Mit einem Mikrofon außen am Schlagfell der Bassdrum habe ich nur eine Erfahrung gemacht, allerdings mit einem Audix D6. War eine Notlösung. Und ich kann davon nur abraten.
Das D6 ist bekanntermaßen sehr badewannig und bringt grundsätzlich genug Attack bzw. obere Mitten und Höhen. Das führt außen am Schlagfell aber dazu, dass man kaum eine Chance hat den Anschlag der Bassdrum vom Übersprechen des restlichen Sets rauszuarbeiten. Besonders der Snare-Teppich ist problematisch.
Nimmt man nun ein neutraler klingendes KMK-Mikro, wird sich das Problem dadurch auch nicht lösen. Denn irgendwo will man den Attack ja auch rausarbeiten.
Das E902 ist auch sehr badewannig. Hier ist der Nahbesprechungseffekt (1m Abstand) zwar nicht eingezeichnet, aber man sieht deutlich worum es geht:

Meiner Meinung nach ist die Lösung ganz einfach: Nimm einen (gut klingenden) EQ und hebe breit bei z.B. 5kHz an. Da kann man auch schon mal 5-10dB reindrehen, das tut auf einer rund klingenden BD-Spur erstmal nicht weh (anders sieht das z.B. bei Becken aus). Der Bassbereich ist da problematischer. Zusätzlich kommt eine Tiefmitten-Absenkung gut - ich mach die mittlerweile aber auf dem Drumbus und lasse die Einzelspuren weitgehend frei von EQ (abgesehen von ein paar gezielten Präsenzanhebungen).
Natürlich ist der Grundsound der Bassdrum als aller erstes entscheidend. Dazu zählt auch die Beschaffenheit des Beaters und des Schlagfells bzw. eines etwaigen Patches. Viel Kick kriegt man z.B. mit Holz-Beatern und natürlich einem klaren Fell bzw. Patch (Falam Slam bzw. Kevlar vermumpfen den Attack eher). Desweiteren spielt das Innenleben und die Mikrofonaufstellung eine Rolle: zwischen Mikrofon und Schlagfell sollte kein Dämmmaterial sein. Und ein Nierenmikrofon wie das E902 bringt On-Axis nicht nur am meisten Pegel, sondern auch die ausgeprägtesten Höhen. Lass es also aufs Schlagfell zeigen.
Es würde mich schon wundern, wenn du mit dem E902 nicht genug Attack kriegst. Der Klang der BD, die Position des Mikrofons (innen!) und das richtige EQing sollten definitiv Abhilfe schaffen. Eigentlich sogar so weit, dass man dann schon ein zweites Mikro für etwas mehr Bass vom Reso dazu stellen könnte - so wie ich das einschätze.