Ich kenne mich mit Aufnehmen und Mixen fast gar nicht aus, aber interessant zu lesen, was Du schreibst. 
Mir ging es mit den Gates auch ein Stück darum, dass der Mix und die Aufnahmetechnik großen Einfluss auf den Sound eines Albums nehmen können - ob jetzt durch EQs, Kompressor, Mikros, deren Positionen, Raum oder was auch immer. Im Studio sitzen ja nicht ohne Grund Experten, die für diesen Sound verantwortlich sind - vom Drummer noch ganz zu schweigen.
Auf diese "Experten" ist meiner Erfahrung nach aber auch nicht immer Verlass. Eine Ausbildung in dem Bereich und das nötige Kleingeld für ein teures Studio machen noch keinen guten Produzenten. Da gehören schon noch ein paar andere Sachen dazu.
Ich beschäftige mich nun seit 8 Jahren mit Musikproduktion mit Fokus auf dem Abmischen von Aufnahmen, habe Fachliteratur gelesen, mich ausgiebig informiert und vor allem leidenschaftlich viel geübt und auch ernsthaft für andere Leute produziert. Die Quintessenz ist m.E. bei der ganzen Sache: Es geht um Emotion. Musik ist Ausdruck von Gefühl und ein Produzent, egal ob er nun aufnimmt, arrangiert, abmischt oder mastert, muss einen Zugang dazu haben, wie er die Musik am besten rüberbringt.
Schlagzeug-Aufnahmen inklusive Nachbearbeitung sind in diesem Bereich übrigens eine der Königsdisziplinen (wenn nicht sogar "die" Königsdisziplin). Generell kann man definitiv sagen, dass gute Aufnahmen der Schlüssel sind. Je "besser" die Aufnahmen, desto unkomplizierter wird die Nachbearbeitung. Sätze wie "we'll fix it later in the mix" zeugen eher von Stümperei als von großartigen Mixing-Skills 
Besonders echte Schlagzeug-Aufnahmen profitieren sehr von ein bisschen verschönernder Nachbearbeitung, klar. Aber es geht da eigentlich hauptsächlich um EQing und ein paar Dynamik-Geschichten (nicht nur Kompression), wenn in einem guten Raum mit genug Raum-Mikrofonen aufgenommen wurde. Viele Leute überkomprimieren Drums. Ich komprimiere Drums im klassischen Sinne immer weniger und dafür immer gezielter. Es gibt bei der Sache nämlich zwei Aspekte, die sich im Prinzip "bekriegen": Zum einen möchte man oft (nicht immer ...) möglichst Druckvolle Drums. Zum anderen zeichnet sich ein guter Mix, der im Mastering keine Schwierigkeiten bereitet, aber auch dadurch aus, dass seine Wellenform nicht unbedingt wie eine Fischgräte aussieht - die Transienten der Drums also extrem über den restlichen Durchschnittspegel hinaus schießen. Ohne jetzt weiter ins Detail zu gehen: Druck entsteht immer schon bei der Aufnahme und meiner Erfahrung nach ist es immer das beste, mit diesem natürlichen Druck zu arbeiten und nicht zu viel an der natürlichen Dynamik zu manipulieren. Vorausgesetzt natürlich, die Drums wurden gut eingespielt.
Was ich damit sagen will: Letztendlich wird da in der Nachbearbeitung oft gar nicht so viel verdreht, wie man denkt. Es sieht eher so aus, dass der teilweise "zu" perfekte Schlagzeug-Sound, den man aus vielen Produktionen so kennt, schon bei der Aufnahme losgeht: Die nahe Einzelmikrofonierung von Trommeln z.B. ... an diesem Punkt hört Natürlichkeit zwangsläufig auf. Ein Schlagzeug klingt aus einer gewissen Entfernung - üblicherweise ein paar Meter weiter weg im Raum aus Zuhörer-Perspektive - in Stereo am natürlichsten. Also mit maximal 2 Mikrofonen im Freifeld.
Nimmt man das Drumset dann aber mit 10 oder mehr Mikrofonen auf und stellt diese, wie bei der Bassdrum, sogar "in" die Trommeln, ist Schluss mit der Natürlichkeit. Andererseits kann man mit einem guten Mix dann aber auch das Schlagzeug quasi "besser als in der Realität" künstlerisch in Szene setzen 
Wenn man noch recht neu am Schlagzeug ist, hat man halt unter Umständen diesen Sound im Kopf und denkt, dass das eigene Equipment komisch klingt (Teppich raschelt mit, klingt nicht so direkt...). Mir ging's auf jeden Fall so! 
Glaub ich dir 