein Set ein. Das wäre aber alles nicht möglich, wenn nicht bei der gestrigen Probe der Funke übergesprungen wäre. Mit Gitarre, Bass und Keyboard sowie Gesang bekam ich einen Einblick in das Programm. Ich war in der Lage, zu allen Stücken intuitiv einen trommlerischen Zugang zu finden. Der Klang meiner Trommeln wurde gelobt und das Furnier der roten Gefahr begeisterte, da es perfekt zu den teilweise roten Wänden passte. Das Wichtigste: Auch menschlich liegen wir mehr oder minder auf einer Wellenlänge, sodass ich mich schon sehr auf den nächsten Probetermin freue.
Nun werdet ihr bestimmt auf Bilder warten, aber, ich konnte noch nicht klären, ob man damit einverstanden ist, dass ich hier welche reinstelle.