Ach ja. Es wird auch gar nicht in Abrede gestellt, dass Frauen in diversen Bereichen unterrepräsentiert sind, das ist sicher so. Und die Sozialisation bzw. patriarchal-konservative Familienstrukturen haben natürlich einen Einfluss darauf, wie sich die Dinge entwickeln, welche Karriere Kinder einschlagen - oder auch nicht. Es sind viele Faktoren, die eine Rolle spielen. Eine Quoteregelung an einer Uni oder in Orchestern/Big-Bands/Jazz-Trios wird aber nicht garantieren, dass Frauen stärker in den Jazz gehen werden, noch sicherstellen, dass die Qualität steigt. Wenn ich aufgrund einer Quote 'ne Pfeife/Pfeifin am Sax haben muss, dann klingt das Jazzensemble in der Summe kacke und verkauft keine Platten. Wo wäre da also der Mehrwert? Erschließt sich mir nicht so ganz.
Zum ersten Teil Deines Beitrags hast Du ja bekanntermaßen meine absolute Zustimmung. Ich habe ja im Kontext so einige Quellen verlinken "müssen", die diese unausgewogene Situationen in verschiedenen Bereichen darstellen und/oder Einblick in die Maßnahmen geben, die diese Situation zum Besseren ändern sollen - aus jeweils gegebenem, Anlass. Die mir teilweise befremdlich erscheinenden Reaktionen hierauf sind ja im thread nachlesbar...aber der positive Aspekt einer Diskussion im Internet...keiner kann später dann irgendwann sagen: "So'n Quatsch, habe ich nie behauptet..."
Zum 2. Teil "Die Frauen am Instrument im Jazz (meiner Meinung nach gerne auszuweiten auf den gesamten U-Musik-Bereich).(( Wobei es ja ganz grundsätzlich auch längt Förder-Initiativen für z.B den Bereich "Popularmusik insgesamt" gibt :
http://miz.org/dokumente/JRP_001_PLANPop09_Dokumentation.pdf
...man braucht doch nicht wirklich weitere Studien um zu belegen, wie sich "Vorbildfunktion" insbesondre im Nachwuchs auswirkt? Was Boris Becker und Steffi Graf auf den Tennisplätzen, oder Michaele Schumacher auf den Cart-Bahnen bewirkt haben bedarf wohl keiner weiteren Eräuterung. Und selbstverständlich bieten auch ganz einfach nur "Job-Möglichkeiten" in Form von Festanstellungen an Hochschulen oder die z.B. lukrativeren Jobs in amtlichen BigBands - insbesondere in einem bekanntermaßen einkommenskritischen Bereich wie der Musik zumindest eine Perspektive. Man (und auch Frau) will sich ja irgendwo "sehen", wenn man sich nun in so einem Bereich etablieren will.
Anhand der "Sängerinnen" ist doch erkennbar, welche Auswirkung diese Form der Perspektive hat. Ebenso im Bereich der E-Musik....
Hier stellt eben auch die Perspektive von Erziehungsberechtigten einen durchaus wichtigen Faktor im Kontext dar. Sie sind ganz maßgeblich beteiligt, wenn es darum geht "erkennbares Talent" zu fördern, oder aber aus Sorge einer solchen Entwicklung skeptisch gegenüberstehen.
Und das letztlich Qualität die ganz hervorgehobene Instanz ist, ist aus meiner Sicht ebenfalls bitteschön zu berücksichtigen
(ich habe allerdings auch wenig Zweifel, dass hier bei den Initiatoren anders gedacht wird). Denn die sind ja zumeist selbst aktiv in dem Bereich tätig - im Gegensatz zu manch anderen Bereichen, in denen dann die "Praktiker" mit den Überlegungen konfrontiert werden, die die Theoretiker in den verantwortlichen Gremien ersinnen...