Mal davon abgesehen, dass alle bisherigen Antworten richtig sind, kommen die von „Jaggerblack“ meiner Wahrnehmung am nächsten.
Sehr hübsch fand ich auch den "sauberen Proberaum" ![]()
Die Quintessenz ist letzten Endes tatsächlich: Einfach nicht aufgeben.
Als ich im Januar 2007 von Bremen nach Wien gezogen war, hatte ich zwei gut funktionierende Bands mit jeweils vollständigem Programm hinterlassen, die also einen Drummer brauchten.
Eine von beiden hatte meinen Nachfolger bereits, als ich noch in Bremen war, gefunden. Die andere hat sich leider aufgelöst. Vom Gefühl hätte ich es anders herum erwartet…
Ich selber hatte in Wien alle möglichen Portale abgegrast und durch eine genaue Beschreibung meiner Person als Musiker auch zahlreiche Email-Korrespondenz, die ich erfahrungsgemäß besonders zwischen den Zeilen lesen musste.
Was das genau heißt, soll ein Beispiel exemplarisch erklären:
Während ich bei meinen Anfragen relativ „breit aufgestellt“ war (Alter, Erfahrung, Bands Projekte, Erwartungen – im Prinzip ähnlich wie in meinem Vorstellungsthread), bekam ich eine Antwort von einem 40-jährigen Menschen, der seit seinem 13. Lebensjahr Gitarre spielt und mir die ganze Zeit erklären wollte, dass die einzig wahre Musik die der 70er-Jahre sei und schickte mir eine Liste mit Stücken, die er gern spielen wolle, weil die ja so gut beim Publikum ankämen…
Das war nun genau die Musik, die ich schon gecovert habe, als sie noch aktuell war und schrieb also zurück, dass es ja noch andere Musik auf der Welt gibt.
Es stellte sich schnell heraus, dass er in seinem ganzen Leben noch nichts anderes gespielt hat als „Smoke on the water“, „Cocaine“ und Konsorten. Für mich war von da ab klar, mit wem ich es zu tun hatte. Das war ein ewig Zwanzigjähriger, der sich nie weiter entwickelt hat und sich auch nie weiter entwickeln wird. Wahrscheinlich waren es die einzigen Griffe, die er je auf seiner Klampfe gespielt hat. An seiner Reaktion konnte ich erkennen, dass er sich auf andere Musik nicht einlassen wollte, weil er es auch nicht konnte („so gut bin ich technisch noch nicht“).
Da blieb mit nur noch - unter Wahrung aller zur Verfügung stehenden Gesichter – mich freundlich zu verabschieden.
Bei anderen Versuchen scheiterte es auch gern daran, sich einfach mal für eine Session zu verabreden…
Geklappt hat es übrigens mit Leuten, die ich auf Grund ihrer genauen Beschreibungen einschätzen konnte und ein persönliches Treffen und Vorspielen ohne großes Lamento vonstatten ging.
Die erste Band hatte ich nach drei Monaten im März und die nächste im Mai 2007 gefunden.
Das fand ich eigentlich ziemlich zügig.
Neben Glück gehört auch die eigene Bereitschaft dazu, sich selber zu entwickeln.
Wichtiger als die eigene Vorstellung von Musik ist der Mensch, der mich eventuell mit seinen Ideen weiter bringt.
In diesem Sinne: Nicht aufgeben!
P.S.: Eine genaue Selbstdarstellung ist übrigens auch für Bands hilfreich, die kurzfristig für Gigs eine Aushilfe suchen (habe ich auch zwei mal erfolgreich für bis dahin fremde Bands gemacht).
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