Beiträge von drumrumköln

    Für mich persönlich wäre so ein Gerät, dass ich mir aufgrund theoretischer Überlegungen am Konfigurator zusammenbastle niemals eine Option (es sei denn, ich wäre reich und es wäre nur ein Set von vielen...)
    Ich will schon gerne vorher wissen, wie das Teil dann klingt.


    Es ist eine Geschäftsidee, die den bereits angesprochenen Wunsch nach exklusiver Individualität bedient. Das Angebot an sich kostet Sonor nicht allzuviel zusätzlich, denn die Materialien und Maschinen sind bereits vorhanden bzw. es bestehen die geschäftlichen Verbindungen, relativ kurzfristig reagieren zu können.(es dauert ja auch seine Zeit, bis so ein Teil dann geliefert wird).

    Booahh ey :D


    IEM macht in diesem Kontext ja durchaus Sinn, wie ich zuvor bereits geschrieben habe. Da ist man mit gutem Equipment dann nah an Hifi. Und da man ziemlich "isoliert" vom eigenen Tun ist, macht es auch Sinn, sich selbst dazuzumischen. Über externe Monitore kommt dagegen eher nur noch Matsch raus, wenn man hier vergleichbar arbeiten will.

    Vom Auditorium akzeptiert bedeutet, dass die Herangehensweise "den eigenen Klang am Instrument tatsächlich so zu hören, wie er im Moment des Tuns stattfindet" funktionierte. Über den Monitor hörte der Trommler vor allem die anderen Instrumente, denn seinen eigenen Klang muss er nicht durch zusätzliches "monitoring" ergänzen und somit den gesamten Monitorsound noch lauter machen. Im Gegenteil dürfte das eher für Verwirrung sorgen, wenn er plötzlich seine eigene bassdrum über den Monitor so verfremdet wahrnehmen muss...für was soll das gut sein?
    Die Band wird einen entsprechenden Entwicklungsprozess gemacht haben, bevor sie auf derart großen Bühnen spielt (wir reden jetzt ja gerade über Rock-Pop auf großen Bühnen). Es ist die Aufgabe des Musikers, hier ein Klangkonzept für die passende Spielweise etabliert zu haben. Auf diesen großen Bühnen muss er sich sicher keine Gedanken darüber machen, z.B die Snare leiser als eigentlich gewohnt spielen zu müssen.

    Seven
    Ich beziehe das auf den jeweiligen Spieler. In den 80-ern wurde wohl kaum IEM genutzt. Den Musikanten wurden auf größeren Bühnen alles Notwendige über Monitore zugespielt. Was die Leute am Mischpult veranstalteten war im besten Fall gut abgesprochen. Die Spieler waren jedenfalls mit dem tatsächlichen Klang konfrontiert, den sie erzeugten.

    Chuck Boom
    Dieser theoretische Ansatz ist nachvollziehbar und "stimmt" ja auch soweit. Im Ergebnis relativiert man dadurch allerdings ALLES und die Praxis zeigt, dass viele Top-Instrumentalisten tatsächlich anders, nämlich "traditionell" agieren.


    Fakt ist, dass vor dem Aufkommen von IEM (auch hier spielt "marketing" eine Rolle) die Musikerwelt so funktionierte, dass der "natürliche, unverfälschte Klang des Instruments" die Leitlinie darstellte und vom Auditorium auch so akzeptiert wurde.


    Beim Musizieren sind hinsichtlich "Gehörschutz" 2 Werte relevant. Das eine ist die "Dauerbelastung", die einen Verschleiß verursacht, das andere sind "Schmerzgrenzen" die ein Gehör sofort zerstören kann.


    Dauerbelastung gibt es im Alltag sehr viele. Wenn man sich mal mit einem Schallpegelmessgerät bei schlechtem Wetter in einen Kindergarten begibt, würde man sich wohl wundern. Auch als Verkäufer in einem Warenhaus, auf der Kirmes, im Straßenverkehr usw. Es gibt unzählige Situationen, wo das Gehör stärker belastet wird, als es dahingehend empfindlicheren Menschen angenehm ist.


    Trommler wie z.B. Antonio Sanchez oder Brian Blade, die für mich zu den aktuell bestklingendsten Spielern zählen, sind sich über die Problematik sicher sehr bewusst, entscheiden sich aber trotzdem für den freien Gehörgang (zumindest sehr regelmäßig, was sich ja über youtube überprüfen lässt). Und die spielen über ein sehr breites Dynamikspektrum. Ihr Vorteil ist, dass sie es quasi in jeder Sekunde selbst in der Hand haben, einige db abzusenken, wenn ihnen gerade danach ist.
    (Im Gegensatz zu Spielern, die Stücke - vor allem auf der Snare - "durchnageln" müssen).


    Sie hätten sicher kein Problem, per endorsement die teuersten IEM-Systeme nutzen zun können, weil sie hier als webewirksame Maßnahme für den gesamten Bereich "Jazz und Artverwandtes" ziemlich sicher sehr gerne gesehen wären...Letztlich brauchen sie aber offensichtlich ihre Herangehensweise, um aus ihrer Perspektive bestmöglich zu spielen. Irgendwie wird diese Tatsache in den entsprechenden Diskussionen immer ignoriert.

    Kopfhörerkonzerte gibt es ja auch durchaus. Aber im Prinzip stimmt das wohl.
    Was spricht aber dagegen, so (laut) zu spielen, dass es im kleinen Laden gut klingt aber trotzdem sich einen guten Mix aufs eigene Ohr zu geben?

    Wenn ich ein paar Tage sehr intensiv mit künstlichem Klang auf dem Ohr spiele und anschließend wieder mit freiem Gehörgang, bemerke ich, dass ich mich zunächst neu kalibrieren muss, um den für diesen Fall bestmöglichen Klang zu erreichen (was umgekehrt übrigens genauso gilt). Mein Tun in den ersten Momenten danach empfinde ich immer ziemlich befremdlich irgendwie. Eigentlich auch logisch, denn je mehr ich mich um einen "pefekten CD-Klang" bemühe, desto mehr "schraube" ich ja in Richtung künstlich


    Man kann aber auch bei entsprechender Recherche feststellen, dass zumindest im erweiterten Bereich Jazz sehr häufig ohne Inear gearbeitet wird. Ich vermute, dass diese Spieler einfach am liebsten dem tatsächlichen Natur-Klang des Instruments vertrauen.
    Das Thema hatten wir ja bereits im anderem Zusammenhang

    Wenn ich mir einen künstlichen Schlagzeugklang mittels entsprechender Technik auf die Ohren gebe und den im "Idealfall" dann ohne Störeinfflüsse der originalen Klangquelle auschließlich höre, spiele ich so, dass dieser Klang möglichst gut wird.
    Für Studioarbeit, wo dieser Klang dann auch auf der Aufnahme erscheint, ist das natürlich sehr gut.
    Auch für große Hallen/Stadion gigs macht es Sinn, wenn dort eben entsprechend gearbeitet wird. Wenn ich damit allerdings in eher kleinen Läden unterwegs bin, wäre es wohl das beste, auch dem Publikum diesen Mix per Kopfhörer zugänglich zu machen, denn der tatsächliche Bühnensound, der diesen kleinen Laden ja bereits sehr wahrnehmbar beschallt, klingt wohl meist eher NICHT wie der künstliche MIx. Oder verstehe ich da etwas falsch?

    Die Einteilung bzw Unterscheidung "E- und U-Musik" beziehe ich vor allem darauf, dass klassische Musikanten auffallend häufig mit Zettel auf dem Notenpult agieren...Die Herangehensweise ans Musizieren ist dahingehend grundsätzlich sehr unterschiedlich...


    Sich nach einem Jahr Beschäftigung mit "Jazz" auf eine Bühne einer "jazz-session" zu trauen, finde ich mutig. Hier hat man es ja doch ziemlich häufig mit Spielern zu tun, die das schon wesentlich länger machen und dieser Unterschied dürfte mutmaßlich auch ziemlich deutlich werden. Wenn da tatsächlich "nur" die Dynamik im Kontext mit Kontrabass und Klavier ein (letztlich zufriedenstellend bewältigtes?) Problem waren, musst Du schon extrem talentiert sein. Alleine die typischen Standards von der Form und dem Inhalt her zu kennen und beim Begleiten immer zu wissen, wo man gerade ist, dauert üblicherweise eher länger als ein Jahr....


    Die Gitarristen betreffend: Ich denke nicht, dass der verzerrte Klang hier der herausragend entscheidende Faktor ist...

    Den Vergleich hatte ich auch im Sinn...Allerdings haben Zehnkämpfer gegen die Spezialisten der Einzeldisziplinen eher grundsätzlich keine Chance und schneiden teilweise (in den technisch anspruchsvolleren Disziplinen) im direkten Vergleich sogar "recht kläglich" ab. ( umgekehrt wären die Unterschiede allerdings sicher wesentlich größer).


    Speziell "Jazz" im Sinne von kleinen, filigranst agierenden Akustik-Combos stellt im Gegensatz zu Metal,Rock,Blues, Funk,Disco und sonstiger U-Musik wohl die größte Herausforderung dar, was alleine schonmal Dynamik, Vokabular und ganz besonders die Improvisation betrifft. In der Praxis lässt sich die Spielweise von Blade, Sanchez usw. jedenfalls eher nicht über eine "Metal-Kiste" erreichen...
    Andererseits spricht ja auch nichts dagegen, eine komplett eigenständige Klangvorstellung und -umsetzung zu entwickeln und konzertierend darzustellen. Da brauchts dann zunächst die geeigneten Mitspieler und anschließend die Akzeptanz eines Publikums.

    Vielleicht hätte es am besagten Tag im "drumcenter" in Köln ja besser geklappt...


    Ich persönlich kenne den "musicstore" noch aus der Zeit "Budengasse - Treppe runter" und später dann oben im Parkhaus. Auch die neuen Räumlichkeiten sind mir bekannt. Ich hatte/habe NIE Probleme/ Grund zur Klage.


    Eine detaillierte Darstellung aus Sicht eines Verkäufers, der mal die Anzahl "Antesten" in Relation zum Verkauf pro Tag setzt, wäre sicher erwähnenswert und aufschlussreich. Aus Sicht des Geschäftsinhabers würde ich vielleicht über eine "Gebührenordnung für Antesten" nachdenken...

    "Passend" bedeutet eben, dass es erkennbar und kontinuierlich Lernfortschritt gibt. Der seriös engagierte Lehrer mit entsprechender Erfahrung bemerkt am ehesten, wenn es im Einzelfall mal nicht so läuft, wie eigentlich erwartet.
    Ich gehe davon aus, dass er das dann auch mit den entsprechenden Ansprechpartnern thematisiert und im ärgsten Fall dann eben dazu raten muss, es vielleicht einfach mal mit einem anderen Lehrer zu probieren. Dem Lehrer macht das nämlich auch keinen Spaß, wenn er in seiner Arbeit kaum bis keinen Erfolg sieht.
    Natürlich mag es auch Fälle geben, in denen es in erster Linie um "die Kohle" geht. Im Falle von Kindern sind dann natürlich auch die Eltern gefragt. Und bei etwas Interesse am Tun ihrer Kinder sollten sie doch auch feststellen können, wenn sich das Kind über längere Zeiträume z.B mit immer dem gleichen Zeugs rumplagt, ohne dass es erkennbar voran geht oder auch generell nicht motiviert ist. Sooo schwierig ist es doch nun auch nicht...Und im Zweifel einfach beim Lehrer nachfragen und um erklärende Einschätzung bitten...das ist Teil des Jobs und üblicherweise dürfte diese Art der Interessensbekundung auf erfreute Reaktion treffen.

    Falls sich aus den Beiträgen 9 und 10 objektiv keine deutliche Relativierung der Sinnhaftigkeit von "Unterricht" herauslesen lässt, habe ich diese Beiträge wohl tatsächlich falsch interpretiert...


    Letztlich geht es mir primär darum, dass die Angebote der Musikschulen für möglichst viele Menschen zugänglich sein sollten. Leider hat sich die Politik aus der Finanzierung seit mittlerweile ca 15-20 Jahren immer weiter herausgezogen - mit den entsprechenden Folgen. Die Gebühren steigen und es werden immer mehr Honorarkräfte benötigt, um den Schulbetrieb überhaupt noch aufrecht zu erhalten. Vermutlich war auch hier die Idee, diesen Bereich doch besser dem "freien Markt" zu überlassen. Ob und wie das klappt, muss dann im Einzelfall beurteilt werden.


    Wenig hilfreich finde ich dann natürlich Aussagen wie :" Ach, wir haben auch ohne Lehrer einfach drauflos gespielt und es war toll."
    1. war man wahrscheinlich eher schon 17-18 anstatt 7-8 Jahre alt und 2. schließt die Herangehensweise ja nicht aus, dass es mit Anleitung vielleicht sogar noch toller hätte sein können.


    trommeltom hat ja für sich alles richtig gemacht, denn er spielt noch heute mit Lust und Spaß sein Instrument. Und genau darum geht es letztlich PUNKT...Insofern ist mein Beispiel selbstverständlich KEIN persönlicher Angriff. Es sollte lediglich eine der Schwächen dieser Herangehensweise aufdecken. Ich habe selbst im "trommeltom-Modus" in meiner ersten Schulband gehockt und mich tierisch geärgert, dass der Kollege offensichtlich ganz gezielt auf die zu spielenden Stücke von seinem Lehrer vorbereitet wurde. Da hatte ich einfach NULL Chance...und ein "Hendrix" war ich leider auch nicht


    Da ich davon überzeugt bin, dass ein "passender" Lehrer IMMER ein deutlicher Zugewinn ist, wollte ich eben dieser von mir wahrgenommenen "Realtivierung" entgegenwirken. Alles gut also...

    Diese Studie ist trotz aller "Ungenauigkeit" im Detail letztlich hoffentlich zumindest eine werbewirksame Maßnahme, die im Idealfall an entscheidenden Stellen zum Umdenken bewegt. Selbst TOP-Instrumentalpädagogen bauen weder Häuser, noch fahren sie fette Karren. DAS ist Fakt, falls das jemand noch nicht durchgerechnet hat...Wer das anstrebt, lernt besser etwas anderes, denn im direkten Vergleich schneidet man auf dieser Skala eher im Bereich "erbärmlich" ab .


    Und es steht zu befürchten, dass genau das nach aktueller Sachlage hochgerechnet auch passieren wird - alles nur eine Frage der Zeit...


    Besteht denn tatsächlich ein grundsätzlicher Zweifel daran, dass JEDER, der sich mit einem Instrument beschäftigt, sich mit einem "passenden" Lehrer wesentlich schneller und systematisch effektiver entwickelt? Ich glaube tatsächlich, diese Einschätzung hier gelegentlich herauszulesen.


    Es kann ja gerne jeder erwachsene Mensch für sich entscheiden :" Nein, hier in mein "Hobby" redet mir jetzt mal keiner rein, ich will mich endlich mal ganz selbständig und frei entfalten." (das wird vermutlich auch seine Gründe haben)


    Aber diese Haltung dann auch generell auf Kinder und Jugendliche für die Zukunft als die beste Herangehensweise zu übertragen?


    Ok, werden wir - entsprechend der Vorleistungen hier - konkreter. Ein Kind im " trommeltom-Modus " wird in der Schulband immer nur staunend neben dem Musikschultrommler sitzen und ihn um seine musikalische Kompetenz beneiden. Und das wäre hoffentlich so, es sei denn, er hält diese Veranstaltung auch für "Gekasper" und nicht echt Rock 'n Roll - mäßig TRUE. Sorry, aber manchmal tut mir das Geschreibsel in diesen Foren fast schon körperlich weh.


    Natürlich könnte er sich dann aber auch zu einem "Hendrix" entwickeln und vielleicht ist dieser Werdegang in diesem Fall auch notwendig ( hoffentlich hatte Hendrix nie auch nur eine Stunde Unterricht, so jedenfalls ist dieses Beispiel gemeint). Ausnahmen bestätigen natürlich und berechtigt die Regel - aber die Regel ist hoffentlich einvernehmlich definierbar: Lernen und Wissen sind schützens- und erstrebenswerte Ziele.

    @ Wolf P
    Selbstverständlich bin ich mir über diese grundsätzliche Problematik bewusst. Alleine das Thema "Computerspiele"....zusätzlich noch die Interaktion über soziale Medien. Da ist im Einzelfall eben die Erziehung gefragt und trotzdem ist es nicht " mal eben so einfach" zu lösen. Aber es nützt ja nix, denn WIR ALLE sind Teil des Systems und befeuern mit unserem Verhalten diese Entwicklung. Die Anzahl der Skeptiker ist eher überschaubar...


    Auch der Drang der Eltern " alles bieten zu wollen" hat sicher zugenommen. Die Ursachen hierfür sind ebenfalls mannigfaltig.


    Im konkreten Fall vermute ich aber eher eine andere Problematik, denn das Kind hat sich ja eben nicht bereits längst einer neuen Idee zugewandt.


    Ich war schlicht und einfach "on fire" für das Instrument und dieses Feuer sollte in irgendeiner Form bei Deiner Tochter auch vorhanden sein sonst verbrennst Du Deine Kohle mit dem Unterricht.

    Wenn dieser kleine Mensch sich seit 2 Jahren unbeirrbar mit der Idee Schlagzeug befasst, ist hier im Grundsatz eine Menge Feuer gegeben. Falls sie nicht erst durch den Lehrer überhaupt auf "Schlagzeug" kam...( es gibt ja die verrücktesten Dinge, aber ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass in diese Richtung weitere Überlegungen überflüssig sind!) liegt das Problem nicht beim Kind, sondern im diesbezüglichen Umfeld.
    Die entsprechenden Fragen sind gestellt...

    Zitat

    Ich habe
    heute bei den Kids den Eindruck dass alles angefangen wird (auch von
    den Eltern so vorgegeben) und bei nichts ruchtig konsequent geblieben
    wird.

    Ich hab zuletzt gelesen, die Erste, die behauptete :" Früher war alles besser.", war Adams Eva...


    @Themenstarter:
    Du sagst:" ... und der private Musikunterricht wäre auch das letzte, bei dem ich eine Erwartungshaltung hätte."
    Ist die Idee dahinter irgendwie vermittelbar?

    Ach so: Ich hab früher auch nie geübt...
    Immer erst unmittelbar vor der Unterrichtsstunde direkt vor der Tür auf den Oberschenkeln... ^^

    Das ist als Prinzip aber weder gut noch empfehlenswert, oder?


    Als Lehrer merkt man das daran, dass die in der letzten Stunde behandelten Themen zum Schluss dieser Stunde besser funktionierten, als nach dieser Woche, die der Schüler dazu nutzte, das Zeugs wieder zu vergessen. Die zu prognostizierende Zähigkeit des weiteren Verlaufs bei Fortsetzung dieser Strategie ist schnell einvernehmlich klärbar und es sollte im besten Fall eine dienlichere Herangehensweise als Konsequenz haben. Unterrichten ist u.a. auch "Geben und Nehmen". Die Bemühungen des Lehrers sollten durchaus auch durch erkennbares Bemühen des Schülers belohnt werden. Auch die Vermittlung solcher Dinge ist lehrreich...

    Wenn nicht freiwillig geübt wird, ist das kein gutes Zeichen und deutet üblicherweise darauf hin, dass zumindest die Wahl des Instruments nicht optimal getroffen wurde bzw. dass Musik vielleicht generell nicht so "das Thema" ist.


    Dass trotzdem der Unterricht gerne besucht wird ( 30 Minuten reichen in dem Alter üblicherweise aus - speziell in solchen Fällen) ist eher unüblich, kommt aber vor und kann unterschiedliche Gründe haben.


    Wie siehts denn mit den Übemöglichkeiten aus? Instrument, Räumlichkeiten und verfügbare Zeit inkl. möglichst uneingeschränkte Nutzung was z.B. auch die Lautstärke betrifft sind möglich bzw. vorhanden? Was sagt das Kind dazu? Gibt es aus ihrer Sicht Optimierungsbedarf?


    Auch den Lehrer würde ich mal befragen, wie er die Situation einschätzt. Sich 2 Jahre lang mit so einem Fall "herumzuplagen" macht eigentlich auch keine Freude - egal wie nett das Kind ist. Denn Lernfortschritt bzw. die erkennbare Bemühung des Kindes darum ist schon ein ganz wesentlicher Teil der Veranstaltung. Diesbezügliche Verweigerungshaltung sollte man als Lehrer über so einen langen Zeitraum nicht einfach akzeptieren.


    Im Einverständnis mit den Eltern sollte mit dem Kind die Vereinbarung getroffen werden:" Wenn Du gerne zum Unterricht gehst, MUSST Du aber auch regelmäßig üben." Das muss dann nicht "roboterhaft" ausgeführt werden und es kann auch mal großzügig über "Trägheitsmomente" hinweggesehen werden. Im Grundsatz muss man da aber schon konsequent sein.


    Damit nun bereits 2 Jahre lang gewartet zu haben, macht es jetzt natürlich nicht einfacher...


    Die "Talentfrage" würde ich ganz grundsätzlich nie stellen. Der Spaß und die Lust an der Sache haben absolute Priorität...auch wenn "ein Kind" schon im Rentenalter ist.


    INTERAKTION VOR ODER NACH DEM SPIELEN:


    * sich gegenseitig kennen(gelernt haben) (DRK)

    ......ist nicht zwingend erforderlich. Wenn sich unbekannte Leute auf einer Jazz -Sesssion treffen und erstmalig zusammen spielen, kann das auch schon sehr homogen klingen. Die Ohren sind entscheidend. Man muss das Liedgut kennen und mit verantwortungsbewusster Sensibilität auf das zu Hörende reagieren. Zumindest empfiehlt sich das zunächst, um erstmal ein funktionierendes Miteinander zu etablieren. Dann kann sich im weiteren Verlauf jeder Spieler natürlich auch mal an spontanen Ideen in Form von Spielwitz probieren - in der Hoffnung, dass die Mitspieler gedanklich und entsprechend klanglich folgen. Auch das funktioniert aber vornehmlich über die Ohren und nicht über Gestik und Mimik, wobei diese Elemente natürlich schon unterstützend eingesetzt werden können.


    Das Stück im Smith-Video funktioniert anders. Hier ist vorab bereits einiges mehr festgelegt. Die einzelnen "Bausteine" sind bekannt und wurden zuvor sicher häufiger zusammen erprobt. Hier zum Abgleich eine andere Version der Nummer. Trotz hohem Wiedererkennungswert stimmen die Arrangements den Ablauf betreffend nicht überein. Ich vermute aber, dass dies so abgesprochen war und nicht spontan improvisiert wurde.
    https://youtu.be/5usfLircW0Q?t=12m32s


    Das Ausgestaltungskonzept ist aber trotzdem recht offen. Z.B. sind die interagierenden Groove-Variationen und Fill-Elemente von Herrn Smith den Mitspielern sicher nicht bis ins Kleinste vorab bekannt. Die anderen Spieler variieren ebenfalls merklich.
    Ob z.B. die Stelle um 1.49 tatsächlich so geplant war, bleibt deren Geheimnis.
    https://www.youtube.com/watch?v=6hDm2y5T4Nk


    Man könnte das darauf folgende "im Kreis Gegucke" natürlich als leichte Irritation deuten, da Herr Smith hier eine dieser in dem part eigentlich üblichen 8-Takt Phrasen mal eben um 2 Takte gekürzt hat.


    Im klassischen Bereich funktioniert Interaktion in der traditionellen Spielweise dann nochmals komplett anders, da hier jede Note jedes Spielers bekannt ist und bis möglichst nah an perfekt eingeübt wird.


    Der Klassiker übt also die Quintolen in Takt 278 nochmal, weil die gestern im Kontext irgendwie nicht gut kamen. Chad Smith überlegt sich:"Ich werde den groove in dem 32-Takte part nach dem Intro heute doch etwas anders gestalten. Der Jazzer überlegt sich "Mal hören, was heute so passiert", und wird dann entsprechend begleiten und ggf. sein Solo entsprechend gestalten.


    Insofern stellt sich für mich die Frage, inwiefern der Versuch der Erstellung eines allgemeingültigen System-Regelwerks die "INteraktion zwischen Musikern" betreffend Sinn macht. Bei den Jazzern dieser Welt ist es jedenfalls recht häufig zu beobachten, dass sie über weite Strecken leicht autistisch wirkend und mit verschlossenen Augen auschließlich ihren Ohren vertrauen und somit in Spiel und Klang versinken.


    Letztlich lassen sich auch nur "sehr grobe Spieleinflüsse" per Mimik und Gestik oder Tanz und Theater vermitteln. Bassist oder Gitarrist können z.B. vielleicht vorm Trommler rumtanzen, bis der endlich mal die 1 und die 2+ trifft, aber wenns in die kleineren Einheiten geht ist diese Art Verständigung eher schwierig. Diese ganzen Überlegungen betreffen bisher übrigens ausschließlich Rhythmik und Formales.


    Bei Interaktion hinsichtlich Tonmaterial und voicings lässt sich außer :" Eyyyy, ich spiele hier d Moll 7...und Du einfach nur f(#)ies laut" gar nix mehr ohne "ausschließlich konzentriert hören" regeln. Der Benny Green im DDW-Video z.B. entwicklet während dem Spiel eine Idee, wie er das Tonmaterial betreffend begleitet und Freiräume nutzt. Er verlässt sich natürlich darauf, dass DDB ihm auch folgen kann und sie nicht irgendwann den Faden verliert. Zur Not sind die Beiden aber auch fit genug, in dem Fall die Situation zu retten.


    Musizieren ist Kommunikation. (Fiktives Beispiel): Wenn ich mit der Metzgersfrau mein Grill-Wochenende bespreche und entsprechend einkaufe, klingt das anders, als der anschließende Erklärungsversuch meiner Frau gegenüber diesbezüglich. Mit meinem Kumpel rede ich über das hieraus resultierte Theater wieder anders. Ein Thema - 3 Variationen.


    Erwartungshaltung und entsprechende Erfüllung spielt also auch eine Rolle. Oscar Peterson erwartete sich eine andere Form der Interaktion von Ed Thigpen als das später bei Keith Jarrett und J. DeJohnette oder C.Corea mit Weckl der Fall war. Und das bezieht sich jetzt mal nur auf Bandleader und deren ausgewählten Trommler,,,


    Interaktion funktioniert eben letztlich doch sehr unterschiedlich und ist deshalb nicht allgemeingültig schematisch darstellbar. Zumindest interagiere ich das jetzt mal spontan-improvisatorisch in diesen thread :D