Danke ![]()
Ich hatte mal recherchiert um eine ungefähre Entfernung zur Unterscheidung zwischen Freifeld und Diffusfeld auf dem Schirm zu haben. Aber es geht wohl tatsächlich nur um die Unterscheidung zwischen "Freifeld / Direktfeld = Direktschall, keine Reflektionen vom Raum" und "Diffusfeld = Raumschall, der nur aus Reflektionen besteht".
Ist es nicht so, dass die Übergänge - zumindest in einem bestimmten Bereich - in der Praxis fließend sind? Bspw. sollten doch Overheads eigentlich sowohl Direkt- als auch Diffusschall aufnehmen. ![]()
Ich hatte gestern mal einen kurzen Test in meinem 2,5m hohen 18m² Proberaum gemacht. Verglichen habe ich ein Rode M5 und ein Behringer ECM8000 als Raummikros - ungefähr in Ohrhöhe, 1-1,5m vom Drumset entfernt. Das M5 stand dabei Off-Axis zum Drumset. Das ECM8000 - ein Messmikrofon - war das einzige Kugel-Mikrofon, das ich da hatte. Zuerst dachte ich, dass ich damit absoluten Frevel begehe, aber es klang im Vergleich zum M5 für diese Anwendung erstaunlich gut.
Da die Richtcharakteristik von Richtmikros zu den tieferen Frequenzen immer weniger ausgeprägt wird, ist der Freifeldfrequenzgang eines Mikros immer untenrum etwas "schlanker" als der Diffusfeld-Plot des gleichen Mikros.
Verstehe. Aber nur, wenn der Nahbesprechungseffekt außer Acht gelassen wird, oder?
Mir ist zumindest geläufig, dass Kugel- und auch generell Bändchenmikrofone meistens etwas Bass-lastiger als Nieren(-ähnliche) sind. Konnte ich auch schon in der Praxis mit einem t.bone RB500 und gestern dem ECM8000 feststellen. Letzteres war weitaus basslastiger und insgesamt weniger spitz als das M5, obwohl letzteres eigentlich auch einen recht linearen Frequenzgang hat (von einer 2dB Höhenbetonung abgesehen).
In Kürze also: Richtcharakteristik des verwendeten Mic ist "im Raum hängend" wirkungslos. Resultierender Sound einer typischen Niere vermutlich basslastiger und mumpfiger als im normalen "Close-Mic" Einsatz, Ein absenkender Griff an den EQ behebt das aber leicht.
Aufgrund des Nahbesprechungseffekts sind meine Erfahrungen dies bzgl. das komplette Gegenteil. Ein paar Zentimeter am Schlagfell klingt ein Druckgradientenempfänger sehr basslastig und ein paar Meter weiter weg vergleichsweise dünn. Oder verstehe ich dich falsch?